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»Danach gab es keine Träume mehr«, teilte Lion mit. »Alles bega
»Wie viele Jahre hast du in deinen Träumen gelebt, Junge?«, wollte Stasj wissen.
»Ungefähr siebzehn Jahre«, antwortete Lion ruhig. »Zuerst habe ich gekämpft, das dauerte ungefähr fünf Jahre. Da
»Und an dein ganzes Leben eri
»Naja. Fast. Nicht genau, aber ich eri
Stasj nickte. Er streckte seine Hand aus und strich Lion über den Kopf. »Ich verstehe. Du bist ein tapferer Kerl.«
»Warum ein tapferer Kerl?«
»Weil du dich davon befreit hast. Das heißt, im Weiteren war dir langweilig, stimmt’s?«
»Ja.« Lion dachte nach. »Nein… So war es nicht. Nicht nur langweilig… Sondern, als ob es… Als ob alles eine Wiederholung wäre. So, als ob ich jetzt schlafen würde und das Leben träumen würde! Und das, was früher war — das war das reale Leben. Und ich hatte auf nichts Lust. Danach fuhren wir an den See, und da…«
Er verstummte.
»Versuch dich an diesen Augenblick zu eri
»Als Tikkirej dabei war, unterzugehen — das war falsch«, sagte Lion leise. »Ganz falsch. Das hätte so nicht passieren sollen, verstehen Sie?«
Stasj nickte wieder und schaute angestrengt auf Lion.
»Und ich stand und schaute…«, jetzt sprach Lion sehr langsam. »So etwas hätte nicht sein sollen. Ich weiß nicht, wie es mir gelang. Doch ich legte mich auf den Bauch und fing an zu kriechen. Und auf einmal kehrte sich alles um. Die Gegenwart wurde zum realen Leben und die Vergangenheit zum Traum!«
»Und bis dahin war dir der Unterschied nicht bewusst?«, fragte Stasj nach.
»Er war mir bewusst!«, schrie Lion auf, und ich sah plötzlich, dass er Tränen in den Augen hatte. »Ich realisierte es, aber es war überhaupt nicht wichtig. Es war wie im Traum — du verstehst, dass es ein Traum ist, na und? Ich verstand durchaus, was alles real war, aber das bedeutete mir nichts. Und plötzlich änderte sich alles! Als ob ich erwacht wäre.«
»Ruhig, ruhig«, sagte Stasj sanft und legte seine Hand auf Lions Schulter. »We
»Aber ich habe ja schon alles erzählt«, murmelte Lion. »Absolut alles.«
»Du wirst alles noch einmal erzählen müssen. In allen Einzelheiten. Nicht heute, aber es ist notwendig. Für die Spezialisten.«
Lion nickte.
»Okay, ihr beiden.« Stasj stand auf. »Ich komme morgen früh bei euch vorbei. Jetzt muss ich mit einigen Leuten reden.«
»Stasj, was wird mit mir passieren?«, ko
»Nichts Schlimmes«, sagte der Phag bestimmt. »Garantiert.«
»Habe ich darauf das Wort eines Ritters des Avalon?«, wollte ich wissen.
Stasj schaute mich sehr eigenartig an. Aber er erwiderte: »Ja. Das Wort eines Ritters des Avalon. Ich gebe dir mein Wort darauf, dass mit dir alles in Ordnung kommen wird. Ruht euch aus, Kinder. Und gebt euch Mühe, dass ihr heute nicht noch einmal in ein Fettnäpfchen tretet.«
Lion begleitete ihn zum Ausgang. Aber als er wiederkam, war ich schon so geschafft, dass ich ihn nur noch mit Müh und Not anschauen ko
»Deine Augen fallen zu«, meinte Lion.
»Ja…«, stimmte ich zu, »das kommt vom Alkohol…«, und schlief ein. Es gelang mir nicht, lange zu schlafen. Ich wurde durch das Klingeln des Telefons, das auf dem Tisch stand, geweckt. Lion war offensichtlich ins Schlafzimmer gegangen, ich dagegen auf dem Sofa eingeschlafen. Mein Kopf war nach wie vor schwer, nach Kichern war mir nicht mehr zumute, die Trunkenheit war vergangen.
Ohne Licht zu machen, sprang ich auf, nahm den blinkenden Telefonhörer und meldete mich:
»Hallo!«
»Tikkirej?«
Mir wurde sonderbar zumute. Es war Rossi. Ich schaute nach der Zeit — zwei Uhr nachts.
»Ja«, sagte ich.
»Tikkirej«, er sprach sehr leise, offensichtlich, damit ihn niemand hörte, »wie geht es dir, Tikkirej?«
»Normal«, erwiderte ich. Es war ja wirklich alles in Ordnung.
»Du bist nicht krank geworden?«
»Nein.« Ich kroch zurück unter die Decke, ohne den Hörer aus der Hand zu legen. »Stasj hat mich Alkohol trinken lassen und mich da
Rossi hielt sich nicht damit auf, dass er mich geweckt hatte. Er schwieg eine Weile und fragte danach: »Tikkirej, und wie wird es weitergehen?«
Mir war klar, worum es ihm ging. Aber ich fragte trotzdem.
»Inwiefern?«
»Was soll ich jetzt machen?«, wollte Rossi wissen.
»Hör mal, es ist doch weiter nichts Schlimmes passiert!«, erwiderte ich, »überhaupt nichts! Vielleicht hole ich mir nicht einmal eine Erkältung!«
»Was wird jetzt aus mir?«, wiederholte Rossi.
Eine Weile schwiegen wir uns an. Da
»Tikkirej, glaub nicht, dass ich ein Feigling wäre. Ich bin kein Feigling. Wirklich. Nein, sag nichts, hör einfach zu!«
Ich hörte schweigend zu.
»Ich ka
Er verstummte.
»Rossi… Ist ja gut…«, beruhigte ich ihn. Als ich alles gerade überstanden hatte, glaubte ich, dass ich ihn hassen würde. Ihn und Rosi, und dass ich auf jeden Fall allen erzählen würde, was sie für Feiglinge und Verräter waren.
Jetzt war ich mir dessen bewusst, dass ich es nicht machen würde.
»Ich wusste doch alles«, wiederholte Rossi. Er hatte eine Stimme, als ob er eine ganze Ewigkeit nicht gesprochen hätte, und jetzt erst wieder damit anfing — und es nicht schaffte, die Worte richtig zusammenzufügen. »Tikkirej, versuch es zu begreifen… Ich wusste alles und ko
Er bega
»Rossi…«, murmelte ich. »Was soll das. Du bist einfach durcheinandergekommen. Das ka
»Das passiert nicht jedem!«, schrie Rossi auf. »Du hast Lion auf Neu-Kuweit nicht im Stich gelassen!«
»Aber Lion ist doch mein Freund«, erwiderte ich.
Und da wurde mir klar, dass ich Rossi eben unbeabsichtigt sehr wehgetan hatte.
»Ich verstehe«, sagte er leise. »Ich wollte wirklich sehr, dass wir Freunde werden, Tikkirej. Ehrlich. Weil du so… besonders bist. Bei uns in der Schule gibt es niemanden… wie dich. Wir kö
Ich schwieg.
»Es geht nicht«, wiederholte Rossi bitter. »Weil du dich immer daran eri
Mir kam in den Si