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»Ich hoffe, du bist nicht auf den Gedanken gekommen, sie anzugreifen…«.warf Zafiro Burman sarkastisch ein. »Sie würden uns in Stücke schießen.«
»Nein!« antwortete er trocken. »So verrückt bin ich nicht!«
»Also was da
»Ihr müßt wissen, daß die Casa de Contratación zu dieser Zeit in La Asunción die meisten Perlen aufbewahrt, die das Jahr über gesammelt worden sind. We
»Sechstausend!« rief einer erstaunt aus. »Nicht möglich.«
Der junge Kapitän Jacare Jack nickte nachdrücklich.
»O doch, we
»Wie soll das gehen?« wollte der erste Steuerma
»Vielleicht weil es keiner aus Margarita versucht hat«, beschwichtigte Sebastian. »Ich verlange nur eins von euch: Habt eine Woche Geduld. Der Rest ist meine Sache.«
»Bist du sicher, daß du nur eine Woche brauchst?« wollte Nick Cararrota wissen.
»Ganz sicher.«
Er kehrte in seine Kajüte zurück, doch wenige Augenblicke später klopfte Lucas Castano an die Tür, trat ein und schloß sie hinter sich.
»Du riskierst verdammt viel«, war das erste, was er sagte. »Na schön, du hast ihnen die Beute schmackhaft gemacht und ka
»We
»Und falls nicht?«
»Da
»Das siehst du ganz richtig!« versicherte der Panamese. »Du hast doch sicher einen Plan?«
»Natürlich.«
Der Panamese nahm auf dem Fensterbrett des großen Achterfensters Platz und musterte seinen unberechenbaren Kapitän wie ein Wesen von einem anderen Stern.
»Noch habe ich nicht herausgefunden, ob du der listigste Fuchs bist, dem ich je begegnet bin, oder der naivste«, murmelte er schließlich und ließ einen tiefen Seufzer hören. »Jedenfalls sitzt du auf dem Kapitänsstuhl, und das Schiff gehört dir. Ich hätte es in tausend Jahren nicht bekommen.«
»Und was heißt das deiner Meinung nach?«
»Entweder bist du wirklich der Schlauste, oder die Einfalt ka
»Na schön! Da
Nach Mitternacht betrat Sebastián Heredia ein weiteres Mal seine Heimatinsel. Nur in Begleitung von Justo Figueroa, einem rachitischen Krummbein, das mehr von einem schwindsüchtigen Straßenhändler als von einem Piraten an sich hatte, begab er sich auf einen Pfad, der sie zum übertriebenerweise sogena
Keiner achtete auf die beiden. In ihren abgerissenen Lumpen unterschieden sie sich kaum von den vielen hungernden Landstreichern, die in diesen Tagen von einem Ort Margaritas zum anderen zogen, um ihr Leben zu fristen. Die Zeiten wurden immer schwieriger, wie Hauptma
Der Verlust der Four Roses und ihrer kostbaren menschlichen Fracht hatte den ohnehin jähzornigen Don Hernando Pedrárias völlig aus der Haut fahren lassen. Um seine Verluste wettzumachen, verstärkte er nunmehr den Druck auf die darbende Inselbevölkerung auf geradezu absurde Weise.
Überall waren Klagen zu hören.
Leise zwar, aber Klagen.
Und Flüche.
Schmähungen und Flüche, die dem »Schwein Pedrárias« und der »Hure Matamoros« galten.
Unter ihresgleichen machten die am Boden zerstörten Margaritenos aus ihrem Herzen keine Mördergrube, we
Die unvorstellbar raffsüchtige Casa de Contratación schien nur ein Interesse zu haben: jedes Jahr noch größere Reichtümer nach Sevilla zu schicken. Millionen fielen dabei für die täglich zahlreicher werdenden unfähigen Schmarotzer ab. Der ehrgeizige Hernando Pedrárias schien alle Übel der Casa so sehr in sich zu vereinen, daß auf Margarita jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft erstorben war.
Viele Einwohner spielten mit dem Gedanken, aufs Festland auszuwandern, auch we
»Die Casa ist wie Gott, der an allen Orten wohnt«, fanden die Skeptiker. »Und we
Im Verlauf der Geschichte mochte es den Menschen gelegentlich gelungen sein, sich mit Gewalt von blutdürstigen Diktatoren oder grausamen Invasoren zu befreien, doch nie hatten sie es geschafft, die stille und unbarmherzige Tyra
Kein Held ko
Auf eine Hürde folgte die nächste, auf einen abweisenden Beamten ein noch unzugänglicherer, auf eine schnelle Ablehnung ein langes Schweigen und auf ein ewiges Schweigen wieder eine brüske Ablehnung.
Ein gordischer Knoten im tiefsten, von einer tausendköpfigen Hydra bewachten Labyrinth wäre leichter zu lösen gewesen als das komplizierte System, das eine unangreifbare Casa de Contratación entwickelt hatte, die sich nur von ihren eigenen Leuten berauben ließ. Es war nämlich kein Geheimnis, daß auf den Frachtbriefen der Schiffe, die man nach Sevilla schickte, nur ein Viertel der tatsächlichen Ladung an Gold und Edelsteinen auftauchte. Nur für dieses Viertel, das durch den Zoll ging, legte die Casa der Krone gegenüber Rechenschaft ab.
Die übrigen drei Viertel teilte die Casa unter sich auf.
Die logische Folge dieses Raubs lag klar auf der Hand: Margarita würde das gleiche Schicksal ereilen wie vor Jahren Hispaniola. Aus der ersten Kolonie der Neuen Welt war inzwischen eine weitgehend entvölkerte Insel geworden, deren Einwohner größtenteils vor dem unerträglichen Druck der Casa geflohen waren.
Einst schickten die steinreichen Zuckermühlen to
Kurioserweise hatte der Ruin des Zuckerhandels die Entstehung einer neuen florierenden Industrie zur Folge. Französische Einwanderer, die sich im äußersten Westen der Insel niedergelassen hatten, entdeckten bald, daß man die Wildschweine jagen und ihr Fleisch wie in der Heimat in einem boucan räuchern ko
So entstand das neue Geschlecht der »Bukaniere«: ungeschlachte, schmutzige und übelriechende Mä
Doch wieder einmal war die habgierige Casa de Contratación nicht bereit, aus ihren unendlichen Fehlern zu lernen. We