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Stu sagte nichts. Er war fassungslos.

»Aber ich bin nicht hergekommen, um Ihnen zu drohen. Wir sind dringend auf Ihre Mithilfe angewiesen, Mr. Redman. Wir brauchen Sie.«

»Wo sind die anderen Leute, die mit mir hergebracht wurden?«

Deitz zog ein Blatt Papier aus der Tasche. »Victor Palfrey, verstorben. Norman Bruett, Robert Bruett, verstorben. Thomas Wa

Die Namen wirbelten in Stus Kopf. Chris, der Barkeeper. Er hatte immer eine abgesägte Louisville-Schrotflinte unter dem Tresen gehabt, und der Trucker, der glaubte, Chris würde die im Notfall nicht benützen, hätte eine böse Überraschung erleben kö

» Alle?« hörte er sich sagen. »Ralphs ganze Familie

Deitz drehte das Blatt um. »Nein, da ist noch ein kleines Mädchen. Eva. Vier Jahre alt. Sie lebt.«

»Und wie geht es ihr?«

»Tut mir leid, das ist geheim.«

Wut durchfuhr ihn, mit der ganzen Unerwartetheit einer freudigen Überraschung. Er sprang auf, packte Deitz am Kragen und schüttelte ihn. Aus den Augenwinkeln sah er erschrockene Bewegungen hinter den Doppelscheiben. Schwach, durch Entfernung und nahezu schalldichte Wände gedämpft, hörte er eine Sirene aufheulen.

»Was habt ihr gemacht?« brüllte er. »Was habt ihr nur gemacht? Um Gottes willen, was habt ihr gemacht?«

»Mr. Redman -«

»Hm? Zum Teufel, was habt ihr gemacht?«

Die Tür ging zischend auf. Drei große Mä

Deitz starrte sie an und fauchte: »Machen Sie, daß Sie rauskommen!«

Die drei Mä

» Unsere Befehle...«

»Raus hier, dasist ein Befehl!«

Sie zogen sich zurück. Deitz setzte sich ruhig aufs Bett. Sein Kragen war zerknittert, das Haar hing ihm in die Stirn. Das war alles. Er sah Stu ruhig, beinahe gleichgültig an. Einen wilden Augenblick überlegte Stu, ihm den Nasenfilter herunterzureißen; aber da

»Jesus, steh mir bei«, murmelte er.

»Hören Sie zu«, sagte Deitz. »Ich bin nicht dafür verantwortlich, dass Sie hier sind. Auch De

»Wer da

.»Niemand«, sagte Deitz und lächelte. »In diesem Fall erstreckt sich die Verantwortlichkeit in so viele Richtungen, daß sie unsichtbar ist. Es war ein Unfall. Er hätte auf jede erdenkliche Weise geschehen kö

»Schöner Unfall«, sagte Stu beinahe flüsternd. »Was ist mit den anderen? Hap und Hank Carmichael und Lila Bruett? Ihrem Sohn Luke? Monty Sullivan -«

»Geheim«, sagte Deitz. »Wollen Sie mich noch mal schütteln? We

Stu sagte nichts, aber der Blick, mit dem er Deitz ansah, veranlaßte diesen plötzlich, den Kopf zu senken und nervös an den Bügelfalten zu zupfen.

»Sie leben«, sagte Deitz, »und irgendwa

»Was ist mit Arnette?«

»Unter Quarantäne.«

»Wer ist dort gestorben?«

»Niemand.«

»Sie lügen.«

»Tut mir leid, daß Sie das denken.«

»Wa

»Das weiß ich nicht.«

»Geheim?« fragte Stu verbittert.

»Nein, nur unbeka

»Ka

Deitz lächelte. »We

»Das ka

Deitz schüttelte nachdrücklich den Kopf. »Ich glaube nicht.«

Stu lächelte ihn trocken an. »Haben Sie Angst, ich würde mir die Kehle durchschneiden ?«

»Sagen wir einfach...«

Stu unterbrach ihn mit hartem, trockenem Husten. So schlimm, dass er sich krümmte.

Das hatte auf Deitz eine elektrisierende Wirkung. Er schoß vom Bett hoch und zur Luftschleuse, ohne daß seine Füße den Boden zu berühren schienen. Da

»Nicht nötig«, sagte Stu lächelnd. »Das war nur getürkt.«

Deitz drehte sich langsam um. Jetzt hatte sich sein Gesichtsausdruck verändert. Die Lippen waren wütend zusammengekniffen, die Augen stechend.

»Das war was

»Vorgetäuscht«, sagte Stu. Sein Lächeln wurde breiter. Deitz ging unsicher zwei Schritte auf ihn zu. Er ballte die Fäuste, öffnete sie und ballte sie wieder. »Aber warum? Warum machen Sie das?«

»Tut mir leid«, sagte Stu lächelnd. »Das ist geheim.«

»Sie beschissener Hurensohn«, sagte Deitz mit leisem Staunen.

»Gehen Sie. Gehen Sie raus und sagen Sie den anderen, daß sie mit ihren Untersuchungen fortfahren kö

In dieser Nacht schlief er so gut wie seit seiner Einlieferung nicht mehr. Und er hatte einen äußerst lebhaften Traum. Er hatte schon immer viel geträumt - seine Frau hatte sich beschwert, daß er im Schlaf um sich schlug und murmelte -, aber so einen Traum hatte er noch nie gehabt.

Er stand am Rande einer Landstraße, genau an der Stelle, wo der schwarze Asphalt von weißem Sand abgelöst wurde. Eine sengende Sommerso

Hier sollte ich herkommen, dachte Stu verschwommen. Ja, das ist der Ort.

Welches Lied war das? »Beautiful Zion«? »The Fields of My Father's Home« ? »Sweet Bye and Bye« ? Ein Gospelsong, den er noch aus seiner Kindheit ka

Er schaute, und er sah zwei glühende rote Augen tief im Schatten. Diese Augen lahmten ihn und erfüllten ihn mit dem hoffnungslosen Entsetzen, das ein Huhn vor einem Wiesel empfindet. Er, dachte Stu. Der Ma

Da

14

Es war Viertel vor zwölf. Die Dunkelheit draußen drückte gleichmäßig gegen das winzige Fenster. Deitz saß allein in seinem Bürokabuff, hatte die Krawatte aufgezogen und den Kragenknopf geöffnet. Die Füße hatte er auf dem unpersönlichen Metallschreibtisch liegen, und er hielt ein Mikrofon in der Hand. Auf dem Schreibtisch drehten sich die Spulen eines alten WollensakTonbands unablässig.