Страница 29 из 61
Er kam auf einen Platz voll stattlicher Häuser, viele waren bemalt oder mit plastischem Bildwerk geschmückt. Über einer Haustür stand groß und prangend die Figur eines Landsknechtes, mit kräftig lachenden Farben. Er war nicht so schön wie die Figur in jener Klosterkirche, aber er stand auf eine Art da und drückte die Waden heraus und streckte das bärtige Ki
Am andern Morgen, als die Stadt wieder wach und laut geworden war, wusch sich Goldmund in dem Kloster, dessen Nachtgast er gewesen war, Gesicht und Hände, klopfte den Staub von Kleidern und Schuhen, suchte sich in jene Gasse zurück und pochte am Haustor. Es kam eine Magd, die wollte ihn nicht gleich zum Meister führen, aber es gelang ihm, die alte Frau zu erweichen, und sie führte ihn doch hinein. In einem kleinen Saal, der seine Werkstatt war, stand in einer Arbeitsschürze der Meister, ein bärtiger großer Ma
»Weiter nichts?«
»Meister«, sagte Goldmund mit beengtem Atem, »ich habe Eure Mutter Gottes dort im Kloster gesehen. Ach, schauet mich nicht so unfreundlich an, es ist lauter Liebe und Verehrung, was mich zu Euch führte. Ich bin nicht ängstlich, ich habe lang auf Wanderung gelebt und den Wald und den Schnee und den Hunger geschmeckt, es gibt keinen Menschen, vor dem ich Furcht haben kö
»Was ist de
»Ich möchte Euer Lehrling werden und bei Euch lernen.«
»Du bist nicht der einzige, junger Mensch, der diesen Wunsch hat. Ich mag aber keine Lehrlinge, und zwei Gehilfen habe ich schon. Wo kommst du de
»Ich habe keine Eltern, ich komme nirgends her. In einem Kloster war ich Schüler, da habe ich Latein und Griechisch gelernt, da
»Und warum meinst du, du müssest Bildschnitzer werden? Hast du schon dergleichen versucht? Hast du Zeichnungen?«
»Ich habe viele Zeichnungen gemacht, aber ich habe sie nicht mehr. Aber warum ich diese Kunst lernen möchte, das ka
Durchdringend blickte der Meister den Fremden an. »Weißt du, was du da sagst?«
»Ja, Meister, es ist so. Gerade das war es, was ich zu meiner größten Wo
Niklaus, ohne ein freundlicheres Gesicht zu machen, hatte aufmerksam zugehört.
»Junger Mensch«, sagte er, »du ka
Goldmund dachte alsbald an einen Traum, den er vor langer Zeit einmal geträumt hatte, da hatte er kleine Figuren aus Lehm geknetet, die waren aufgestanden und zu Riesen geworden. Doch schwieg er davon und gab Bescheid, daß er noch nie solche Arbeiten versucht habe.
»Gut. So wirst du also etwas zeichnen. Dort ist ein Tisch, siehst du, und Papier und Kohlen. Setz dich hin und zeichne, laß dir Zeit, du ka
Im Sessel, den Niklaus ihm bezeichnet hatte, saß nun Goldmund am Zeichentisch. Es eilte ihm nicht mit dieser Arbeit, vorerst saß er wartend und still wie ein ängstlicher Schüler und starrte neugierig und liebevoll zu dem Meister hinüber, der ihm halb den Rücken zuwandte und an einer kleinen Figur aus Ton weiterarbeitete. Aufmerksam sah er sich diesen Ma
Nachdem er wohl eine Stunde lang dem vor sich hin arbeitenden Künstler zugesehen hatte, voll von suchenden Gedanken über das Geheimnis dieses Ma
Niklaus trat an den Zeichentisch und sagte: »Es ist Mittagszeit; ich gehe zu Tisch, du ka
Er trat hinter Goldmund und schaute auf das große Blatt, da
»Wer ist das, den du da gezeichnet hast?« fragte Niklaus nach einer Weile.
»Es ist mein Freund, ein junger Mönch und Gelehrter.«