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Designori lachte gequält auf. »Wie scharfsi

»Zu stolz?« fragte Knecht leise.

»Ja, zu stolz. Ich war inzwischen in der Welt untergetaucht und ein Weltmensch geworden. Ich wollte nichts andres sein als einer von ihnen, ich wollte kein andres Leben als das ihre haben, ihr leidenschaftliches, kindliches, grausames, unbeherrschtes und zwischen Glück und Angst flackerndes Leben; ich verschmähte es, mir mit Hilfe eurer Mittel eine gewisse Erleichterung und bevorzugte Stellung zu verschaffen.«

Scharf blickte der Magister ihn an. »Und das hast du ausgehalten, viele Jahre lang? Hast du keine andern Mittel benützt, um damit fertig zu werden?«

»O ja,« gestand Plinio, »das habe ich getan und tue es auch heute noch. Es gibt Zeiten, wo ich wieder trinke, und meistens brauche ich auch, um schlafen zu kö

Knecht schloß eine Sekunde lang, wie plötzlich ermüdet, die Augen, da

»Du sagtest,« meinte er, »daß du Mittel wissest, um mich glücklicher und heiterer zu machen. Aber du fragst gar nicht, ob ich das eigentlich begehre.«

»Nun,« lachte Josef Knecht, »we

Und ich sage dir, du bist diesmal zur rechten Zeit gekommen, zu einer Zeit, in der auch ich mich sehr nach einem Ruf aus eurer Welt, nach einer sich öffnenden Pforte gesehnt habe. Aber davon das nächste Mal! Du hast mir manches anvertraut, Freund, dafür danke ich dir, und du wirst sehen, daß auch ich dir einiges zu beichten haben werde. Es ist spät, du reisest morgen früh, und auf mich wartet wieder ein Amtstag, wir müssen bald schlafen gehen. Nur eine Viertelstunde schenke mir noch, bitte.«

Er erhob sich, ging zum Fenster und blickte nach oben, wo zwischen wehenden Wolken überall Streifen eines tiefklaren Nachthimmels zu sehen waren, voll von Sternen. Da er nicht sofort zurückkehrte, stand auch der Gast auf und trat zu ihm ans Fenster. Der Magister stand, nach oben blickend und mit rhythmischen Atemzügen die dü

»Sieh,« sagte er, »diese Wolkenlandschaft mit ihren Himmelsstreifen! Beim ersten Blick möchte man meinen, die Tiefe sei dort, wo es am dunkelsten ist, aber gleich nimmt man wahr, daß dieses Dunkle und Weiche nur die Wolken sind und daß der Weltraum mit seiner Tiefe erst an den Rändern und Fjorden dieser Wolkengebirge begi

Eine eigentümlich zuckende Empfindung, ungewiß, ob Weh oder Glück, regte sich in Plinios Herzen. Mit ähnlichen Worten, so eri

»Und erlaube mir noch ein Wort,« fing der Glasperlenspielmeister wieder mit leiser Stimme an. »Ich möchte dir gerne noch etwas über die Heiterkeit sagen, über die der Sterne und die des Geistes, und auch über unsre kastalische Art von Heiterkeit. Du hast eine Abneigung gegen die Heiterkeit, vermutlich weil du einen Weg der Traurigkeit hast gehen müssen, und nun scheint dir alle Helligkeit und gute Laune, und namentlich unsre kastalische, seicht und kindlich, auch feige, eine Flucht vor den Schrecken und Abgründen der Wirklichkeit in eine klare, wohlgeordnete Welt bloßer Formen und Formeln, bloßer Abstraktionen und Abgeschliffenheiten. Aber, mein lieber Trauriger, mag es diese Flucht auch geben, mag es an feigen, furchtsamen, mit bloßen Formeln spielenden Kastaliern nicht fehlen, ja sollten sie bei uns sogar in der Mehrzahl sein – dies nimmt der echten Heiterkeit, der des Himmels und der des Geistes, nichts von ihrem Wert und Glanz. Den Leichtzufriedenen und Scheinheiteren unter uns stehen andere gegenüber, Menschen und Generationen von Menschen, deren Heiterkeit nicht Spiel und Oberfläche, sondern Ernst und Tiefe ist. Einen habe ich geka

Was nun unsre eigene, kastalische Heiterkeit betrifft, so mag sie nur eine späte und kleine Abart dieser großen sein, aber sie ist eine durchaus legitime. Die Gelehrsamkeit ist nicht immer und überall heiter gewesen, obwohl sie es sein sollte. Bei uns ist sie, der Kult der Wahrheit, eng mit dem Kult des Schönen verknüpft und außerdem mit der meditativen Seelenpflege, ka