Страница 32 из 106
Das waren See, Wald und Schnee. Hier ko
Alles war echt!
»Wunderschön!«, sagte ich.
Das Auto fuhr bereits am Ufer entlang, links war der Wald, rechts eine verschneite Eisfläche.
»Ja, schön«, stimmte Rossi zu.
Sie verstanden es nicht. Sie waren reich, so unendlich reich, dass es einem den Atem verschlug! Neben ihnen lebte eine ganze Welt ihr eigenes Leben.
Sie aber fuhren nur manchmal an den See zum Picknicken.
Ich schaute auf Lion, nahm seine Hand und flüsterte: »Du verstehst mich, das weiß ich. Gerade du verstehst mich.«
Wie schade, dass er mir ohne Befehl nicht antworten, seine Begeisterung nicht äußern und nicht auf dem Sitz herumspringen und sich umsehen ko
Wir fuhren an zwei oder drei Autos vorbei, die am See geparkt waren. Auch zum Picknicken. Bei den Autos waren Leute, die sogar große, warme Zelte und ein Grillgerät aufgestellt hatten. Vier junge Mä
»Das sind Eisbader«, kommentierte Rossi. »Sie kommen jeden Samstag hierher zum Feiern. Sie werden noch baden, du wirst sehen.«
Nach den Eisbadern fuhren wir noch rund einen Kilometer und hielten an einem verschneiten Holzpavillon mit Tisch und Bänken, alles aus echtem Holz. Etwas weiter zum Wald hin stand das Häuschen einer Biotoilette. Hier war es menschenleer, nur unberührte Natur!
»Hier bleiben wir«, meinte Rosi und fuhr näher an den Pavillon heran. »Hier waren wir letzten Frühling und kamen in ein Gewitter. Eri
Dieses Mal fand Rossi eine Erwiderung: »Ja, ich eri
Rosi verstummte.
Wir packten aus und zogen unsere Taschen unter das Vordach. Am Eingang standen Besen und wir fegten den Schnee von Tisch, Bänken und Boden nach draußen. Rosi wickelte geschickt Plastikgardinen aus, befestigte sie und schirmte dadurch den Pavillon vor dem Wind ab. Danach warf sie einige Heizbriketts in den Ofen und entzünde sie mit speziellen Zündhölzern für Touristen.
»Rosi ist unser Überlebensspezialist«, bemerkte Rossi. Dieses Mal ohne jegliche Häme, sondern mit Stolz auf seine Schwester. »Mit ihr würdest du im Wald nicht umkommen.«
»In einer halben Stunde kö
Sie ging zur Toilette, und Rossi und ich fingen an, die Lebensmittel auf dem Tisch auszubreiten, den tragbaren Fernseher einzustellen und Geschirr und Besteck auszupacken. Rosi und Rossi hatten sich gut vorbereitet und nichts vergessen. Man hätte auch für Lion eine Arbeit finden kö
»Wir sind wie die Erstbesiedler«, meinte Rossi, »wie die Pioniere, die den Avalon bezwungen haben! Mit Lasergewehren in den Händen und einer Auswahl von Biokulturen im Reagenzglas — gegen die ganze wilde und feindliche Welt!«
Dieser Satz stammte bestimmt aus einem Lehrbuch und nicht von ihm. Er war viel zu hochgestochen. Rossi vergaß ihn aber augenblicklich und sorgte sich:
»Du ka
Ich legte die Sandwichs in die Mikrowelle, stellte auf Erhitzen und verfolgte, wie Rossi schnell hüpfend durch den Schnee zum Auto ra
Ich fühlte mich jetzt sehr wohl. Es gelang mir sogar, die Sache mit dem Schlangenschwert zu verdrängen, wegen der mich früher oder später Una
»Lion, möchtest du essen?«, fragte ich.
»Ja«, antwortete er, »ein Sandwich.«
Das war doch etwas Neues! Früher hätte ich Lion noch eine zusätzliche Frage stellen müssen, was genau er möchte!
