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»Einen armen Irren um Rat zu fragen kommt aufs gleiche hinaus, wie einen armen Teufel um Almosen zu bitten: Das einzige, was du erreichst, ist seine Demütigung.«

Daß ein Mensch sich selbst als armen Irren bezeichnete, war eigentlich sehr seltsam, doch hatten die vergangenen fahre, die er mit stumpfsi

Kurz bevor in dieser Nacht ein roter Halbmond am Horizont erschien, nahm Lucas Castano neben dem Jungen aus Margarita am Vordersteven des Schiffs Platz und wollte wissen:

»Und nun?«

Sebastián musterte ihn eisern, um seinerseits zu fragen:

»Wem ka

»Dir selbst.«

»Niemandem sonst?« entsetzte sich der Junge.

»Das scheint dir wenig?« lautete die ironische Antwort. »Was hilft es dir, auf hundert Mä

»Und wer bringt mir das bei?«

»Das lehren sie nicht einmal in Salamanca, mein Sohn. Nicht einmal dort.«

Im Morgengrauen rief der Schotte Sebastián zu sich in die Kajüte.

»Wie hast du dich entschieden?«

»Ich werde das Schiff nehmen.«

»Und die Flagge?«

»Die auch.«

»We

»Warum das de

»We

»Ganz schön raffiniert!«

»Dieses Schiff ist für Seitenwinde wie geschaffen.«

»Was wollt Ihr damit sagen?«

»Wind von achtern hilft allen in gleicher Weise, doch alle Winde auszunutzen gelingt nur den Schlauen.« Er sah ihn von der Seite an. »Wo bewahrst du deine Perlen auf?«

»Auf der Insel.«

»Wir kö

»In England?« entgegnete Sebastian schockiert. »Aber das liegt doch…!«

»Südlich von Schottland«, unterbrach ihn Kapitän Jack belustigt. »Nichts ist perfekt. Nicht einmal meine Heimat…« Er streckte ihm die Hand entgegen, in die Sebastian kräftig einschlug, und schloß: »Also abgemacht, aber das bleibt für den Augenblick lieber unter uns. Einigen wirst du gar nicht gefallen.«

»Und wer sind die?«

»Das mußt du selber rausfinden, und zwar lieber früher als später…«Jacare Jack nickte ihm zum Abschied zu. »Und jetzt sag Lucas, daß er Kurs auf die Insel nehmen soll, und laß mich ausruhen. Jetzt wo ich weiß, daß ich bald zu Hause sein werde, ka

»Habt Ihr noch ein Haus in Aberdeen?«

Traurig schüttelte der Schotte den Kopf.

»Ich bin auf der Straße aufgewachsen und mit zwölf auf mein erstes Schiff gegangen. Jedes Haus, das ich mir dort kaufe, wird mein Haus sein, doch gibt es da eines, unter dessen Portal ich manche Nacht geschlafen habe, von dem habe ich immer geträumt.« Er lächelte bitter. »Dafür brauche ich deine Perlen.«

Wieder zurück an Deck, suchte Sebastián Lucas Castafio, um ihm den Befehl des Schotten zu überbringen. Der Panamese verzog den Mund zu einem spöttischen Lächeln.

»Gehen wir deine Perlen holen?«

»Möglich.«

»Das heißt, daß wir bald einen neuen Kapitän kriegen.«

Der Angesprochene zuckte fast unmerklich mit den Schultern.

»Auch möglich.«

»Gratuliere, Junge!« lautete die ehrliche Antwort des Adjutanten, während er Sebastian herzlich auf die Schultern klopfte. »Und alles Glück der Welt. Du wirst es brauchen…«

Als hielte er damit einen bedeutenden Abschnitt im Leben des Schiffs für beendet, fuhr er den wachhabenden Steuerma

»He, du verdammter Maure! Kurs Nordost!« Und zu den zwei Mä

»Was soll de

»Hier befiehlt der Kapitän und kein Hurensohn… Noch Fragen?«

Es gab keine Fragen mehr, de

Die meisten Schiffe brachen von einem Hafen auf und fuhren irgendwo hin, daher war dort das Leben an Bord von der Notwendigkeit bestimmt, früher oder später das Ziel zu erreichen. Die flüchtige jacare dagegen vagabundierte von einem Ort zum anderen, stets bereit, sich auf ein ahnungsloses Opfer zu stürzen oder eine schnelle Flucht zu unternehmen, we

Ein Überfall war eine Angelegenheit von Stunden, doch eine Beute ko

Man aß, schlief, schrubbte die Decks, schwatzte oder spielte Karten, wohl wissend, daß das harte Geschäft der Piraten in erster Linie langweilige Routine bedeutete. Aufgrund der langen Mußestunden eri

Sebastián Heredia fing an, jeden einzelnen unter die Lupe zu nehmen, um herauszufinden, wer von ihnen auf die verlockende Idee kommen kö

Als die sichere Zuflucht der Grenadinen schon in Sichtweite war, weihte er den Kapitän in seine Gedanken ein. Der beschränkte sich darauf, mit beiden Händen anzudeuten, wie gleichgültig ihm das war.

»Sobald dir das Schiff gehört, ka

»Und we

»Da

Das war eine seltsame Lebensanschauung, aber Sebastián Heredia mußte zugeben, daß es anders tatsächlich nicht ging, we

We