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In den nächsten Tagen bleibt mir nichts anderes übrig, als lange Spaziergänge mit meiner Tochter zu unternehmen, um nicht ständig an Kenia zu denken. We
Liebe Cori
Hallo, hier ist James. Wie geht es dir? Ich hoffe, deiner Familie und der lieben Schwester Napirai geht es gut. Ich habe deinen traurigen Brief erhalten, der auch mich sehr traurig machte, weil du in ihm schreibst, dass du nun in der Schweiz bist und nicht wieder in unser Dorf zurückkehren wirst. Alle hier in Barsaloi, die dich ke
Cori
Hause, vor allem von Mama, erzählen.
Cori
Ich wünsche dir, dass du einen Platz in der Schweiz oder in Deutschland finden wirst, damit wir weiterhin in Verbindung bleiben kö
Bitte sage deinem Bruder Marc, dass das Problem nicht von meiner Familie kommt, sondern nur von Lketinga. Cori
Freundin sowie Napirai.
Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten
Ich lasse den Brief sinken, der die noch nicht verheilten Wunden wieder aufreißt, und die Tränen strömen los. Trotz allem möchte ich auf keinen Fall, dass man Lketinga in seinem Stamm fallen lässt. Ich fühle mich elend und erneut plagen mich Zweifel. Das teile ich meiner Mutter mit, die gespa
Am Nachmittag schreibe ich James zurück und bedanke mich für sein Vorhaben, Lketinga in Mombasa aufzusuchen. Für ihn ist das eine gigantische Reise. Er ist erst ungefähr 16 Jahre alt und war nur einmal mit uns in Mombasa, als wir vom Samburu-Di strikt wegzogen und die 1.460 Kilometer mit dem Auto zur Küste fuhren. Er begleitete uns, damit Lketinga und er während der holprigen Fahrt abwechselnd Napirai halten ko
Lketinga wird ihm keines schicken, da das Geld aus den Briefumschlägen verschwindet und James als Schüler kein Bankkonto besitzt. Die wenigsten Menschen, die ich dort ke
Napirai hat sich inzwischen an die Kälte gewöhnt und leistet beim Anziehen keinen Widerstand mehr. Von meinem letzten »Notgroschen« kaufe ich uns in den verschiedenen Secondhand-Shops Winterkleider. Ich möchte meine Mutter nicht auch noch finanziell belasten. Es kostet schon genug, uns zu ernähren. Abgesehen davon kauft sie trotzdem ständig etwas für Napirai. Mit dem Hund geht es schon besser, obwohl er manchmal noch etwas unberechenbar reagiert.
Ab und zu versucht meine Mutter, mich zu ermuntern, alte Freunde zu besuchen, damit ich wieder unter Leute komme. Aber ich traue mich nicht mehr, mit ihrem Auto auf den hektischen Straßen, noch dazu mit Rechtsverkehr, zu fahren. Im Busch kam uns während einer mehrstündigen Autofahrt höchstens einmal ein Fahrzeug entgegen. Eher noch waren Elefanten oder Büffel anzutreffen, die den Weg in Beschlag genommen hatten, was durchaus auch zu gefährlichen Situationen führen ko