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Fran nahm ein Kleenex-Tuch und hielt es krampfhaft fest. »Ich habe gespürt, wie es sich bewegt... aber das ist schon eine Weile her. Seitdem nichts mehr. Ich hatte Angst...«
»Es lebt, aber ich bezweifle, daß Sie gespürt haben, wie es sich bewegte. Das waren wahrscheinlich Blähungen.«
»Es war das Baby«, sagte Fran leise.
»Nun, ob oder ob nicht, es wird sich in Zukunft oft bewegen. Sie werden Anfang bis Mitte Januar niederkommen. Wie hört sich das an?«
»Gut.«
»Essen Sie richtig?«
»Ich glaube - ich gebe mir alle Mühe.«
»Gut. Keine Übelkeit?«
»Am Anfang hin und wieder, aber das ist vorbei.«
»Wunderbar. Haben Sie genug Bewegung?«
Einen alptraumhaften Augenblick mußte sie daran denken, wie sie das Grab ihres Vaters ausgehoben hatte. Sie blinzelte die Vision fort. Das war ein anderes Leben gewesen. »Ja, viel.«
»Haben Sie zugenommen?«
»Ungefähr fünf Pfund.«
»Sie dürfen noch zwölf Pfund zunehmen; ich bin heute großzügig.«
Sie grinste. »Sie sind der Arzt.«
»Ja, und ich war Geburtshelfer, Sie sind also in den richtigen Händen. Befolgen Sie den Rat Ihres Arztes, und alles wird gut. Übrigens, was Fahrräder, Motorräder und Mopeds anbetrifft, etwa ab, sagen wir 15. November, nein nein. Um die Zeit fährt sowieso niemand mehr damit. Zu kalt. Sie rauchen oder trinken nicht übermäßig, oder?«
»Nein.«
»Hin und wieder einen Schlummertrunk, dagegen ist nichts einzuwenden. Ich werde Ihnen Vitamintabletten verschreiben, die kö
Fra
»Habe ich etwas Komisches gesagt?«
»Nein. Unter den Umständen hat es sich nur komisch angehört.«
»Oh! Ja, ich verstehe. Jedenfalls ka
»Nein, warum?« fragte Fra
»Nein«, sagte sie noch einmal.
»Gut. Das war's.« Erstand auf. »Ich werde Ihnen nicht sagen, dass Sie sich keine Sorgen machen sollen...«
»Nein«, stimmte sie zu. Das Lachen war aus ihren Augen verschwunden. »Lieber nicht.«
»Aber ich möchte Sie bitten, sich möglichst wenig Sorgen zu machen. Übermäßige Aufregung der Mutter ka
»Nein, nicht nötig«, sagte Fran, aber als sie in die heiße Mittagsso
Am neunundzwanzigsten August trafen drei Gruppen ein, eine mit zweiundzwanzig Mitgliedern, eine mit sechzehn und eine mit fünfundzwanzig. Sandy DuChiens besuchte alle sieben Mitglieder des Komitees und teilte ihnen mit, daß die Freie Zone jetzt über tausend Einwohner hatte.
Boulder glich nicht mehr so sehr einer Geisterstadt.
Am Abend des dreißigsten stand Nadine in Harolds Keller, beobachtete ihn und hatte ein ungutes Gefühl.
We
Im Keller stand ein altes Tischhockeyspiel, und Harold arbeitete auf dessen durchlöcherter Oberfläche. Neben ihm lag ein aufgeschlagenes Buch. Auf der aufgeschlagenen Seite war ein Diagramm zu sehen. Er betrachtete das Diagramm eine Weile, da
»Weißt du«, sagte er abwesend, »du solltest Spazierengehen.«
»Warum?« Sie war ein wenig gekränkt. Harolds Gesicht war angespa
»Weil ich nicht weiß, wie alt dieses Dynamit ist«, sagte Harold.
»Was meinst du damit?«
»Altes Dynamit schwitzt, Herzblatt«, sagte er und sah zu ihr hoch. Sie bemerkte, daß der Schweiß ihm nur so über das Gesicht lief, als wollte er seine Aussage bestätigen. »Es transpiriert, um taktvoll zu sein. Und was es transpiriert, ist reines Nitroglyzerin, eine der instabilsten Substanzen der Welt. We
»Deshalb mußt du nicht gleich so patzig sein«, sagte Nadine.
»Nadine? Ma chère?«
»Was?«
Harold sah sie ruhig und ohne zu lächeln an. »Halt dein verdammtes Maul.«
Sie gehorchte, aber sie machte keinen Spaziergang, obwohl sie es gern getan hätte. We
Genug, sagte sie sich, er hat genug. Aber sie war nicht sicher, und sie wurde zunehmend unruhig. Sie war noch einmal in ihr Haus zurückgegangen, und Joe war verschwunden gewesen - diesmal endgültig. Sie hatte Lucy aufgesucht und den kühlen Empfang lange genug ertragen, um zu erfahren, daß Joe (Lucy na
Vergiß es, am besten läßt du ihn völlig in Ruhe, nachdem du dich auf diese Obszönität eingelassen hast. Du würdest ihm nur schaden... und dir wahrscheinlich auch, weil Joe... sieht, weiß. Laß ihn aufhören, Joe zu sein, laß mich aufhören, Nadine-Mom zu sein. Lass ihn wieder Leo sein, für immer.
Aber das Paradoxon war unerbittlich. Sie glaubte nicht, daß auch nur einer der Zone länger als ein Jahr zu leben hatte, und dazu gehörte auch der Junge. Es war nicht sein Wille, daß sie lebten...
... also die Wahrheit, nicht nur Harold ist sein Instrument. Du bist es auch. Du, die einst Moral als die unverzeihlichste Sünde der Welt nach der Seuche definiert hat...
Plötzlich wünschte sie sich, das Dynamit würde alt sein und sie beide in die Luft sprengen und ihnen ein Ende bereiten. Ein gnädiges Ende. Und da
»So«, sagte Harold sanft. Er hatte den Apparat in einem HushPuppiesSchuhkarton verstaut und beiseite gestellt.
»Ist es fertig?«
»Ja. Fertig.«
»Wird es funktionieren?«
»Willst du es ausprobieren?« Seine Worte klangen bitter sarkastisch, aber jetzt machte ihr das nichts aus. Er betrachtete sie wieder mit diesem gierigen, tastenden Schuljungenblick, den sie schon ka