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Aufmerksam hatte Knecht zugehört, nicht ohne daß ein Schatten von Traurigkeit über sein Gesicht ging. Er fuhr fort: »Euer Urteil in Ehren, ich habe es nicht anders erwarten kö
Er machte eine Ruhepause. Der Vorstand bemerkte:
»Ihr setzet mich immer mehr in Erstaunen, Magister. Da sprechet Ihr von Eurem Leben, und es ist kaum von etwas andrem die Rede als von privaten, subjektiven Erlebnissen, persönlichen Wünschen, persönlichen Entwicklungen und Entschlüssen! Ich wußte wirklich nicht, daß ein Kastalier Euren Ranges sich und sein Leben so sehen kö
Seine Stimme hatte einen Klang zwischen Vorwurf und Trauer, der Knecht weh tat; doch faßte er sich und rief munter: »Aber Hochverehrter, wir sprechen zur Stunde ja nicht von Kastalien, von der Behörde und der Hierarchie, sondern einzig von mir, von der Psychologie eines Ma
Daß ich vom Vorhandensein einer Welt außerhalb unsrer kleinen Provinz wußte, verdanke ich nicht meinen Studien, in welchen diese Welt nur als ferne Vergangenheit vorkam, sondern zuerst meinem Mitschüler Designori, der ein Gast von draußen war, und später meinem Aufenthalt bei den Benediktinervätern und dem Pater Jakobus.
Es war sehr wenig, was ich mit eigenen Augen von der Welt gesehen habe, aber durch jenen Ma
Er atmete tief und schwieg eine Weile. Da der Vorstand nichts entgegnete und ihn nur erwartend ansah, nickte er ihm si
Meister Alexander verzog den Mund ein wenig, als er sagte: »Nun ja, vom Einfluß dieses Ma
»Nein, Domine, aber er hat mir, zum Teil ohne es zu wissen, dabei geholfen. Er brachte etwas Luft in meine Stille, ich kam durch ihn wieder in Berührung mit der Außenwelt, und so erst wurde es mir möglich, einzusehen und mir selber einzugestehen, daß ich am Ende meiner hiesigen Laufbahn sei, daß mir die eigentliche Freude an meiner Arbeit verlorengegangen und daß es Zeit sei, der Plage ein Ende zu machen. Es war wieder eine Stufe zurückgelegt, ich hatte einen Raum durchschritten, und der Raum war diesmal Kastalien.«
»Wie Ihr das ausdrücket!« bemerkte Alexander mit Kopfschütteln. »Als ob der Raum Kastalien nicht groß genug wäre, um viele ihr Leben lang würdig zu beschäftigen! Glaubet Ihr im Ernst, diesen Raum durchmessen und überwunden zu haben?«
»O nein,« rief der andre lebhaft, »nie habe ich so etwas geglaubt. We
Alexander seufzte. »Das ist Eure Auffassung, doch nicht die des Ordens und seiner Regeln. Daß ein Ordensbruder Stimmungen hat, daß er seiner Arbeit zuzeiten müde wird, ist nichts Neues und Merkwürdiges. Die Regeln zeigen ihm alsda
»Ich glaube nicht, Verehrter. Es steht Euch ja der Einblick in meine Amtsführung frei, und eben noch, neulich, als Ihr mein Rundschreiben erhalten hattet, habt Ihr das Spielerdorf und mich kontrollieren lassen. Ihr ko
Meister Alexanders Augen blinzelten ein wenig wie spöttisch.
»Herr Kollege,« sagte er, »Ihr sprechet mit mir, als seien wir zwei Privatpersonen, die sich unverbindlich unterhalten. Das trifft aber nur auf Euch zu, Ihr seid ja jetzt in der Tat eine Privatperson. Ich aber bin es nicht, und was ich denke und sage, sage nicht ich, sondern es sagt es der Vorstand der Ordensleitung, und er ist für jedes Wort seiner Behörde verantwortlich. Was Ihr heute hier saget, das wird ohne Folgen sein; es mag Euch damit noch so ernst sein, aber es bleibt die Rede eines Privatma