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»Sieh dir das an!« kreischte Carla fast triumphierend. Die Tränen hatten schwarze Ringe unter ihre Augen gemalt und Spuren durch das Make-up gezogen. Sie sah entstellt und halb von Si

»Sieh dir das an, du hast den Teppich ruiniert, den Teppich deiner Großmutter...«

Sie saß benommen auf dem Boden und hielt sich den Kopf, weinte immer noch und wollte ihrer Mutter sagen, daß es nur Wasser war, aber inzwischen war sie vollkommen entnervt und nicht mehr sicher. War es nur Wasser? Oder Urin? Was?

Carla Goldsmith bewegte sich wieder mit der ihr eigenen unheimlichen Geschwindigkeit, riß die Vase hoch und hielt sie Fra

»Ich will nicht hierbleiben«, murmelte Fra

»Und wohin willst du? Zu ihm? Das bezweifle ich.«

»Wahrscheinlich zu Bobbi Rengarten in Dorchester oder zu Debbie Smith in Somersworth.« Fra

»Mich nichts angehen?« wiederholte Carla, die immer noch die Vase hielt. Ihr Gesicht war aschfahl. » Michnichts angehen? Du undankbares kleines Flittchen

Sie schlug Fra

»Das ist der Dank dafür, daß wir dich auf eine gute Schule geschickt haben«, sagte Carla, die die Zähne zu einem unbarmherzigen und furchteinflößenden Grinsen entblößt hatte. »Jetzt wirst du nie deinen Abschluß machen. We

»Ich werde ihn nicht heiraten. Und ich werde das Studium nicht aufgeben. «

Carlas Augen wurden groß. Sie sah Fra

»Ich werde das Kind bekommen. Ich muß das Frühjahrssemester ausfallen lassen, aber ich ka

»Und wovon willst du es beenden? Von meinem Geld? We

» Unterstützung

»Du hast nicht das kleinste bißchen Schamgefühl! Du denkst einzig und allein an dich selbst!« brüllte Carla. »Mein Gott, was du deinem Vater und mir nur antust! Es wird deinem Vater das Herz brechen und...«

»Mein Herz ist nicht gebrochen.« Peter Goldsmiths ruhige Stimme drang von der Tür herein, und sie drehten sich beide um. Er stand unter der Tür, aber nicht im Zimmer; seine Stiefelspitzen waren genau dort, wo der Teppichboden des Salons dem billigeren der Diele wich. Fra

»Was machst du de

»Ich habe die Schicht mit Harry Masters gewechselt«, sagte Peter.

»Fran hat es mir schon gesagt, Carla. Wir werden Großeltern.«

» Großeltern!« kreischte sie. Sie stieß ein häßliches, verwirrtes Lachen aus. »Überlaß das mir. Sie hat es dir zuerst gesagt, und du hast es mir verschwiegen. Na gut. Ich habe nichts anderes von euch erwartet. Aber jetzt mache ich diese Tür zu, und wir beide machen es unter uns aus.«

Sie lächelte Fra

»Nur wir... Mädchen.«

Sie legte die Hand auf den Knauf der Salontür und schob sie zu. Fra

Peter streckte langsam und widerwillig die Hand aus und hielt die Tür auf halbem Weg fest.

»Peter, ich verlange, daß du das mir überläßt.«

»Das weiß ich. Früher habe ich es auch immer dir überlassen. Aber diesmal nicht, Carla.«

»Das ist nicht deineSache.«

Er antwortete ruhig: »Doch.«

»Daddy...«

Carla drehte sich zu ihr um, ihr aschfahles Gesicht war mittlerweile über den Wangenknochen rot tätowiert. » Sprich nicht mit ihm!« schrie sie. »Heute hast du es nicht mit ihm zu tun! Ich weiß, du hast ihn immer für deine verrückten Hinfalle begeistern oder süßholzraspelnd auf deine Seite bringen kö

»Sei still, Carla.«

»Geh raus!«

»Ich bin nicht dri

»Verspotte mich nicht! Hinaus aus meinem Salon!«

Damit drückte sie gegen die Tür, senkte den Kopf und preßte mit den Schultern, bis sie wie ein seltsamer Stier in menschlicher, weiblicher Gestalt aussah. Er hielt ihr anfangs mühelos stand, da

Fra

»Hinaus! Hinaus aus meinem Salon! Hinaus! Hinaus! Hinaus! Du elender Drecksack, laß die verdammte Tür los und GEH RAUS!«

Da schlug er sie.

Es war ein schwacher, fast unbedeutender Laut. Die Großvateruhr zerfiel nicht entrüstet zu Staub, als sie ihn hörte, sondern tickte einfach weiter, wie sie es immer getan hatte, seit sie gebaut worden war. Das Mobiliar stöhnte nicht auf. Aber Carlas wütende Worte verstummten, als wären sie mit dem Skalpell abgeschnitten worden. Sie fiel auf die Knie, und die Tür schwang ganz auf und stieß leise polternd gegen den hohen viktorianischen Stuhl mit den selbstgestickten Polstern.

»Nein, o nein«, sagte Fra

»Das ist schon seit zehn Jahren oder länger fällig«, sagte Peter. Seine Stimme klang ein klein wenig unsicher. »Ich habe mir immer gesagt, daß ich es nicht mache, weil ich nicht zu denen gehöre, die Frauen schlagen. Immer noch nicht. Aber we

»Daddy...«

»Still, Fra

»Du sagst, daß sie egoistisch ist«, sagte Peter, der immer noch in das starre, schockierte Gesicht seiner Frau sah. »Dabei bist du diejenige. Du hast dich nicht mehr um Fra

Er streckte die Hand aus und half ihr hoch. Sie stand auf wie eine Schlafwandlerin. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich nicht; die Augen waren immer noch groß und fassungslos. Die Unbarmherzigkeit stand noch nicht wieder darin, aber Fra