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»Was ist los?«

»Mutter Abagail«, sagte Glen leise.

»Tot?«

»Gott behüte, ich wünschte fast, sie wäre es. Sie will uns sehen.«

»Uns beide?«

»Uns fünf. Sie...« Seine Stimme wurde rauh und heiser. »Sie wußte, daß Nick und Susan tot sind, und sie wußte, daß Fran im Krankenhaus ist. Ich weiß nicht wie, aber sie wußte es.«

»Und sie will das Komitee sehen?«

»Was davon übrig ist. Sie liegt im Sterben, und sie sagt, daß sie uns etwas mitzuteilen hat. Aber ich weiß nicht, ob ich es hören will.«

Die Nacht draußen war kalt - nicht nur frisch, sondern kalt. Die Jacke, die Stu aus dem Schrank geholt hatte, tat gut, und er machte den Reißverschluß bis oben zu. Oben stand ein frostiger Mond am Himmel; er mußte an Tom denken, der Anweisung hatte, bei Vollmond zu ihnen zurückzukommen. Dieser Mond war erst kurz nach dem ersten Viertel. Gott allein wußte, wo dieser Mond auf Tom hinuntersah, auf Dayna Jürgens, auf Richter Farris. Gott wußte, er sah auf seltsame Geschehnisse hier unten herab.

»Ich habe Ralph zuerst geweckt«, sagte Glen. »Ich habe ihm gesagt, er soll Fra

»We

»Dies ist ein besonderer Fall, Stu.«

»Für jemanden, der nicht hören will, was die alte Frau zu sagen hat, bist du verdammt erpicht darauf, es ihr recht zu machen.«

»Ich habe Angst, es  nicht zu tun«, sagte Glen.

Der Jeep fuhr zehn Minuten nach drei vor Larrys Haus vor. Es war hell erleuchtet - keine Gaslampen mehr, sondern gutes elektrisches Licht. Auch jede zweite Straßenlaterne bra

Als sie aus dem Jeep stiegen, bogen Scheinwerfer um die Ecke. Es war Ralphs klappriger alter Lastwagen, und er fuhr bis an den Kühler des Jeeps. Ralph stieg aus, und Stu eilte zur Beifahrerseite, wo Fran saß, mit einem gesteppten Sofakissen im Rücken.

»Hallo, Baby«, sagte er leise.

Sie nahm seine Hand. Ihr Gesicht war eine blasse Scheibe in der Dunkelheit.

»Schlimme Schmerzen?« fragte Stu.

»Es geht. Ich habe ein paar Advil genommen. Aber verlang nicht, daß ich Sprünge mache.«

Er half ihr aus dem Wagen, und Ralph nahm ihren anderen Arm. Beide sahen sie zusammenzucken, als sie vom Auto wegging.

»Soll ich dich tragen?«

»Nicht nötig. Aber leg den Arm um mich, hm?«

»Klar doch.«

»Und mach langsam. Wir Großmütterchen kö

Sie gingen mehr schlurfend als gehend hinten um Ralphs Lastwagen herum. Als sie auf dem Gehweg waren, sah Stu, daß Ralph, Glen und Larry in der Tür standen und ihnen entgegensahen. Gegen das Licht sahen sie wie aus schwarzer Pappe ausgeschnittene Gestalten aus.

»Was meinst du, worum geht es?« murmelte Fra

Stu schüttelte den Kopf. »Keine Ahnung.«

Sie gingen den Weg entlang, Fra

»Es tut mir wahnsi

»Ich bin bei ihr gesessen und ab und zu eing enickt. Wir haben Wache gehalten.«

»Ja. Ich verstehe«, sagte Fra

»Lucy war etwa eine Stunde im Bett. Ich bin aus meinem Dösen hochgeschreckt und - Fran, ka

Fran schüttelte den Kopf und lächelte angestrengt. »Nein, ich komme zurecht. Mach weiter.«

»... und sie hat mich angesehen. Sie ka

»Danke, Liebes«, sagte Larry.

Lucy sah unsicher aus. »Soll ich mit euch rein? Oder ist es geheim, wie das Komitee?«

Larry sah Stu an, der leise sagte: »Komm nur mit. Ich habe so eine Ahnung, als würden keine großen Enthüllungen mehr kommen.«

Fra

»Sie wird es uns sagen«, sagte Ralph plötzlich. »Mutter wird es uns sagen. Kein Grund zur Ungeduld.«

Sie gingen zusammen hinein, und Mutter Abagail sah sie mit ihren hellen, sterbenden Augen an.

Fran wußte um die körperliche Verfassung der alten Frau, aber es war de

Aber die Augen hatten sich nicht verändert. Sie waren sanft und gütig und menschlich. Das war eine Erleichterung, aber de

  Der Mensch denkt, Gott lenkt.

»Setz dich, kleines Mädchen«, flüsterte Mutter Abagail. »Du hast Schmerzen.«

Larry führte sie zu einem Sessel, und Fran setzte sich mit einem dü

»Ja... wie...«

»Pssst...«

Schweigen senkte sich über den Raum, tiefes Schweigen. Fasziniert, hypnotisiert sah Fran die alte Frau an, die zuerst in ihren Träumen und da

»Schau aus dem Fenster, kleines Mädchen.«

Fran wandte den Kopf zum Fenster, wo Larry vor zwei Tagen gestanden und die versammelten Menschen beobachtet hatte. Sie sah keine erdrückende Dunkelheit, sondern ruhiges Licht. Es war nicht der Widerschein des Zimmers; es war das Licht des dämmernden Morgens. Sie sah das schwache, leicht verzerrte Bild eines Kinderzimmers mit karierten Vorhängen. Dort stand ein Kinderbett -  aber es war leer. Dort stand ein Laufstall - leer. Ein Mobile aus hellen Plastikschmetterlingen -  nur vom  Wind bewegt. Grauen legte seine kalten Hände um ihr Herz. Die anderen sahen es ihrem Gesicht an, verstanden es aber nicht; sie sahen nur ein von der Straßenlaterne erhelltes Stück Rasen durch das Fenster.

»Wo ist das Baby?« fragte Fran heiser.

»Stuart ist nicht der Vater des Babys, kleines Mädchen. Aber sein Leben liegt in Stuarts und in Gottes Händen. Der Junge wird vier Väter haben. We

»We

»Das hat Gott vor meinen Augen verborgen«, flüsterte sie.