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Das Unvermutete der Begegnung, die Mächtigkeit des Tieres und das Seltsame der Erscheinung lahmten ihn. Zwar verließ ihn die Kühle seiner Vernunft nicht, aber er hatte die Notwendigkeit des Handelns vergessen. Er sah nach dem Tier, unerschrocken, aber geba
Und wie nun der Hund plötzlich ansprang, ein riesenhafter Schatten, der sich auf ihn stürzte, ein entfesseltes Ungeheuer an Kraft und Mordlust, so daß er von der Wucht der si
Doch schon hörte er, noch bevor das Tier den Arm, der ihm im Rachen lag, zermalmte, das Peitschen eines Schusses; der Leib über ihm zuckte zusammen, und warmes Blut ergoß sich über seine Hand. Der Hund war tot.
Schwer lag nun die Bestie auf ihm, und Bärlach fuhr mit der Hand über sie, über ein glattes, schweißiges Fell. Er erhob sich mühsam und zitternd, wischte die Hand am spärlichen Gras ab. Tschanz kam und verbarg im Näherschreiten den Revolver wieder in der Manteltasche.
»Sind Sie unverletzt, Kommissär?« fragte er und sah mißtrauisch nach dessen zerfetztem linken Ärmel.
»Völlig. Das Biest ko
Tschanz beugte sich nieder und drehte den Kopf des Tieres dem Lichte zu, das sich in den toten Augen brach.
»Zähne wie ein Raubtier«, sagte er und schüttelte sich, »das Biest hätte Sie zerrissen, Kommissär.«
»Sie haben mir das Leben gerettet, Tschanz.«
Der wollte noch wissen: »Tragen Sie de
Bärlach berührte mit dem Fuß die unbewegliche Masse vor ihm. »Selten, Tschanz«, antwortete er, und sie schwiegen.
Der tote Hund lag auf der kahlen, schmutzigen Erde, und sie schauten auf ihn nieder. Es hatte sich zu ihren Füßen eine große schwarze Fläche ausgebreitet: Blut, das dem Tier wie ein dunkler Lavastrom aus dem Rachen quoll.
Wie sie nun wieder aufschauten, bot sich ihnen ein verändertes Bild. Die Musik war verstummt, die erleuchteten Fenster hatte man aufgerissen, und Menschen in Abendkleidern lehnten sich hinaus. Bärlach und Tschanz schauten einander an, de
Im mittleren der fünf Fenster stand ein einzelner Ma
»Polizei«, antwortete Bärlach ruhig und fügte hinzu, daß sie unbedingt Herrn Gastma
Der Ma
Von den Fenstern her war ein Stimmengewirr zu hören. Sie vernahmen Rufe, wie »Unerhört«, »Was sagen Sie, Herr Direktor?«, »Skandalös«, »Unglaublich, diese Polizei, Herr Großrat«. Da
Es blieb den beiden Polizisten nichts anderes übrig, als zurückzugehen. Vor dem Eingang an der Vorderseite der Gartenmauer wurden sie erwartet. Es war eine einzelne Gestalt, die dort aufgeregt hin und her lief.
»Schnell Licht machen«, flüsterte Bärlach Tschanz zu, und im aufblitzenden Strahl der Taschenlampe zeigte sich ein dickes, aufgeschwemmtes, zwar nicht unmarkantes, aber etwas einseitiges Gesicht über einem eleganten Abendanzug. An einer Hand funkelte ein schwerer Ring. Auf ein leises Wort von Bärlach hin erlosch das Licht wieder.
»Wer sind Sie zum Teufel, Mano?« grollte der Dicke.
»Kommissär Bärlach – Sind Sie Herr Gastma
»Nationalrat von Schwendi, Mano, Oberst von Schwendi. Herrgottsdo
»Wir führen eine Untersuchung durch und müssen Herrn Gastma
Der Nationalrat war aber nicht zu beruhigen. Er do
Bärlach beschloß, ihn bei dem anderen Titel zu nehmen und meinte vorsichtig, daß sich der Herr Oberst irre, er habe nichts mit der Jurafrage zu tun.
Bevor jedoch Bärlach weiterfahren ko
Da der Nationalrat sichtlich desorientiert war, mußte Bärlach zum Rechten sehen.
»Tschanz, was der Herr Nationalrat sagt, kommt nicht ins Protokoll«, befahl er sachlich.
Der Nationalrat war mit einem Schlag nüchtern.
»In was für ein Protokoll, Mano?«
Als Kommissär von der Berner Kriminalpolizei, erläuterte Bärlach, müsse er eine Untersuchung über den Mord an Polizeileutnant Schmied durchführen. Es sei eigentlich seine Pflicht, alles, was die verschiedenen Personen auf bestimmte Fragen geantwortet hätten, zu Protokoll zu geben, aber weil der Herr – er zögerte einen Moment, welchen Titel er jetzt wählen sollte – Oberst offenbar die Lage falsch einschätze, wolle er die Antwort des Nationalrats nicht zu Protokoll geben.
Der Oberst war bestürzt. »Ihr seid von der Polizei«, sagte er, »das ist etwas anderes.«
Man solle ihn entschuldigen, fuhr er fort, heute Mittag habe er in der türkischen Botschaft gespeist, am Nachmittag sei er zum Vorsitzenden der Oberst-Vereinigung >Heißt ein Haus zum Schweizerdegen< gewählt worden, anschließend habe er einen >Ehren-Abendschoppen< am Stammtisch der Helveter zu sich nehmen müssen, zudem sei vormittags eine Sondersitzung der Partei-Fraktion gewesen, der er angehöre, und jetzt dieses Fest bei Gastma
Ob es nicht möglich sei, Herrn Gastma
»Was wollt Ihr eigentlich von Gastma
»Schmied war letzten Mittwoch sein Gast und ist auf der Rückfahrt bei Twa
»Da haben wir den Dreck«, sagte der Nationalrat. »Gastma
Da
»Ich bin Gastma
Bärlach erklärte, daß sie erst jetzt entdeckt hätten, was es mit Gastma
Der Oberst gab sich noch nicht zufrieden.
»Und was ist das mit dem Hund?«
»Er hat mich überfallen, und Tschanz mußte schießen.«
»Da
Bärlach entnahm seiner Brieftasche eine Photographie und gab sie ihm.
»Danke«, sagte der Nationalrat.
Da
Nun standen Bärlach und Tschanz wieder allein vor den rostigen Stangen der Gartentüre; das Haus war wie zuvor.
»Gegen einen Nationalrat ka