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»Ein Klo in die Luft gejagt? Wir haben noch nie ein Klo in die Luft gejagt.«

»Ist aber eine klasse Idee, danke, Mum.«

»Das ist nicht lustig. Und paßt auf Ron auf.«

»Keine Sorge, Ro

»Haltet den Mund«, sagte Ron erneut. Er war schon fast so groß wie die Zwillinge, und seine Nase war dort, wo die Mutter sie geputzt hatte, immer noch rosa.

»He, Mum, weißt du was? Rate mal, wen wir im Zug getroffen haben!«

Harry lehnte sich rasch zurück, damit sie nicht sehen ko

»Weißt du noch, dieser schwarzhaarige Junge, der im Bahnhof neben uns stand? Weißt du, wer das ist?«

»Wer?«

»Harry Potter!«

Harry hörte die Stimme des kleinen Mädchens.

»Oh, Mum, ka

»Du hast ihn schon gesehen, Gi

»Hab ihn gefragt. Hab seine Narbe gesehen. Es gibt sie wirklich – sieht aus wie ein Blitz.«

»Der Arme – kein Wunder, daß er allein war. Er hat ja so höflich gefragt, wie er auf den Bahnsteig kommen soll.«

»Schon gut, aber glaubst du, er eri

Ihre Mutter wurde plötzlich sehr ernst.

»Ich verbiete dir, ihn danach zu fragen, Fred. Wag es ja nicht. Das hat ihm gerade noch gefehlt, daß er an seinem ersten Schultag daran eri

»Schon gut, reg dich ab.«

Ein Pfiff gellte über den Bahnsteig.

»Beeilt euch«, sagte die Mutter, und die drei Jungen stiegen in den Zug. Sie lehnten sich aus dem Fenster für einen Abschiedskuß, und ihre kleine Schwester bega

»Nicht doch, Gi

»Wir schicken dir eine Klobrille aus Hogwarts.«

»George!«

»War nur 'n Witz, Mum.«

Mit einem Ruck fuhr der Zug an. Harry sah die Mutter der Jungen und die kleine Schwester halb lachend, halb weinend zum Abschied winken. Sie ra

Der Zug ging in eine Kurve und Harry verlor das Mädchen und seine Mutter aus den Augen. Vor dem Fenster zogen Häuser vorbei. Plötzlich war Harry ganz aufgeregt. Er wußte nicht, was ihn erwartete – doch besser als das, was er zurückließ, mußte es allemal sein.

Die Abteiltür glitt auf und der Jüngste der Rotschöpfe kam herein.

»Sitzt da jemand?«, fragte er und deutete auf den Sitz gegenüber von Harry. »Der ganze Zug ist nämlich voll.«

Harry schüttelte den Kopf und der Junge setzte sich. Er warf Harry einen schnellen Blick zu und sah da

»He, Ron.«

Da waren die Zwillinge wieder.

»Hör mal, wir gehen weiter in die Mitte. Lee Jordan hat eine riesige Tarantel.«

»Macht nur«, murmelte Ron.

»Harry«, sagte der andere Zwilling,»haben wir uns eigentlich schon vorgestellt? Fred und George Weasley. Und das hier ist Ron, unser Bruder. Bis später da

»Tschau«, sagten Harry und Ron. Die Zwillinge schoben die Abteiltür hinter sich zu.

»Bist du wirklich Harry Potter?«, kam es aus Ron hervorgesprudelt.

Harry nickte.

»Aah, gut, ich dachte, es wäre vielleicht wieder so ein Scherz von Fred und George«, sagte Ron. »Und hast du wirklich… du weißt schon… «Er deutete auf Harrys Stirn.

Harry strich sich die Haare aus dem Gesicht und zeigte ihm die Blitznarbe. Ron machte große Augen.

»Also hier hat Du-weißt-schon-wer… «

»Ja«, sagte Harry,»aber ich ka

»An nichts?«, fragte Ron neugierig.

»Naja, ich eri

»Mensch«, sagte Ron. Er saß da, starrte Harry einige Zeit lang an und da

»Sind alle in eurer Familie Zauberer?«, fragte Harry, der Ron genauso interessant fand wie Ron ihn.

»Ähm – ja, ich denke schon«, sagte Ron. »Ich glaube, Mum hat noch einen zweiten Vetter, der Buchhalter ist, aber wir reden nie über ihn.«

»Da

Die Weasleys waren offensichtlich eine dieser alten Zaubererfamilien, von denen der blasse Junge in der Winkelgasse gesprochen hatte.

»Ich hab gehört, daß du bei den Muggeln gelebt hast«, sagte Ron. »Wie sind die?«

»Fürchterlich – naja, nicht alle. Meine Tante, mein Onkel und mein Vetter jedenfalls. Ich wünschte, ich hätte auch drei Zaubererbrüder.«

»Fünf«, sagte Ron. Aus irgendeinem Grund verdüsterte sich seine Miene. »Ich bin der sechste in unserer Familie, der nach Hogwarts geht. Und das heißt, in mich setzt man hohe Erwartungen. Bill und Charlie sind schon nicht mehr dort – Bill war Schulsprecher und Charlie war Kapitän der Quidditch-Ma

Ron schob die Hand in die Jacke und zog eine fette, graue, schlafende Ratte hervor.

»Ihr Name ist Krätze und sie ist nutzlos, sie pe

Rons Ohren färbten sich rosa. Offenbar glaubte er, er habe jetzt zu viel gesagt, de

Harry fand es überhaupt nicht schlimm, we

»… und bis Hagrid es mir gesagt hat, wußte ich überhaupt nicht, daß ich ein Zauberer bin, und auch nichts von meinen Eltern und Voldemort.«

Ron stockte der Atem.

»Was ist?«, fragte Harry.

»Du hast Du-weißt-schon-wer beim Namen gena

»Ich möchte nicht so tun, als ob ich besonders mutig wäre, we

»Das glaube ich nicht. Es gibt eine Menge Leute aus Muggelfamilien und sie lernen trotzdem schnell.«

Während sie sich unterhielten, hatte der Zug London hinter sich gelassen. Wiesen mit Kühen und Schafen zogen nun schnell an ihnen vorbei. Eine Weile schwiegen sie und schauten hinaus auf Felder und Wege.

Um halb zwölf drang vom Gang ein lautes Geklirre und Geklapper herein, und eine Frau mit Grübchen in den Wangen schob die Tür auf und sagte lächelnd:»Eine Kleinigkeit vom Wagen gefällig, ihr Süßen?«

Harry, der nicht gefrühstückt hatte, sprang auf, doch Rons Ohren liefen wieder rosa an. Er habe Stullen dabei, nuschelte er. Harry trat hinaus in den Gang.

Bei den Dursleys hatte er nie Geld für Süßigkeiten gehabt, und nun, mit den Taschen voll klimpernder Gold- und Silbermünzen, hatte er große Lust, so viele Schokoriegel zu kaufen, wie er nur tragen ko