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»Ich glaube,« sagte Plinio nachdenklich, »du bist auch heute noch etwas allzu höflich. Du sagst »wir beide,« aber es waren ja nicht wir beide, die einander suchten und nicht finden ko
»Verzeih,« begütigte Knecht freundlich, »ich bin wohl voreilig gewesen. Aber ich hoffe dich mit der Zeit doch dahin zu bringen, daß du in mein Lachen einstimmst. Du hast recht, du bist damals verwundet worden, nicht durch mich zwar, wie du meintest und auch noch immer zu meinen scheinst, wohl aber durch die zwischen euch und Kastalien liegende Kluft und Entfremdung, die wir beide während unsrer Schülerfreundschaft überwunden zu haben schienen und die nun plötzlich so schrecklich breit und tief vor uns klaffte. Soweit du mir persönlich schuld gibst, bitte ich dich, deine Anklage freimütig auszusprechen.«
»Ach, eine Anklage war es nie. Wohl aber eine Klage. Du hast sie damals nicht gehört, und willst sie auch heute, wie es scheint, nicht hören. Du hast sie damals mit Lächeln und guter Haltung beantwortet und tust es heute wieder.«
Obwohl er Freundschaft und tiefes Wohlwollen im Blick des Meisters spürte, ko
Knecht änderte den Ausdruck seiner Züge nicht. Er sa
Du sagtest eben, jene Jugendbegegnung sei für dich etwas Schmerzliches, für mich aber bedeutungslos gewesen. Wir wollen darüber nicht streiten, magst du recht haben. Unsre jetzige Begegnung aber, Amice, ist mir keineswegs bedeutungslos, sie bedeutet mir viel mehr, als ich dir heute sagen und als du irgend vermuten ka
Du sprachst vorhin von meiner Heiterkeit und deiner Traurigkeit und meintest, so scheint mir, ich werde dem, was du deine »Klage« ne
Designoris Gesicht war wieder düster geworden. »Manchmal,« sagte er resigniert, »kommt es mir so vor, als hätten wir nicht nur zwei verschiedene Ausdrucksweisen und Sprachen, von welchen jede sich nur andeutungsweise in die andre übersetzen läßt, nein, als seien wir überhaupt und grundsätzlich verschiedene Wesen, die einander niemals verstehen kö
Mit unermüdeter, freundlicher Aufmerksamkeit hatte Knecht ihn angehört.
»Lieber Freund,« sagte er bedächtig, »wie sehr haben deine Worte mich an unsre Schülerzeit und an deine damalige Kritik und Angriffslust eri