Страница 30 из 55
Zum ersten Mal in seinem Leben flog Valera ins Ausland. Verschiedene Gefühle überfüllten seine Seele. Es war spa
Leb doch , ungewasch ' nes Russland, wohl,
Ein Land der Sklaven, ein Land der Herren,
Leben doch Sie, Gendarmen, wohl,
Und Du, ihnen ergebenes Volk.
Das Gedicht war total unpassend, weil Valera nur für einen Tag nach Türkei flog. Gott sei Dank, man braucht kein Visum, um dieses Land zu besuchen. Valera war auch seiner Sprachke
Valeras Ängste waren überflüssig. Im Flughafen kam Fahrgästen entgegen ein gut aussehender Türke und auf gehobenem Russisch bat sie zu einem Bus, der sie zum Markt fuhr. Es verging nur zwei Jahren seit dem Begi
Valera wurde zum Arik Stepanjans Geschäftspartner befördert und war für Aufkauf der Jeans verantwortlich. Er flog regelmäßig nach Istanbul und machte Geschäfte mit einem Türken namens Alöscha. In hergebrachter in Türkei Weise tranken sie Tee und besprachen Deals. Es wurde herausgestellt, dass der Türke Alöscha überhaupt keiner Türke war, sondern Pomak – Bulgare-Moslem, der sprach Bulgarisch, Türkisch, Russisch, dazu noch Deutsch und Englisch. Alöscha musste mit seiner Familie aus Bulgarien flüchten, als mit dem Kapitalismus Nationalismus und Antiislamismus zusammen kamen. Sie besprachen noch die seltsame Erhöhung des Nationalismus in ehemaligen sozialistischen Ländern, da
Die Probleme mit dem Zoll erlebte Valera in Rostow, als er zum ersten Mal seine Jeans holen wollte. Der Beamte, der die notwendigen Papiere unterschreiben sollte, hielt plötzlich mit der letzten Unterschrift und sah fragend Valera an. Valera guckte seinerseits fragend den Beamten an. Die stille Pause dauerte schon zwei Minuten lang. Der Beamte wurde langsam rot vor Wut. Da
Der Verkauf von Jeans war profitabel genug, um zu leben und noch etwas auf die hohe Kante zu legen. Valera fragte sich aber, ob das Geschäft von Dauer wäre und wie lange noch. Einerseits, er stellte sich seine Karriere nicht so vor, andererseits, als Verkäufer war er eine Niete. Am liebsten fuhr er nach Türkei, um Waren zu kaufen und mit Alöscha zu treffen. Mit den beiden schien es was zu werden. Der Ma
Eines Tagen kamen zwei durchtrainierte schlecht aussehende tätowierte Jungen zum Ariks und Valeras Stand am Markt und gaben ihnen beka
Valera musste wieder neue Wege suchen, um zu überleben. Man brauchte noch keine Physiker in Russland und er kündigte schon seit langem seinen Platz im Institut. Weil Valera noch etwas Geld übrig hatte, versuchte er einen neuen Beruf zu erwerben. Vielleicht sollte er sich als Buchhalter qualifizieren lassen? Ihm schien, dass Buchhaltung nicht so kompliziert wäre, wie man denken kö
Die nächste Firma, in der Valera sich erbötig machte, verkaufte amerikanische Handys Motorola. Die Firma war sehr erfolgreich, Mitarbeiter waren nett, der Lohn hoch. Aber in sechs Monaten verlor der Zoll die ganze Zulieferung der Handys für ein halbes Jahr (der Direktor wollte nicht so viel Schmiergeld zahlen und der Zoll verübte Rache) und Firma ging Pleite. Unser Held fühlte sich wie mit einem Fluch belegt.
Die dritte Firma, die Valera als Buchhalter angestellte, produzierte Mineralwasser. Der Inhaber der Firma, ein Bauingenieur, mietete in Aksaj, eine Stadt nur zehn Kilometer von Rostow entfernt, das Gelände eines Landwirtschaftsbauwerkes, der schon in sowjetische Zeit wegen Vernachlässigung des Naturschutzes in aller Munde war. Man versteckte dort alle Abfälle im Geländeboden. Das Ergebnis dieser kreativen Naturschutzpraktiken war starke Mineralisation des Grundwassers. Nach der Perestroika versuchte man umsonst das Problem zu beheben, bis der Bauingenieur kam. Er machte beka