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Knecht wehrte sich. »Mit Verlaub, Hochverehrter, warum soll mir daran nicht gelegen sein? Es handelt sich um meinen Ruf und Namen, um das Andenken, das ich hier zurücklasse. Es handelt sich damit auch um die Möglichkeit für mich, draußen für Kastalien zu wirken. Ich stehe nicht hier, um etwas für mich zu retten oder gar um die Billigung meines Schrittes durch die Behörde zu erreichen. Ich rechnete damit und ergebe mich darein, von meinen Kollegen künftig bezweifelt und als problematische Erscheinung angesehen zu werden. Als Verräter oder als Verrückter aber will ich nicht angesehen sein, es ist ein Urteil, das ich nicht a

»Es geht immer um ein und dasselbe,« antwortete Alexander. »Ich soll zugestehen, daß unter Umständen der Wille eines Einzelnen das Recht haben soll, die Gesetze zu brechen, an die ich glaube und die ich zu vertreten habe. Ich ka

Der Glasperlenspielmeister machte eine Gebärde der Ergebenheit. Da

Er zog ein paar gefaltete Blätter aus der Tasche und legte sie auf den Tisch. Da

Alexander stand still, etwas bleich; einen Augenblick sah es aus, als wolle er die Hand erheben und sie dem Scheidenden reichen. Er fühlte, daß ihm die Augen feucht wurden; da neigte er den Kopf, erwiderte Knechts Verbeugung und ließ ihn gehen.

Als der Fortgehende die Tür hinter sich geschlossen hatte, blieb der Vorstand unbeweglich stehen und horchte auf die sich entfernenden Schritte, und als der letzte verklungen und nichts mehr zu hören war, ging er eine Weile quer durchs Zimmer auf und ab, bis draußen wieder Schritte tönten und leise an die Tür gepocht wurde. Der junge Diener trat ein und meldete einen Besucher, der ihn zu sprechen verlange.

»Sage ihm, daß ich ihn in einer Stunde empfangen ka

»Mit Erlaubnis,« sagte der Jüngling, »es wäre der Wagen des Herrn Magister Ludi zur Verfügung.«

»Wie de

»Der Ehrwürdige ist gestern zu Wagen angekommen. Soeben hat er das Haus verlassen mit dem Bescheid, er gehe zu Fuß weiter und lasse den Wagen hier zur Verfügung der Behörde.«

»Es ist gut. So nehme ich morgen den Waldzeller Wagen. Wiederholen, bitte.«

Der Diener wiederholte: »Der Besucher wird in einer Stunde empfangen, er soll sich kurz fassen. Der erste Sekretär hat die Behörde auf übermorgen einzuberufen, Vollzähligkeit notwendig, nur schweres Kranksein entschuldigt. Morgen früh um sieben Abreise nach Waldzell mit dem Wagen des Herrn Magister Ludi.«

Meister Alexander atmete auf, als der junge Mensch wieder gegangen war. Er trat zu dem Tisch, an dem er mit Knecht gesessen war, und noch klangen die Schritte dieses Unbegreiflichen in ihm nach, den er vor allen andern geliebt und der ihm so großen Schmerz angetan hatte. Immer hatte er seit den Tagen, da er ihm Dienste geleistet, diesen Ma

Das Gehen machte Josef Knecht Freude, er war seit Jahren nicht mehr zu Fuß gereist. Ja, we

Knecht hatte gestern auf seiner Fahrt nach Hirsland beschlossen: was immer dort geschehen möge, es unter keinen Umständen zu bereuen. Für heute nun verbot er sich, an die Einzelheiten seiner Gespräche mit Alexander zu denken, an seinen Kampf mit ihm, seinen Kampf um ihn. Er stand ganz dem Gefühl von Entspa

Unter einem Kirschbaume mit schon ins Purpurne spielendem Laube machte er halt und setzte sich ins Gras. Er griff in die Brusttasche seines Rockes und zog ein Ding hervor, das Meister Alexander nicht bei ihm vermutet hätte, eine kleine hölzerne Flöte nämlich, die er mit einer gewissen Zärtlichkeit betrachtete. Er besaß dieses naiv und kindlich aussehende Instrument noch nicht sehr lange, ein halbes Jahr etwa, und eri