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Beaumarchais:
Es steht Ihnen an, die zu bedauern, die Sie unglücklich gemacht haben.
Clavigo sich setzend.
Sind Sie das zufrieden?
Beaumarchais.
Gut de
Clavigo nimmt Papier.
Wie verlangen Sie's?
Beaumarchais.
Mein Herr! in Gegenwart Ihrer Bedienten.
Clavigo.
Wozu das?
Beaumarchais.
Befehlen Sie nur, daß sie in der anstoßenden Galerie gegenwärtig sind. Man soll nicht sagen, daß ich Sie gezwungen habe.
Clavigo.
Welche Bedenklichkeiten!
Beaumarchais.
Ich bin in Spanien, und habe mit Ihnen zu tun.
Clavigo:
Nun de
Er klingelt. Ein Bedienter.
Ruft meine Leute zusammen, und begeht euch auf die Galerie herbei!
Der Bediente geht, die übrigen kommen und besetzen die Galerie.
Clavigo.
Sie überlassen mir, die Erklärung zu schreiben.
Beaumarchais.
Nein, mein Herr! Schreiben Sie, ich bitte, schreiben Sie, wie ich's Ihnen sage.
Clavigo schreibt.
Beaumarchais.
Ich Unterzeichneter, Joseph Clavigo, Archivarius des Königs —
Clavigo.
Des Königs.
Beaumarchais.
— beke
Clavigo.
Worden.
Beaumarchais.
— ich Mademoiselle von Beaumarchais, ihre Schwester, durch hundertfältig wiederholte Heiratsversprechungen betrogen habe — Haben Sie's? —
Clavigo.
Mein Herr!
Beaumarchais.
Haben Sie ein ander Wort dafür?
Clavigo.
Ich dächte —
Beaumarchais.
Betrogen habe. Was Sie getan haben, kö
Clavigo.
Nun!
Beaumarchais.
Im Gegenteil ist die Aufführung des Frauenzimmers immer rein, untadelig und aller Ehrfurcht würdig gewesen.
Clavigo.
Würdig gewesen.
Beaumarchais.
Ich beke
Clavigo hält i
Beaumarchais.
Schreiben Sie! Schreiben Sie! — Welches Zeugnis ich mit freiem Willen und ungezwungen von mir gegeben habe, mit dem besondern Versprechen, daß, we
Clavigo steht auf, winkt den Bedienten, sich wegzubegeben, und reicht ihm das Papier.
Ich habe mit einem beleidigten, aber mit einem edlen Menschen zu tun. Sie halten Ihr Wort und schieben Ihre Rache auf. In dieser einzigen Rücksicht, in dieser Hoffnung hab ich das schimpfliche Papier von mir gestellt, wozu mich sonst nichts gebracht hätte. Aber ehe ich es wage, vor Do
Beaumarchais.
Bilden Sie sich das nicht ein!
Clavigo.
Wenigstens sagen sie ihr die bittere herzliche Reue, die Sie an mir gesehn haben. Das ist alles, alles, warum ich Sie bitte; schlagen Sie mir's nicht ab; ich müßte einen andern, weniger kräftigen Vorsprecher wählen, und Sie sind ihr ja eine treue Erzählung schuldig. Erzählen Sie ihr, wie Sie mich gefunden haben!
Beaumarchais.
Gut, das ka
Clavigo.
Leben Sie wohl.
Er will seine Hand nehmen, Beaumarchais hält sie zurück.
Clavigo allein.
So unerwartet aus einem Zustand in den andern. Man taumelt, man träumt! — Diese Erklärung, ich hätte sie nicht geben sollen. — Es kam so schnell, unerwartet als ein Do
Carlos kommt.
Was hast du für Besuch gehabt? Das ganze Haus ist in Bewegung; was gibt's?
Clavigo.
Mariens Bruder.
Carlos.
Ich vermutet's. Der Hund von einem alten Bedienten, der sonst bei Guilberts war und der mir nun trätscht, weiß es schon seit gestern, daß man ihn erwartet habe, und trifft mich erst diesen Augenblick. Er war da?
Clavigo.
Ein vortrefflicher Junge.
Carlos.
Den wollen wir bald los sein. Ich habe den Weg über schon gespo
Clavigo.
Er verlangte eine Erklärung, daß seine Schwester mir keine Gelegenheit zur Veränderung gegeben.
Carlos.
Und du hast sie ausgestellt?
Clavigo.
Ich hielt es fürs Beste.
Carlos.
Gut, sehr gut! Ist sonst nichts vorgefallen?
Clavigo.
Er drang auf einen Zweikampf oder die Erklärung.
Carlos.
Das letzte war das Gescheitste. Wer wird sein Leben gegen einen so romantischen Fratzen wagen. Und forderte er das Papier ungestüm?
Clavigo.
Er diktierte mir's, und ich mußte die Bedienten in die Galerie rufen.
Carlos.
Ich versteh! Ah! nun hab ich dich, Herrchen! das bricht ihm den Hals. Heiß mich einen Schreiber, we
Clavigo.
Nein, Carlos. Die Sache steht anders, als du denkst.
Carlos.
Wie?
Clavigo.
Ich hoffe, durch seine Vermittlung, durch mein eifriges Bestreben, Verzeihung von der Unglücklichen zu erhalten.
Carlos.
Clavigo!
Clavigo.
Ich hoffe, all das Vergangene zu tilgen, das Zerrüttete wieder herzustellen und so in meinen Augen und in den Augen der Welt wieder zum ehrlichen Ma
Carlos.
Zum Teufel, bist du kindisch geworden? Man spürt dir doch immer an, daß du ein Gelehrter bist. — Dich so betören zu lassen! Siehst du nicht, daß das ein einfältig angelegter Plan ist, um dich ins Garn zu sprengen?
Clavigo.
Nein, Carlos, er will die Heirat nicht; sie sind dagegen, sie will nichts von mir hören.
Carlos.
Das ist die rechte Höhe. Nein, guter Freund, nimm mir's nicht übel, ich hab wohl in Komödien gesehen, daß man einen Landjunker so geprellt hat.
Clavigo.
Du beleidigst mich. Ich bitte, spare deinen Humor auf meine Hochzeit! Ich bin entschlossen, Marien zu heiraten. Freiwillig, aus i
Carlos.
Warte nur bis nach Tisch!
Clavigo.
Keinen Augenblick.
Carlos ihm nachsehend und eine Weile schweigend.
Da macht wieder jemand einmal einen dummen Streich.
Ab.