Добавить в цитаты Настройки чтения

Страница 48 из 96

»Arina hat ihre Mission brillant erfüllt«, fuhr Edgar fort. »Die Wachen haben sie sogar belobigt… We

Eine Geschichte, mit der nicht zu spaßen war. Mit einem Nicken nahm ich die Information zur Ke

»Mit der Zeit kamen der Inquisition jedoch Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Arinas Vorgehen«, berichtete Edgar in sachlichem Ton. »Es tauchte der Verdacht auf, sie sei im Zuge ihrer Arbeit von einer der beiden Seiten beeinflusst worden und habe da

»Und von welcher Seite?«

»Der lichten«, antwortete Edgar finster. »Eine Hexe hilft den Lichten - das klingt unwahrscheinlich, nicht wahr? Ebendeshalb hat man sie auch lange Zeit überhaupt nicht in Verdacht gehabt, doch irgendwa

»Worin bestand de

Edgar seufzte. »Manipulation des Bewusstseins von Menschen…«, sagte er da

Ich schnaubte. Welches Interesse sollten die Dunklen de

»Das erstaunt dich?«, brummte Edgar. »Hast du eigentlich eine Ahnung, was so eine Remoralisation bedeutet? »

»Ich habe sie sogar durchgeführt. Bei mir selbst.«

Ein paar Sekunden lang sah Edgar mich überrascht an. Da

»Das ist mir klar«, sagte ich.

»Siehst du, und diese Remoralisation damals war eben nicht ganz relativ. Bestimmten Menschen - von etlichen hast du sicher gehört, aber Namen tun hier nichts zur Sache - ist die kommunistische Ideologie ins Bewusstsein gepflanzt worden.«

»Der moralische Kodex zum Aufbau des Kommunismus«, brummte ich.

»Der war damals noch nicht erfunden«, antwortete Edgar sehr ernst. »Aber etwas in der Art wird es wohl gewesen sein. Diese Menschen fingen an, in völliger Übereinstimmung mit den Normen zu handeln, die als kommunistische Ethik deklariert worden sind.«

»Ich ka

»Die Dunklen wollten sich überzeugen, dass eine oktroyierte, lebensunfähige Ethik zu nichts Gutem führt. Dass die Opfer des Experiments entweder den Verstand verlieren, sterben oder anfangen, entgegen der Remoralisation zu handeln.«

Ich nickte. Was für ein Experiment! Was waren da schon die Naziärzte, die Körper verstümmelten! Hier kamen die Seelen unters Messer…

»Empört dich das Verhalten der Lichten?«, fragte Edgar einschmeichelnd.

»Nein.«Ich schüttelte den Kopf. »Ich bin überzeugt, dass sie diesen Menschen nichts Böses wollten. Sondern darauf hofften, dass ein solches Experiment zum Aufbau einer neuen, einer glücklichen Gesellschaft führt.«

»In der KPdSU bist du nicht gewesen?«Edgar grinste.

»Nur bei den Pionieren. Gut, den Kern des Experiments habe ich verstanden. Aber warum wurde dafür ausgerechnet eine Hexe herangezogen?«

»In diesem Fall war die Anwendung von Hexerei weitaus ökonomischer als der Einsatz von Magie«, erklärte Edgar. »Das Objekt des Experiments waren Tausende von Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem gesellschaftlichen Status. Ka

»Hat sie den ins Trinkwasser gemischt?«

»Ins Brot. Für Arina wurde eine Stelle in einer Brotfabrik besorgt.«Edgar lächelte. »Sie hat eine neue, ökonomische Art des Brotbackens vorgeschlagen, bei der verschiedene Kräuter dazugegeben wurden. Dafür hat sie sogar eine Prämie bekommen. »

»Alles klar. Und welches Interesse hatte Arina daran?«

Edgar schnaubte. Behände sprang er über einen umgestürzten Baum. »Du ka

»Schon möglich…«, murmelte ich. »Das war das Experiment… Und das Ergebnis?«

»Wie es zu erwarten war«, sagte Edgar, wobei in seinen Augen Ironie auffunkelte. »Einige haben den Verstand verloren, sind dem Alkohol verfallen oder haben sich umgebracht. Einige fielen der Verfolgung zum Opfer - weil sie ihren Idealen die Treue hielten. Die Dritten haben schließlich eine Möglichkeit gefunden, die Remoralisation zu umgehen.«

»Die Sichtweise der Dunklen hat also gesiegt?«, staunte ich und blieb sogar stehen. »Trotzdem glaubt die Inquisition, die Hexe habe ihren Zauber auf Befehl der Lichten abgewandelt?«

Edgar nickte.

»Quatsch«, sagte ich und ging weiter. »Absoluter Müll! Die Dunklen haben ihre Sicht faktisch bewiesen. Und ihr behauptet, die Lichten hätten sich etwas zu Schulden kommen lassen.«

»Nicht alle Lichten«, entgegnete Edgar ungerührt. »Nur einer… möglicherweise eine kleine Gruppe. Weshalb, das weiß ich nicht. Aber die Inquisition ist unzufrieden. Die Reinheit des Experiments wurde nicht gewahrt, das Gleichgewicht der Kräfte geriet ins Wanken, irgendeine sehr langfristige und undurchsichtige Intrige ist damit eingeleitet worden…«

»Na klar«, meinte ich nickend. »Haben wir erst mal eine Intrige, kö

»Ich habe keine Namen gena

Er seufzte. Ob er an die Ereignisse im Assol dachte? »Aber ihr wollt hinter die Wahrheit kommen?«, fragte ich.

»Unbedingt!«, erwiderte Edgar entschieden. »Tausende von Menschen wurden gewaltsam zum Licht bekehrt - das ist ein Verbrechen gegen die Tagwache. All diese Menschen haben gelitten - das ist ein Verbrechen gegen die Nachtwache. Die Erlaubnis der Inquisition für ein gesellschaftliches Experiment wurde missbraucht - das ist ein Verbrechen…«

»Schon verstanden«, unterbrach ich ihn. »Mir gefällt diese Geschichte ja auch ganz und gar nicht…«

»Hilfst du mit, die Wahrheit herauszubekommen?«, fragte Edgar. Und lächelte.

»Ja«, antwortete ich ohne zu zögern. »De

Edgar streckte mir die Hand hin, ich ergriff sie. »Ist es noch weit?«, wollte der Inquisitor wissen.

Ich sah mich um. Und erka

»Es ist ganz in der Nähe«, beruhigte ich den Dunklen Magier. »Hauptsache, die Frau ist überhaupt zu Hause…«

Fünf

Die Hexe Arina braute einen Kräutertrank - ganz wie es sich für eine praktizierende Hexe in ihrem Häuschen im Wald gehört. Sie stand an ihrem russischen Ofen mit einer Zange in der Hand, die einen gusseisernen, in grünliche Wolken gehüllten Topf umspa