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Andrew »Poke« Freeman, der nur wegen Körperverletzung saß, wurde im April 1989 entlassen. Er hatte ein Bett neben Lloyd Henreid gehabt und ihm erzählt, falls Lloyd an einem großen Ding interessiert sei, wüßte er was Interessantes in Vegas. Lloyd war interessiert. Lloyd wurde am 1.Juni entlassen. Sein Verbrechen, in Reno begangen, war versuchte Vergewaltigung. Die Dame war ein Showgirl auf dem Heimweg gewesen und hatte Lloyd eine Ladung Tränengas in die Augen gesprüht. Er war froh, daß er nur zwei bis vier Jahre bekommen hatte, Untersuchungshaft angerechnet, und Erlaß wegen guter Führung. In Brownsvi lle war es so verdammt heiß, daß es unmöglich war, sich nicht gut zu führen. Er nahm einen Bus nach Las Vegas, und Poke erwartete ihn an der Endstation. Und da
»Ja«, sagte Lloyd. »Hört sich gut an.«
Am nächsten Tag besuchten Poke und Lloyd den Göttlichen George, einen netten, eins achtzig großen Ma
Lloyd waren Zweifel an dem Geschäft gekommen, aber Poke hatte ihn ein zweites Mal überredet. Darin war Poke gut. George bestellte sie für nächsten Freitag gegen sechs Uhr abends in sein Haus.
»Tragt um Himmels willen Masken«, sagte er .»Und schlagt mir die Nase blutig und ein blaues Auge. Mein Gott, ich wollte, ich hätte mich nie drauf eingelassen.«
Der große Abend kam. Poke und Lloyd fuhren mit dem Bus zur Ecke der Straße, wo George wohnte, und zogen vor seiner Haustür Skibrillen auf. Die Tür war verschlossen, aber, wie George versprochen hatte, nicht sehr gründlich. Unten war ein Hobbyraum, und dort stand George vor einer großen Tüte Marihuana. Die Tischte
»Mein Gott, mein Gott, hätte ich mich bloß nie darauf eingelassen«, sagte er immer wieder, als Lloyd ihm die Füße mit einer Wäscheleine fesselte und Poke ihm die Hände mit Tesapack verschnürte. Da
»Mein Gott«, rief George. »Mußte es so fest sein?«
»Du hast doch gewollt, daß es echt wirkt«, eri
»Weißt du was, alter Junge?« fragte Poke und hielt i
»Nee«, sagte Lloyd und kicherte nervös. »Überhaupt nichts.«
»Ich frage mich, ob old George ein Geheimnis für sich behalten ka
Für Lloyd war das eine völlig neue Überlegung. Er sah den Göttlichen George eine lange Minute hart an. Georges Augen quollen plötzlich entsetzt aus den Höhlen.
Da
Poke lächelte. »Oh, er kö
George schüttelte wild den Kopf, seine Augen waren große Os des Entsetzens.
Die Waffen waren jetzt in einem großen Wäschesack aus derbem Leinen, den sie unten im Badezimmer gefunden hatten. Lloyd hob den Beutel nervös auf und sagte: »Was meinst du, sollen wir machen?«
»Ich denke, wir sollten ihn pokerisieren, alter Junge«, sagte Poke bedauernd. »Einzige Möglichkeit.«
Lloyd sagte: »Verdammt hart, wo er uns die Sache doch gesteckt hat.«
»Die Welt ist hart, Junge.«
»Ja«, seufzte Lloyd, und sie gingen zu George hinüber.
-»Mfff«, sagte George, und wieder schüttelte er wild den Kopf.
»Mmmmmmmm! Mmmmmmmff!«
»Ich weiß«, beruhigte Poke ihn. »Scheiße, was? Tut mir leid, George. Ehrlich. Ist nichts Persönliches, vergiß das nicht. Halt seinen Kopf fest, Lloyd.«
Das war leichter gesagt als getan. Der Göttliche George zuckte wie verrückt mit dem Kopf hin und her. Er saß in der Ecke seines Hobbyraums, und die Wände waren aus Ziegelsteinen, und er schlug ständig mit dem Kopf dagegen, schien es aber nicht einmal zu spüren.
»Halt ihn fest«, sagte Poke gelassen und riß noch einen Klebestreifen von der Rolle.
Schließlich packte Lloyd ihn an den Haaren und schaffte es, seinen Kopf so lange ruhig zu halten, daß Poke ihm den zweiten Streifen säuberlich über die Nase kleben ko
Poke kniete sich neben George und fühlte seinen Puls.
»Und?« sagte Lloyd.
»Tickt nur noch seine Uhr, alter Junge«, sagte Poke. »Da wir gerade davon sprechen...« Er hob Georges Arm und sah die Uhr an. »Nee, nur 'ne Timex. Ich dachte, es wäre 'ne Casio oder so was.« Er liess Georges Arm fallen.
George hatte die Autoschlüssel in der Hosentasche. Und oben in einem Schrank fanden sie ein Skippy-Erdnußbutterglas, das zur Hälfte mit Zehncentstücken gefüllt war. Sie nahmen das Geld mit. Zwanzig Dollar und sechzig Cents in Zehncentstücken.
Georges Auto war ein asthmatischer alter Mustang mit einem popeligen Vierganggetriebe, beschissenen Stoßdämpfern und Reifen, die so glatzköpfig waren wie Telly Savalas. Sie verließen Vegas auf der US 93 und fuhren in südöstlicher Richtung nach Arizona. Gegen Mittag des nächsten Tages, vorgestern, hatten sie Phoenix auf Landstraßen umfahren. Gestern gegen neun Uhr hatten sie vor einem schäbigen alten Laden zwei Meilen hinter Sheldon auf dem Arizona Highway 75 gehalten. Sie waren in den Laden eingedrungen und hatten den Inhaber pokerisiert, einen älteren Herrn mit einem Versandhausgebiß. Sie erbeuteten dreiundsechzig Dollar und den Kleintransporter des alten Tattergreises. Heute morgen waren zwei Reifen des Kleintransporters geplatzt. Zwei Reifen gleichzeitig, und keiner von ihnen ko