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»Orangenblüte, Limette, Nelke, Moschus, Jasmin, Weingeist und etwas, von dem ich den Namen nicht ke
»Storax?« fragte er.
Grenouille nickte. »Ja. Das ist drin. Storax.« Und da
»Storaxstoraxstoraxstorax…«
Baldini hielt die Kerze gegen das storaxkrächzende Häuflein Mensch und dachte: Entweder ist er besessen, oder er ist ein betrügerischer Gauner, oder er ist ein begnadetes Talent. De
»Du hast, so scheint es, eine feine Nase, junger Ma
»Ich habe die beste Nase von Paris, Maitre Baldini«, schnarrte Grenouille dazwischen. »Ich ke
»Schweig!« rief Baldini, »unterbrich mich nicht, we
Grenouille, der sich während seiner längeren eruptiven Zwischenrede beinahe körperlich entfaltet, in der Erregung sogar für einen Moment mit beiden Armen im Kreis gefuchtelt hatte, um das >alles, alles<, was er ke
»Ich bin mir«, fuhr Baldini fort, »selbstverständlich längst darüber im klaren, dass >Amor und Psyche< aus Storax, Rosenöl und Nelke sowie Bergamott und Rosmarinextrakt et cetera besteht. Um das herauszufinden, bedarf es, wie gesagt, bloß einer leidlich feinen Nase, und es mag durchaus sein, dass Gott dir eine leidlich feine Nase gegeben hat, wie vielen, vielen anderen Menschen auch – namentlich in deinem Alter. Der Parfumeur jedoch« – und hier hob Baldini den Zeigefinger und wölbte seine Brust heraus – »der Parfumeur jedoch braucht mehr als eine leidlich feine Nase. Er braucht ein über viele Jahrzehnte geschultes, unbestechlich arbeitendes Riechorgan, das ihn in Stand versetzt, auch komplizierteste Gerüche nach Art und Menge sicher zu enträtseln, ebenso wie neue, unbeka
Grenouille antwortete nicht.
»Kö
Doch Grenouille schwieg.
»Siehst du?« sagte Baldini gleichermaßen befriedigt wie enttäuscht und richtete sich wieder auf, »du ka
Er griff nach dem Leuchter auf dem Tisch, als Grenouilles gePresste Stimme von der Tür her schnarrte:
»Ich weiß nicht, was eine Formel ist, Mahre, das weiß ich nicht, sonst weiß ich alles!«
»Eine Formel ist das A und O jeden Parfums«, erwiderte Baldini streng, de
»Wie de
Grenouille zuckte zum ersten Mal nicht mehr zurück. »Aber sie sind doch alle da, die man braucht, die Gerüche, sind doch alle da, in diesem Raum«, sagte er und deutete wieder ins Dunkle. »Rosenöl da! Orangenblüte da! Nelke da! Rosmarin da…!«
»Freilich sind sie da!« brüllte Baldini. »Alle sind sie da! Aber ich sage dir doch, Holzkopf, das nützt nichts, we
»…Jasmin da! Weingeist da! Bergamotte da! Storax da!« krächzte Grenouille weiter und deutete bei jedem Namen auf einen anderen Punkt im Raum, wo es so dunkel war, dass man den Schatten der Regale mit den Flaschen höchstens ahnen ko
»Du siehst wohl auch bei Nacht, he?« fuhr Baldini ihn an, »du hast nicht nur die feinste Nase, sondern auch die schärfsten Augen von Paris, wie? We
Grenouille stand jetzt ganz auseinandergefaltet, sozusagen in voller Körpergröße in der Türe, mit leicht auseinandergestellten Beinen und leicht abgespreizten Armen, so dass er aussah wie eine schwarze Spi
»Du glaubst, ich lasse dich in meiner Werkstatt herumpantschen? Mit Essenzen, die ein Vermögen wert sind? Dich?«
»Ja«, sagte Grenouille.
»Pah!« rief Baldini und stieß dabei den ganzen Atem, den er hatte, auf einmal heraus. Da
»Pass auf!« sagte er mit künstlich strenger Stimme, »pass auf! Ich… – wie heisst du überhaupt?«
»Grenouille«, sagte Grenouille. »Jean-Baptiste Grenouille.«
»Aha«, sagte Baldini. »Also pass auf, Jean-Baptiste Grenouille! Ich habe es mir überlegt. Du sollst die Gelegenheit bekommen, jetzt, sofort, deine Behauptung zu beweisen. Dies ist zugleich eine Gelegenheit für dich, durch ein eklatantes Scheitern die Tugend der Bescheidenheit zu lernen, welche – in deinem jungen Alter vielleicht verzeihlicherweise noch kaum entwickelt – eine unabdingbare Voraussetzung für dein späteres Fortkommen als Mitglied deiner Zunft und deines Standes, als Ehema