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»Meiner Meinung hat das Lied sich lustig gemacht«, sagte ich. »Über die schlechten Kerle.«
»Danke«, meinte Lass traurig. »Aber das ist die Krux: dass viele das gar nicht kapieren. Die glauben, das ist alles ernst.«
»Da
»Aber sie sind in der Mehrheit«, rief Lass aus. »Und die Kopfprothesen sind noch nicht ausgereift…«
Er griff nach der Flasche, goss Wodka ein. »Komm vorbei, we
»Hat de
»Dem ist jetzt alles egal. Und die Erben kriegen's nicht fertig, die Bude unter sich aufzuteilen.«
Drei
Um vier Uhr morgens kehrte ich in meine Wohnung zurück. Leicht betrunken, aber erstaunlich entspa
Darüber vergessen wir da
Der Barde wusste nichts von den Anderen. Da war ich mir absolut sicher. Und we
Allerdings gab ich mich dieser Illusion gar nicht erst hin. Nicht jeder würde mich reinbitten, nicht jeder würde über Gott und die Welt plaudern. Von den zehn Mietern abgesehen, gab es noch Hunderte von Menschen, die hier arbeiteten: Security-Leute, Installateure, Handwerker, Buchhalter. Niemals kö
Nachdem ich geduscht hatte - in der Duschkabine hing ein komischer Schlauch, aus dem Wasser plätscherte -, kam ich in mein einziges Zimmer. Ich musste schlafen… Morgen früh würde ich mir da
»Hallo, Anton«, klang es vom Fenster herein.
Ich erka
»Guten Abend, Kostja«, erwiderte ich. Guten Abend, das klang irgendwie unangemessen. Aber einem Vampir einen»Schlechten Abend«zu wünschen wäre noch dümmer gewesen.
»Ka
Ich trat ans Fenster. Kostja saß, mit dem Rücken zu mir, auf dem Fensterbrett und baumelte mit den Beinen. Er war splitter-fasernackt. Als wolle er mir beweisen: Ich bin nicht die Fassade hochgeklettert, sondern als riesige Fledermaus an dein Fenster geflogen gekommen. Ein Hoher Vampir. Mit Anfang zwanzig. Ein fähiger Junge…
»Lieber nicht«, lehnte ich ab.
Kostja nickte, fing keinen Streit an. »Anscheinend sind wir auf denselben Fall angesetzt. »
»Ja.«
»Gut.«Kostja drehte sich zu mir um. Lächelte mit weißen Zähnen. »Ich freu mich, dass wir zusammenarbeiten. Aber du hast Angst vor mir, oder? »
»Nein.«
»Ich habe jede Menge gelernt«, prahlte Kostja. Genau wie damals, als er noch ein Kind gewesen war und verkündet hatte: »Ich bin ein schrecklicher Vampir! Ich werde lernen, mich in eine Fledermaus zu verwandeln! Ich werde fliegen lernen!«
»Du hast gar nichts gelernt«, korrigierte ich ihn. »Du hast bloß jede Menge gestohlen.«
»Das sind Wortklaubereien.«Kostja runzelte die Stirn. »Das ist nur eines der üblichen Wortspiele von euch Lichten. Ihr habt mir etwas angeboten, und ich habe es genommen. Irgendwas dagegen?«
»Wir wollen uns doch nicht streiten, oder?«, fragte ich. Und hob die Hand, wobei ich mit den Fingern das Zeichen des Aton andeutete, das gegen alle Untoten feien soll. Schon lange wollte ich mal ausprobieren, ob die alten nordafrikanischen Zauber bei den russischen Dämonen von heute wirken.
Ängstlich starrte Kostja auf das unvollendete Zeichen. Entweder wusste er davon, oder Kraft stürmte auf ihn ein. »Darfst du de
Wütend senkte ich die Hand. »Nein. Aber ich ka
»Das ist nicht nötig. Du brauchst nur ein Wort zu sagen, da
»Da
»Ich möchte nachts nicht allein mit einem nackten Ma
»Wie gefällt dir der T-Shirt-Sammler?«Fragend sah ich Kostja an. »Der aus dem neunten Stock. Er sammelt T-Shirts mit albernen Slogans. »
»Der hat keine Ahnung«, versicherte ich.
»Glaub ich auch.«Kostja nickte. »Acht Wohnungen sind belegt. Bei weiteren sechs tauchen die Mieter ab und an auf. In den übrigen nur äußerst selten. Alle Dauermieter habe ich schon überprüft. »
»Und? »
»Null. Sie wissen nichts von uns.«
Ich erkundigte mich nicht, woher Kostja diese Gewissheit nahm. Immerhin war er ein Hoher Vampir. Die kö
»Die übrigen sechs knöpfe ich mir morgen vor«, kündigte Kostja an. »Besondere Hoffnungen mache ich mir aber nicht. »
»Hast du jemanden in Verdacht?«, fragte ich.
Kostja zuckte die Schultern. »Jeder, der hier wohnt, hat genug Geld und Einfluss, um für einen Vampir oder einen Tiermenschen von Interesse zu sein. Für einen schwachen, gierigen… frisch gebackenen Vertreter dieser Spezies. Auf diese Weise kö
»Wie viele frisch gebackene niedere Dunkle gibt es zurzeit in Moskau?«, wollte ich wissen. Und wunderte mich selbst darüber, wie leicht mir die»niederen Dunklen«über die Lippen gingen. Früher hatte ich nie so von ihnen gesprochen. Da hatten sie mir leid getan.
Kostja reagierte gelassen auf meine Äußerung. In der Tat: ein Hoher Vampir. Konzentriert. Selbstsicher.
»Nicht sehr viele«, wich er aus. »Aber die werden wir überprüfen, da ka
»Bringt der Fall Sebulon auf die Palme?«, fragte ich.
»Geser ist auch nicht gerade die Ruhe in Person«, höhnte Kostja. »Das Ganze ist für alle unangenehm. Nur du nimmst die Sache auf die leichte Schulter.«
»Mir ist nicht klar, was daran so schlimm sein soll«, gestand ich. »Es gibt Menschen, die bereits von unserer Existenz wissen. Nur wenige, aber immerhin. Ein Mensch mehr oder weniger - das ändert doch nichts. We
»Und we
»Da
»We
»Da
»Hör mir mal zu, Anton«, sagte Kostja kopfschüttelnd. »Ich mag dich. Immer noch. Aber manchmal ka
Er streckte sich. An seinen Armen wuchs ein kurzhaariges Fell, seine Haut dunkelte ein und verlor ihre Glätte.
»Nimm dir die Angestellten der Mieter vor«, riet er mit feiner, durchdringender Stimme. »We
Er wandte mir das in der Transformation verzerrte Gesicht zu. »Weißt du, Anton«, meinte er und lächelte abermals. »Nur we