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Dritter Akt
Guilberts Wohnung
Sophie Guilbert. Marie Beaumarchais.
Marie.
Du hast ihn gesehen? Mir zittern alle Glieder! Du hast ihn gesehen? ich war nah an einer Ohnmacht, als ich hörte, er käme, und du hast ihn gesehn? Nein, ich ka
Sophie.
Ich war außer mir, als er hereintrat; de
Marie.
Nimmer, nimmermehr!
Sophie.
Er ist noch der alte, noch ebendas gute, sanfte, fühlbare Herz, noch ebendie Heftigkeit der Leidenschaft. Es ist noch ebendie Begier, geliebt zu werden, und das ängstliche, marternde Gefühl, we
Marie.
Du redst ihm das Wort?
Sophie.
Nein, Schwester, auch versprach ich's ihm nicht. Nur, meine Beste, seh ich die Sachen, wie sie sind. Du und der Bruder, ihr seht sie in einem allzu romantischen Lichte. Du hast das mit gar manchem guten Kinde gemein, daß dein Liebhaber treulos ward und dich verließ! Und daß er wiederkommt, reuig seinen Fehler verbessern, alle alte Hoffnungen erneuern will — das ist ein Glück, das eine andere nicht leicht von sich stoßen würde.
Marie.
Mein Herz würde reißen!
Sophie.
Ich glaube dir. Der erste Anblick muß auf dich eine empfindliche Wirkung machen — und da
Marie.
Sei barmherzig!
Sophie.
Du sollst glücklich werden. Fühlt ich, daß du ihn verachtetest, daß er dir gleichgültig wäre, so wollt ich kein Wort weiter reden, so sollt er mein Angesicht nicht mehr sehen. Doch so, meine Liebe — Du wirst mir danken, daß ich dir geholfen habe, diese ängstliche Unbestimmtheit zu überwinden, die ein Zeichen der i
Die Vorigen. Guilbert. Buenko.
Sophie.
Kommen Sie, Buenco! Guilbert, kommen Sie! Helft mir dieser Kleinen Mut einsprechen, Entschlossenheit, jetzt, da es gilt.
Buenco.
Ich wollte, daß ich sagen dürfte: Nehmt ihn nicht wieder an!
Sophie.
Buenco!
Buenco.
Mein Herz wirft sich mir im Leib herum bei dem Gedanken: Er soll diesen Engel noch besitzen, den er so schändlich beleidigt, den er an das Grab geschleppt hat. Und besitzen? — warum? — wodurch macht er das all wieder gut, was er verbrochen hat? — Daß er wiederkehrt, daß ihm auf einmal beliebt, wiederzukehren und zu sagen:»Jetzt mag ich sie, jetzt will ich sie!«— Just als wäre diese treffliche Seele eine verdächtige Ware, die man am Ende dem Käufer doch noch nachwirft, we
Guilbert.
Ihr redet wie ein Spanier, und als we
Marie.
Bester Guilbert!
Guilbert.
Ich ehre die unternehmende Seele unsers Bruders, ich habe im stillen seinem Heldengange zugesehn und wünsche, daß alles gut ausschlagen möge, wünsche, daß Marie sich entschließen kö
lächelnd
ihr Herz hat er doch. —
Marie.
Ihr seid grausam.
Sophie.
Hör ihn! ich bitte dich, hör ihn!
Guilbert.
Dein Bruder hat ihm eine Erklärung abgedrungen, die dich vor den Augen aller Welt rechtfertigen soll, und die wird uns verderben.
Buenco.
Wie?
Marie.
O Gott!
Guilbert.
Er stellte sie aus in der Hoffnung, dich zu bewegen. Bewegt er dich nicht, so muß er alles anwenden, um das Papier zu vernichten; er ka
Sophie.
Lieber Guilbert!
Marie.
Ich vergehe!
Guilbert.
Clavigo ka
Marie.
Rate mir, Sophie, hilf mir!
Guilbert.
Und, Buenco, widerlegen Sie mich!
Buenco.
Er wagt's nicht, er fürchtet für sein Leben; sonst hätt er gar nicht geschrieben, sonst böt er Marien seine Hand nicht an.
Guilbert.
Desto schlimmer; so findet er hundert, die ihm ihren Arm leihen, hundert, die unserm Bruder tückisch auf dem Wege das Leben rauben. Ha! Buenco, bist du so jung? Ein Hofma
Buenco.
Der König ist groß und gut.
Guilbert.
Auf de
Clavigo kommt.
Clavigo.
Ich muß! Ich muß!
Marie tut einen Schrei und fällt Sophien in die Arme.
Sophie.
Grausamer! in welchen Zustand versetzen Sie uns!
Guilbert und Buenco treten zu ihr.
Clavigo.
Ja, sie ist's! Sie ist's! Und ich bin Clavigo. — Hören Sie mich, Beste, we
Er wirft sich nieder.
Marie! Ke
Marie.
O Clavigo!
Clavigo springt auf und faßt ihre Hand mit entzückten Küssen.
Sie vergibt mir, sie liebt mich!
Er umarmt den Guilbert, den Buenco.
Sie liebt mich noch! O Marie, mein Herz sagte mir's! Ich hätte mich zu deinen Füßen werfen, stumm meinen Schmerz, meine Reue ausweinen wollen; du hättest mich ohne Worte verstanden, wie ich ohne Worte meine Vergebung erhalte. Nein, diese i