»Nimm!«, sagte ich und reichte ihm ein Sandwich mit Schinken.
Er nahm ihn, fing aber nicht an zu essen.
»Möchtest du ein anderes?«, fragte ich.
»Ja. Mit Käse.«
Ich stürzte dermaßen schnell zur Mikrowelle, dass ich fast hinfiel. Ich holte ein Sandwich mit Käse. Es zischte vor Hitze und war mit einer geschmolzenen Käsekruste bedeckt. Das mit Schinken nahm ich mir.
»Lion, dir geht es schon besser! Wirklich besser, das merke ich!«, beschwor ich ihn.
Aber er wirkte wieder, als ob ihm eine Kapuze übergestülpt worden wäre. Schweigend bega
»Aha, das Essen ist fertig!«, rief Rossi und steckte das Telefon in die Jackentasche. »Das ist Klasse. Tikkirej, rück das Bier raus!«
»Ist es nicht zu früh?«, fragte ich.
Rosi protestierte:
»Du willst doch nicht, dass ich mich betrunken hinters Lenkrad setze?!«
Ich fing nicht an zu diskutieren und gab jedem eine Flasche Bier. Im Pavillon wurde es schon wärmer, wir knöpften unsere Jacken auf und Rossi öffnete den Reißverschluss seiner Kombination.
»Tikkirej, stimmt es, dass du extern die Schule beenden möchtest?«, wollte Rosi wissen.
»Ja«, erwiderte ich, »ich habe mir ausgerechnet, dass ich in drei Jahren den gesamten Mindestkurs absolvieren kö
»Lern lieber regulär«, schlug Rossi vor, »mit uns zusammen. Warum hast du es so eilig?«
Ich zuckte mit den Schultern. Wie sollte ich ihnen auch erklären, dass es für mich lächerlich war, mit ihnen zusammen zum Unterricht zu gehen und einem Lehrer zuzuhören, um da
»Es ist schwer, gleichzeitig zu lernen und zu arbeiten«, äußerte ich, »was ist daran so schwer zu verstehen? Ihr kö
»In der Schule ist es interessant«, meinte Rossi, »du machst einen Fehler. Es ist interessant und du hast keine u
»Ka
Wir diskutierten noch eine Weile, doch unlustig. Im Grunde hatten sie mich verstanden, wollten aber einfach nicht, dass ich sie verließ.
»Du müsstest eine Pilotenausbildung machen«, schlug Rossi vor, »Papa sagte neulich, dass du ein guter Pilot sein würdest, weil du ein Modul warst. Das bedeutet, dass du dich ihnen gegenüber human benehmen würdest. Das wiederum wäre sehr nützlich für die soziale Harmonie in der Gesellschaft.«
Mich erfasste eine stille Wehmut. Als Stasj mich überredete, parallel zur Arbeit in eine normale Schule zu gehen, argumentierte er, dass »der Umgang mit Gleichaltrigen meiner harmonischen Entwicklung zugutekommen würde«. Ich richtete mich danach, war jedoch nicht damit einverstanden. Und jetzt erfasste mich dasselbe Gefühl: Eigentlich ist alles richtig, aber…
Ich wollte nämlich nicht Pilot werden und mich den Modulen gegenüber »human« verhalten. De
»Kommt, wir schlittern auf dem Eis!«, schlug Rossi vor.
»Bist du verrückt, das Auto bricht durch!«, entsetzte sich Rosi. »Das Eis ist dü
»Doch nicht mit dem Auto, nur wir!«
Rosi zuckte mit den Schultern.
»Kommst du mit, Tikkirej?«
»Gehen wir«, stimmte ich zu. Ich war noch nie auf Eis geschlittert. Das würde bestimmt lustig.
Wir zogen den Vorhang hinter uns zu und stürmten aus dem Pavillon.
Lion führte ich an der Hand, damit ich ihm nicht ewig alles erklären musste.