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»Gut. Wasche dir die Hände, dort im Hof läuft der Bru

Goldmund ging gehorsam, fand den Hof und den Bru

»Lisbeth«, sagte der Meister, »du mußt noch ein Gedeck bringen, ich habe einen Gast mitgebracht. Es ist – ja, nun weiß ich wirklich seinen Namen noch gar nicht.«

Goldmund sagte ihn.

»Also Goldmund. Kö

»Im Augenblick, Vater.«

Sie holte einen Teller, lief hinaus und kam bald mit der Magd wieder, die das Essen auftrug, Schweinefleisch, Linsen und Weißbrot. Während des Essens sprach der Vater dies und jenes mit dem Mädchen, Goldmund saß schweigend, aß ein wenig und fühlte sich sehr unsicher und bedrückt. Das Mädchen gefiel ihm sehr, eine stattliche schöne Gestalt, beinahe so groß wie ihr Vater, aber sie saß züchtig und höchst u

Als gegessen war, sagte der Meister: »Ich will noch eine halbe Stunde ruhen. Geh du in die Werkstatt oder treibe dich ein wenig draußen herum, nachher wollen wir über die Sache sprechen.«

Mit einem Gruß ging Goldmund hinaus. Eine Stunde oder länger war es her, seit der Meister seine Zeichnung gesehen hatte, und kein Wort hatte er über sie gesagt. Jetzt sollte er nochmals eine halbe Stunde warten! Nun, es war nicht zu ändern, er wartete. In die Werkstatt ging er nicht, er wollte seine Zeichnung jetzt nicht wiedersehen. Er ging in den Hof, setzte sich auf den Bru

Vielleicht, dachte er, ist die Wurzel aller Kunst und vielleicht auch alles Geistes die Furcht vor dem Tode. Wir fürchten ihn, wir schauern vor der Vergänglichkeit, mit Trauer sehen wir immer wieder die Blumen welken und die Blätter fallen und spüren im eigenen Herzen die Gewißheit, daß auch wir vergänglich sind und bald verwelken. We

Er hörte den Meister die Treppe herabkommen und lief in die Werkstatt. Meister Niklaus ging auf und ab, blickte wiederholt auf Goldmunds Zeichnung, blieb endlich am Fenster stehen und sagte in seiner etwas zögernden und trockenen Weise: »Der Brauch bei uns ist so, daß ein Lehrling mindestens vier Jahre lernt und daß sein Vater dem Meister dafür ein Lehrgeld bezahlt.«

Da er eine Pause machte, dachte Goldmund, der Meister fürchte, von ihm kein Lehrgeld zu bekommen. Blitzschnell zog er sein Messer aus der Tasche, tre

»Ah, so ist es gemeint?« lachte er. »Nein, junger Mensch, dein Geldstück sollst du behalten. Höre nun zu. Ich sagte dir, wie es in unserer Zunft mit den Lehrlingen gehalten zu werden pflegt. Aber weder bin ich ein gewöhnlicher Lehrmeister, noch bist du ein gewöhnlicher Lehrling. Nämlich ein solcher pflegt seine Lehrzeit mit dreizehn, vierzehn oder höchstens fünfzehn Jahren anzutreten, und die Hälfte der Lehrzeit hindurch muß er Handlangerdienste tun und den Pudel machen. Du aber bist ja schon ein ausgewachsener Bursche und kö

In Goldmund war die Ungeduld aufs höchste gestiegen, jedes der bedächtigen Worte des Meisters spa

Der Meister fuhr unerschüttert in seiner alten Weise fort: »Ich habe über dein Anliegen eine Stunde lang nachgedacht, nun mußt du auch die Geduld haben, mich anzuhören. Ich habe deine Zeichnung gesehen. Sie hat Fehler, aber sie ist de

Mit Beschämung und Rührung hatte Goldmund zugehört. »Ich danke Euch von Herzen«, rief er. »Ich bin heimatlos und werde mich hier in der Stadt ebenso durchzubringen wissen wie draußen in den Wäldern. Ich verstehe, daß Ihr nicht Sorge und Verantwortung für mich wie für einen Lehrbuben übernehmen wollet. Ich halte es für ein großes Glück, bei Euch lernen zu dürfen. Von Herzen danke ich Euch, daß Ihr das an mir tun wollt.«