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»Wer? Vic? Ja, der kommt fast jeden Abend rüber.«

»Ka

»Klar, denk' schon. Ist 'n guter alter Junge.«

Die Automatik schaltete aus. Hap quetschte noch für zwanzig Cent Sprit raus, da

»Also? Was liegt an?«

»Laß uns reingehen. Ich denke, der alte Knabe sollte es auch hören. Und we

Sie gingen über den Asphalt und ins Büro.

»Schönen guten Morgen, Officer«, sagte Vic.

Joe Bob nickte.

»Kaffee, Joe Bob?« fragte Hap.

»Lieber nicht.« Er sah sie ernst an. »Ich weiß nämlich nicht, ob es meinen Vorgesetzten gefallen würde, daß ich hier bin. Wohl kaum. We

»Welche Jungs, Officer?« fragte Vic.

»Leute vom Gesundheitsamt«, sagte Joe Bob.

Vic sagte: »Großer Gott, es war Cholera. Ich hab's gewußt.«

Hap sah von einem zum ändern. »Joe Bob?«

»Ich weiß von nix«, sagte Joe Bob und setzte sich auf einen der Woolco-Plastikstühle. Die knochigen Knie reichten ihm fast bis ans Ki

»Der ist ein Klugscheißer«, sagte Hap wütend. »Hättest sehen sollen, wie der hier rumstolziert ist, Joe Bob. Wie ein Truthahn, der seinen ersten Ständer bekommen hat. Hat die Leute angepflaumt, und so.«

»Ich weiß, er ist ein kleiner Gernegroß «, pflichtete Joe Bob ihm bei.

» Also, er hat Dr. James geholt, damit der sich diesen Campion ansieht, und da

»Wer?«

»Pathologen. Drei Ma

»Moses im Schilfrohr«, sagte Hap erschrocken.

»Die Seuchenzentrale in Atlanta ist eine Bundesbehörde«, sagte Vic.

»Würden sie bloß wegen eines Cholerafalls ein ganzes Flugzeug voll Bundesbeamte schicken?«

»Was weiß ich«, sagte Joe Bob. »Aber ich dachte, ihr hättet ein Recht darauf, es zu erfahren. Soweit ich gehört habe, habt ihr nur helfen wollen.«

»Danke, Joe Bob«, sagte Hap langsam. »Was haben James und der andere Arzt gesagt?«

»Nicht viel. Aber sie schienen Angst zu haben. Ich habe noch nie so ängstliche Ärzte gesehen. Hat mir überhaupt nicht gefallen.«

Bedrückendes Schweigen trat ein. Joe Bob ging zum Getränkeautomaten und zog sich eine Flasche Fresca. Das leise Zischen von Kohlensäure war zu hören, als er den Kronkorken abhebelte. Als Joe Bob sich wieder setzte, nahm Hap ein Kleenex aus dem Kasten neben der Registrierkasse, wischte sich die Triefnase und steckte es in die Tasche seines schmierigen Overalls.

»Was habt ihr über Campion rausgekriegt?« fragte Vic.

»Irgendwas?«

»Das prüfen wir noch«, sagte Joe Bob mit einem Anflug von Wichtigtuerei. »Aus seinem Ausweis geht hervor, daß er aus San Diego stammt, aber viele seiner Papiere sind schon seit zwei oder drei Jahren abgelaufen. Auch der Führerschein. Er hatte eine BankAmericard, die 1986 ausgegeben wurde, und die war nicht mehr gültig. Er hatte einen Armeeausweis, darum haben wir bei denen nachgefragt. Der Captain hat so eine Ahnung, daß Campion schon seit etwa vier Jahren nicht mehr in San Diego gelebt hat.«

»Desertiert?« fragte Vic. Er zog ein großes buntes Taschentuch hervor, räusperte sich und spuckte hinein.

»Das weiß ich noch nicht. In seinem Armeeausweis steht, daß er noch bis 1997 dienen mußte. Aber er war in Zivil, und seine Familie war bei ihm, und er war verdammt weit weg von Kalifornien, und ich hab' mich total verplappert. «

»Gut, ich ruf die ändern an und sag' ihnen, was du gesagt hast«, sagte Hap. »Vielen Dank.«

Joe Bob stand auf. »Gut. Aber laßt meinen Namen aus dem Spiel. Ich will meinen Job nicht verlieren. Deine Kumpels müssen ja nicht wissen, wer euch gewarnt hat, oder?«

»Nein«, sagte Hap, und Vic bekräftigte es.

Als Joe Bob zur Tür ging, sagte Hap bedauernd: »Macht fünf Dollar für den Sprit, Joe Bob. Ich berechne es dir nur ungern, aber wie die Lage nun mal ist...«

»Schon gut«, sagte Joe Bob und gab ihm eine Kreditkarte. »Vater Staat bezahlt. Und ich habe die Quittung als Vorwand, warum ich hier war.«

Während Hap das Formular ausfüllte, mußte er zweimal niesen.

»Du mußt aufpassen«, sagte Joe Bob. »Es gibt nichts Schlimmeres als eine Erkältung im Sommer.«

»Ka

Plötzlich sagte Vic hinter ihnen: »Vielleicht ist es gar keine Erkältung.« Sie drehten sich zu ihm um. Vic sah verängstigt aus.

»Ich bin heute morgen aufgewacht und hab' geniest und gehustet wie Harry«, sagte Vic. »Außerdem hatte ich elende Kopfschmerzen. Ich hab' ein paar Aspirin genommen, und die Schmerzen sind ein bißchen zurückgegangen, aber ich bin immer noch voll Rotz. Vielleicht kriegen wir es auch. Was Campion hatte. Woran er gestorben ist.«

Hap sah ihn lange an, und als er gerade alle Gründe vortragen wollte, warum das nicht sein ko

Hap sah ihn erschrocken an und versuchte, sich an die besagten Gründe zu eri

Die drei Hodges-Kinder waren sechs, vier und achtzehn Monate alt. Die beiden jüngsten schliefen, und der Älteste grub draußen ein Loch. Lila Bruett saß im Wohnzimmer und sah sich The Young and the Restless an. Sie hoffte, daß Sally erst zurückkommen würde, we

Sie zog an ihrer Zigarette und stieß den Rauch ruckweise aus, weil sie plötzlich von einem Hustenanfall geschüttelt wurde. Sie ging in die Küche und spuckte den Mundvoll Schleim, den sie hochgehustet hatte, in den Abfluß. Sie war schon mit Husten aufgewacht und hatte den ganzen Tag ein Gefühl gehabt, als würde jemand sie mit einer Feder im Rachen kitzeln.

Sie ging ins Wohnzimmer zurück, nachdem sie zum Küchenfenster hinausgeblickt und sich vergewissert hatte, daß Bert Hodges zurechtkam. Jetzt lief ein Werbespot, zwei tanzende Flaschen Toilettenreiniger. Lila ließ den Blick durch das Zimmer schweifen und wünschte, ihr eigenes Haus würde so hübsch aussehen. Sallys Hobby war, nach Zahlen zu malen, und die Christusbilder hingen in hübschen Rahmen überall im Wohnzimmer. Besonders gut gefiel ihr das große Bild des Abendmahls hinter dem Fernseher; es war mit sechzig verschiedenen Ölfarben geliefert worden, wie Sally ihr versichert hatte, und es hatte fast drei Monate gedauert, bis es fertig war. Es war ein richtiges Kunstwerk.

Gerade als der Film weiterging, fing Baby Cheryl an zu weinen, ein anhaltendes häßliches Geschrei, das von Hustenanfällen unterbrochen wurde.