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Ich lachte los. Ein echter Underdog-Song. Alle Attribute stimmten: Der lyrische Held eri

Ich hatte den starken Verdacht, dass, we

Die Gitarre stieß ein paar Seufzer aus. Da

Die Musik brach ab. Jemand seufzte jämmerlich und strich noch etwas über die Saiten.

Ich zögerte nicht länger. Tauchte in den Pappkarton ab, holte eine Flasche Wodka und ein Stück Räucherwurst heraus. Stürmte ins Treppenhaus hinaus, knallte die Tür hinter mir zu und ra

Die Wohnung des Mitternachtsbarden zu finden war nicht schwerer, als einen im Gebüsch versteckten Presslufthammer auszumachen. Einen Presslufthammer in Betrieb.

Vögel singen hier nicht mehr,

Nirgends scheint die liebe So

Kinder toben nicht umher

böse bei der Abfallto

Ich klingelte, fragte mich aber, ob er das überhaupt hören würde. Doch die Musik verstummte, und eine halbe Minute später öffnete sich die Tür.

In der Türfüllung stand, freundlich lächelnd, ein kleinerer, gedrungener Ma

»Auch nicht schlecht«, kommentierte der Gitarrist mein T-Shirt. »Komm rein.«

Er nahm den Wodka und die Wurst an sich und verschwand in den Untiefen seiner Wohnung. Ich sah ihn mir durchs Zwielicht an. Ein Mensch.

Mit einer derart wirren Aura, dass ich gar nicht erst versuchte, seinen Charakter zu verstehen. Mit grauen, rosafarbenen, roten und blauen Tönen. Ein erstaunlicher Cocktail. Ich folgte dem Gitarristen. Seine Wohnung war doppelt so groß wie meine. Mit seinem Gitarrenspiel hatte er sich die bestimmt nicht verdient… Aber das ging mich nichts an. Viel komischer war, dass die Wohnung von der Größe abgesehen, eine genaue Kopie meiner eigenen darstellte. Die Anfänge einer ambitionierten Modernisierung, die überstürzt abgebrochen und nur teilweise ausgeführt worden war.

Mitten in dem enormen Wohnzimmer - fünfzehn mal fünfzehn Meter, mindestens - standen ein Stuhl, davor ein Mikroständer, ein guter Verstärker, wie ihn Profis benutzen, und zwei gigantische Boxen.

An der Wand reihten sich drei riesige Kühlschränke von Bosch. Der Gitarrist öffnete den größten - in dem gähnende Leere herrschte - und legte den Wodka ins Eisfach. »Zu warm«, erklärte er.

»Ich hab keinen Kühlschrank«, erklärte ich.

»Kommt vor«, meinte er. »Lass. »

»Was soll ich lassen?«Ich verstand nicht, was er meinte.

»So heiße ich. Lass. Steht natürlich nicht im Pass. »

»Anton«, stellte ich mich vor. »Laut Pass. »

»Kommt vor«, räumte der Barde ein. »Wo wohnst du? »

»Im siebten Stock«, antwortete ich. Nachdenklich kratzte sich Lass den Nacken. Blickte zu den offenen Fenstern hinüber. »Ich hab sie aufgemacht, damit es nicht so laut ist«, erklärte er. »Das halten meine Ohren nicht aus. Ich wollte eine Schallisolierung einbauen lassen, aber mir ist das Geld ausgegangen.«

»Anscheinend ein verbreitetes Übel«, tastete ich mich vor. »Ich habe nicht einmal ein Klo.«

Lass grinste triumphierend. »Ich schon. Seit einer Woche! Da, hinter der Tür.«

Als ich wiederkam, schnitt Lass gerade mit wehmütigem Blick die Wurst.

»Warum ein englisches?«, ko

»Hast du die Firmenlogos an dem Ding gesehen?«, fragte Lass. »Wir haben das erste Klosett erfunden.«Wie hätte ich das Ding nicht kaufen kö

»Alles klar«, kam ich ihm zuvor. »Dafür hab ich eine Dusche.«

»Echt?«Der Barde stand auf. »Seit drei Tagen träume ich davon, mich mal zu waschen…«Ich hielt ihm den Schlüssel hin.

»Kümmer dich inzwischen darum, dass wir zum Wodka was zu essen haben«, meinte Lass froh. »Der Wodka ist garantiert in zehn Minuten eiskalt. Und bei mir dauert's nicht lange.«

Die Tür schlug zu, und ich blieb allein in der fremden Wohnung zurück - in trauter Einsamkeit mit angeschlossenen Verstärkern, bereits geschnittener Wurst und einem riesigen, leeren Kühlschrank. Ach ja!

Niemals hätte ich gedacht, dass in solchen Häusern die ungezwungene, freundschaftliche Atmosphäre einer Wohngemeinschaft herrschen kö

Geh du ruhig auf mein Klo, da

Vermutlich haben die meisten Mieter hier die Wohnung»für die Ewigkeit«gekauft. Mit all dem Geld, das sie sich erarbeitet, zusammengeklaut und geliehen haben.

Erst danach ging den glücklichen Wohnungseigentümern auf, was in einer Wohnung dieser Größe noch alles gemacht werden muss. Und jemanden, der sich hier eine Wohnung gekauft hatte, nahm jede Firma bis aufs letzte Hemd aus. Da

So stand das riesige Haus halb leer, wirkte fast aufgegeben.

Natürlich ist es keine Tragödie, we

Wie viel Menschen wohl tatsächlich im Assol lebten? We

Ein Mieter pro Stockwerk? Wohl eher noch weniger… Wer hat da

Ich versuchte mir vorzustellen, wie Lass mit einer Nagelschere Buchstaben aus der Prawda ausschnitt. Es klappte nicht. Einer wie er hätte sich etwas Originelleres ausgedacht.

Ich schloss die Augen. Stellte mir vor, wie sich der graue Schatten von meinen Lidern auf meine Pupillen legte. Da

Nicht die geringste Spur von Magie. Selbst an der Gitarre nicht, die, auch we

Und das blaue Moos, dieser Parasit des Zwielichts, der von negativen Gefühlen lebt, ließ sich auch nicht entdecken. We