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Von der Botanikerin fand ich keine Spuren. Freilich, sie ko
Die Spuren der Kinder hatte sie allerdings nicht beseitigt! Warum nicht? Aus Nachlässigkeit? Der berühmte russische Schlendrian? Oder absichtlich? Aber Rätselraten würde ich hier bestimmt nicht veranstalten.
Ich speicherte die Fußabdrücke der Kinder in meinem Gedächtnis ab und trat aus dem Zwielicht. Die Spuren sah ich nun zwar nicht mehr, spürte jedoch, wohin sie führten. Ich ko
Zunächst maskierte ich mich jedoch noch sorgfältig. Natürlich ließ sich das nicht mit jener Schutzhülle vergleichen, die Geser für mich geschaffen hatte. Trotzdem würde mich ein Magier, der schwächer war als ich, für einen Menschen halten. Womöglich überschätzten wir die Kräfte dieser Hexe?
Die erste halbe Stunde sah ich mir meine Umgebung aufmerksam an, betrachtete jedes verdächtige Gebüsch durchs Zwielicht und wirkte hin und wieder einen einfachen Suchzauber. Kurzum, ich ging strikt nach Lehrbuch vor, wie ein disziplinierter Anderer, der eine Razzia durchführt.
Da
Einen Moment lang schwankte ich. Ob ich nicht all die Pilze sammeln, nach Hause bringen und zum Erstaunen von meiner Schwiegermutter und zur Freude Swetlanas auf dem Tisch ausbreiten sollte? Und wie Nadka erst vor Begeisterung jauchzen und gegenüber den Nachbarskindern mit ihrem erfolgreichen Papa angeben würde!
Da
»Sie würden es nicht glauben…«, sagte ich bitter, während ich auf die Pilzlichtung blickte.
Gebratene Steinpilze, o ja, das wär was. Ich schluckte meine Spucke herunter und folgte meiner Spur. Keine fünf Minuten später stieß ich auf ein Holzhäuschen.
Genau wie die Kinder es beschrieben hatten. Ein kleines Haus, winzige Fenster, kein Zaun, kein Schuppen, kein Gemüsegarten. Niemals hätte irgendjemand solche Häuser im Wald errichtet. Selbst das kleinste Waldhüterhäuschen hat noch ein hölzernes Vordach.
»He, Hausherren!«, rief ich. »Holla!«Niemand antwortete.
»Hüttlein, Hüttlein«, murmelte ich. »Den Rücken jetzt zum Walde dreh, damit ich durch die Türe geh…«
Doch die Hütte rührte sich nicht. Außerdem stand sie ohnehin schon mit dem Gesicht zu mir. Plötzlich fühlte ich mich ungeheuer schlau - ganz wie Stirlitz in den Witzen.
Gut, genug der Dummheiten. Ich gehe da jetzt rein, falls die Frau nicht zu Hause sein sollte, warte ich auf sie…
Ich ging auf die Tür zu, berührte die verrostete Eisenklinke -und in diesem Moment, als habe jemand nur darauf gewartet, öffnete sich die Tür.
»Guten Tag«, sagte eine etwa dreißigjährige Frau lächelnd. Eine sehr schöne Frau…
Aus irgendeinem Grund hatte ich sie mir nach den Erzählungen von Romka und Xjuscha älter vorgestellt. Außerdem hatten sie ihre äußere Erscheinung mit keinem Wort erwähnt - und in meinem Kopf hatte sich das typische Bild einer»einfachen Frau«gebildet. Ich Idiot! »Schön«, das hieß für so kleine Kinder»ein prachtvolles Kleid«. In ein oder zwei Jahren würde Xjuscha vermutlich begeistert und verzückt berichten: »Und wie schön die Tante war!«Und als Beispiel Natalia Oreiro oder ein aktuelles Mädchenidol ne
Die Frau trug jedoch bloß Jeans und ein einfaches kariertes Hemd von der Art, wie sie sowohl Mä
Hochgewachsen, aber nur so, dass ein Ma
Bei einer solchen Figur braucht eine Frau kein attraktives Gesicht zu haben. Sie jedoch hatte auch das. Rabenschwarze Haare, große Augen, die lächelten und betörten. Ebenmäßige Gesichtszüge, allerdings mit kleinen Abweichungen vom Ideal, die das Auge zwar gar nicht bemerkte, die es jedoch erlaubten, sie als lebendige Frau zu betrachten und nicht als Kunstprodukt. »Gu-Guten Tag«, flüsterte ich.
Was war mit mir? Man ko
»Sie sind Romans Vater, oder?«, wollte die Frau mit strahlendem Lächeln wissen. »Was?«, fragte ich begriffsstutzig zurück.
Die Frau wurde leicht verlegen. »Entschuldigen Sie… Hier hat sich vor ein paar Tagen ein Junge im Wald verlaufen, den ich zu seinem Dorf zurückgebracht habe. Er hat ebenfalls gestottert… leicht. Da habe ich gedacht…«Na toll! Einfach großartig!
»Normalerweise stottere ich nicht«, murmelte ich. »Normalerweise plapper ich allerlei Unsi
Die»so schöne Frau«lachte. »Und diese Worte? Sind die auch Unsi
»Die Wahrheit«, gestand ich.
»Kommen Sie rein.«Sie machte einen Schritt zur Seite. »Vielen Dank, hier bekomme ich nicht oft Komplimente zu hören…«
»Hier kommen wohl auch nicht oft Leute vorbei«, bemerkte ich, während ich das Haus betrat und mich umsah.
Keine Spuren von Magie. Eine etwas merkwürdige Einrichtung für ein Haus mitten im Wald, aber warum auch nicht. Und in der Tat: ein Bücherschrank mit alten Folianten… Aber die Frau hatte nichts von einer Anderen an sich.
»Hier in der Nähe sind zwei Dörfer«, erklärte die Frau. »Das, zu dem ich die beiden Kinder gebracht habe, und eins, das etwas größer ist. Dort mache ich meine Einkäufe, der Laden hat jeden Tag auf. Aber mit Komplimenten werde ich da nicht überschüttet.«Sie lächelte erneut. »Ich heiße Arina. Nicht Irina, sondern Arina.«
»Anton«, stellte ich mich vor. Um da
»Genau, ihr zu Ehren wurde ich so gena
»Und warum nicht A
»Sie stellen Fragen…«Die Frau schüttelte den Kopf. »Meine Mutter glaubte, all diese Frauen hätten in Puschkins Leben eine verhängnisvolle Rolle gespielt. Sicher, sie dienten ihm als Quelle der Inspiration, aber als Mensch hat er ihretwegen sehr gelitten… Während seine Kinderfrau… Sie hat nichts verlangt, hat Sascha hingebungsvoll geliebt…»