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Er sah sie sprachlos an - außerstande zu sprechen.
»Aber eines mußt du wissen.« Sie legte sanft eine Hand auf ihn. »Du hast mir gesagt, du bist eine Jungfrau. Nun, ich auch.«
»Du...« Sein fassungsloser Gesichtsausdruck mußte komisch gewesen sein, de
»Ist in deiner Philosophie kein Platz für Jungfräulichkeit, Horatio?«
»Nein... doch... aber...«
»Ich bin eine Jungfrau. Und das werde ich auch bleiben. De
»Wem?«
»Du weißt, wem.«
Er sah sie an und fror plötzlich am ganzen Körper. Sie gab den Blick unbewegt zurück.
» Ihm?«
Sie wandte sich halb ab und nickte.
»Aber ich ka
Bilder wirbelten schwindlig durch seinen Verstand. Seidenschals... Stiefel... Leder... Gummi. Herrgott. Phantasien eines Schulknaben. Eine unheimliche Art sexuelles Solitaire. Aber es war alles irgendwie ein Traum, nicht? Eine von einer Phantasie gezeugte Phantasie, die Ausgeburt eines dunklen Traums. Er wollte alles, wollte sie, aber er wollte noch mehr.
Die Frage war, mit wieviel würde er sich begnügen?
»Du ka
Wie das in seinem Verstand hallte! Wie es ihn berauschte!
Er machte den Mund auf, und die Stimme, die herauskam, war so tonlos wie eine Glocke mit Sprung. »Aber für einen Preis. Ist es nicht so? Für einen Preis. Weil nichts umsonst ist. Nicht einmal jetzt, wo alles herumliegt und nur darauf wartet, daß man es aufhebt.«
»Ich will, was du willst«, sagte sie. »Ich weiß, was in deinem Herzen ist.«
»Das weiß niemand.«
»Was in deinem Herzen ist, steht in deinem Hauptbuch. Ich kö
Er zuckte zusammen und sah sie schuldbewußt an.
»Es war unter dem losen Stein dort«, sagte sie und deutete zum Kamin, »aber du hast es weggebracht. Jetzt ist es hinter der Isolierung auf dem Speicher.«
»Woher weißt du das? Woher weißt du das?«
»Ich weiß es, weil er es mir gesagt hat. Er... man kö
Sie faßte ihn an und lächelte.
»Von jetzt an ist Spielzeit, verstehst du?«
»Ich...«
»Nein«, antwortete sie, »du verstehst nicht. Noch nicht. Aber du wirst verstehen, Harold. Du wirst.«
Der irrsi
»Und später, Nadine? Was will er später?«
»Was du willst. Und was ich will. Was du fast mit Redman gemacht hast, als du den ersten Abend nach der alten Frau gesucht hast... aber in einem viel größeren Maßstab. Und we
»Und we
»Woher willst du das wissen?« fragte er und grinste sie schief an.
»Ich weiß es, weil Sex Leben in kleinem Maßstab ist, und das Leben ist langweilig - Zeit, die man in verschiedenen Wartezimmern verbringt. Du hast hier vielleicht deine kleinen Triumphe, Harold, aber zu welchem Ziel? Alles in allem wird es ein schäbiges, banales Leben sein, und du wirst dich immer an mich ohne Bluse eri
»Hör auf«, sagte er. Er zitterte am ganzen Leib.
Aber sie hörte nicht auf.
»Ich glaube, du wirst dich auch fragen, wie es auf seinerSeite der Welt gewesen wäre«, sagte sie. »Das vielleicht mehr als alles andere.«
»Ich...«
»Entscheide dich, Harold. Soll ich die Bluse wieder an- oder alles andere ausziehen?«
Wie lange dachte er nach? Er wußte es nicht. Später war er nicht einmal mehr sicher, ob er sich überhaupt mit der Frage gequält hatte. Aber als er sprach, schmeckten die Worte in seinem Mund wie der Tod: »Ins Schlafzimmer. Gehen wir ins Schlafzimmer.«
Sie lächelte ihn an, ein solches Lächeln des Triumphs und si
Sie nahm seine Hand.
Und Harold Lauder ergab sich in sein Schicksal.
55
Das Haus des Richters lag über einem Friedhof.
Larry und er saßen nach dem Abendessen auf der hinteren Veranda, rauchten Roi-Tan-Zigarren und betrachteten den So
»Als ich ein Junge war«, sagte der Richter, »wohnten wir in der Nähe des schönsten Friedhofs in Illinois. Er hießt Mount Hope, Berg der Hoffnung. Jeden Abend machte mein Vater, der damals Anfang sechzig war, nach dem Essen einen Spaziergang. Manchmal ging ich mit. Und we
Der Richter rauchte mit gesenktem Kopf und hochgereckten Schultern.
»Er ist 1937 gestorben, da war ich nicht mal zwanzig«, sagte er. »Ich vermisse ihn seitdem. Ein Junge braucht keinen Vater, we
Larry, der nicht wußte, wie er auf diese recht bizarre nostalgische Enthüllung reagieren sollte, sagte nichts.
Der Richter seufzte. »Nicht mehr lange, da
»Ralph und Brad sagen, sie schaffen es. Ich vertraue ihnen.«
»Da