Страница 18 из 64
Zwanzig Minuten später verließen sie Eeylops Eulenkaufhaus. Dunkel war es dort gewesen, aus der einen oder andern Ecke hatten sie ein Flattern gehört, und gelegentlich waren diamanthelle Augenpaare aufgeblitzt. Harry trug jetzt einen großen Käfig, in dem eine wunderschöne Schneeule saß, tief schlafend mit dem Kopf unter einem Flügel. Unablässig stammelte er seinen Dank und klang dabei genau wie Professor Quirrell.
»Nicht der Rede wert«, sagte Hagrid schroff. »Ka
Ein Zauberstab… darauf war Harry am meisten gespa
Der Laden war eng und schäbig. Über der Tür hieß es in abblätternden Goldbuchstaben: Ollivander – Gute Zauberstäbe seit 382 v. Chr. Auf einem verblaßten purpurroten Kissen im staubigen Fenster lag ein einziger Zauberstab.
Sie traten ein und von irgendwo ganz hinten im Laden kam das helle Läuten einer Glocke. Der Raum war klein und leer mit Ausnahme eines einzigen storchbeinigen Stuhls, auf den sich Hagrid niederließ, um zu warten. Harry fühlte sich so fremd hier, als ob er eine Bibliothek mit sehr strenger Aufsicht betreten hätte. Er schluckte eine Menge neuer Fragen hinunter, die ihm gerade eingefallen waren, und betrachtete statt dessen tausende von länglichen Schachteln, die fein säuberlich bis an die Decke gestapelt waren. Aus irgendeinem Grund kribbelte es ihm im Nacken. Allein der Staub und die Stille hier schienen ihn mit einem geheimen Zauber zu kitzeln.
»Guten Tag«, sagte eine sanfte Stimme. Harry schreckte auf. Auch Hagrid mußte erschrocken sein, de
Ein alter Ma
»Hallo«, sagte Harry verlegen.
»Ah ja«, sagte der Ma
Mr. Ollivander trat näher. Harry wünschte, er würde einmal blinzeln. Diese silbernen Augen waren etwas gruslig.
»Ihr Vater hingegen wollte lieber einen Zauberstab aus Mahagoni. Elf Zoll. Elastisch. Ein wenig mehr Kraft und hervorragend geeignet für Verwandlungen. Nun ja, ich sage, Ihr Vater wollte ihn – im Grunde ist es natürlich der Zauberstab, der sich den Zauberer aussucht.«
Mr. Ollivander war Harry so nahe gekommen, daß sich beider Nasenspitzen fast berührten. Harry ko
»Und hier hat… «
Mr. Ollivander berührte die blitzförmige Narbe auf Harrys Stirn mit einem langen, weißen Finger.
»Leider muß ich sagen, daß ich selbst den Zauberstab verkauft habe, der das angerichtet hat«, sagte er sanft. »Dreizehneinhalb Zoll. Tja. Mächtiger Zauberstab, sehr mächtig, und in den falschen Händen… Nun, we
Er schüttelte den Kopf und bemerkte da
»Rubeus! Rubeus Hagrid! Wie schön, Sie wieder zu sehen… Eiche, sechzehn Zoll, recht biegsam, nicht wahr?«
»Ja, Sir, das war er«, sagte Hagrid.
»Guter Stab, muß ich sagen. Aber ich fürchte, man hat ihn zerbrochen, als Sie ausgestoßen wurden?«, sagte Mr. Ollivander plötzlich mit ernster Stimme.
»Ähm – ja, das haben sie, ja«, sagte Hagrid und scharrte mit den Füßen. »Hab aber immer noch die Stücke«, fügte er strahlend hinzu.
»Aber Sie benutzen sie nicht, oder?«, sagte Mr. Ollivander scharf.
»O nein, Sir«, sagte Hagrid rasch. Harry bemerkte, daß er seinen rosa Schirm fest umklammerte, während er sprach.
»Hmmm«, sagte Mr. Ollivander und sah Hagrid mit durchdringendem Blick an. »Nun zu Ihnen, Mr. Potter. Schauen wir mal.« Er zog ein langes Bandmaß mit silbernen Strichen aus der Tasche. »Welche Hand ist Ihre Zauberhand?«
»Ähm – ich bin Rechtshänder«, sagte Harry.
»Strecken Sie Ihren Arm aus. Genau so.« Er maß Harry von der Schulter bis zu den Fingerspitzen, da
Harry fiel plötzlich auf, daß das Maßband, welches gerade den Abstand zwischen seinen Nasenlöchern maß, dies von selbst tat. Mr. Ollivander huschte zwischen den Regalen herum und nahm Schachteln herunter.
»Das wird reichen«, sagte er, und das Bandmaß schnurrte zu einem Haufen auf dem Boden zusammen. »Nun gut, Mr. Potter. Probieren Sie mal diesen. Buchenholz und Drachenherzfasern. Neun Zoll. Handlich und biegsam. Nehmen Sie ihn einfach mal und schwingen Sie ihn durch die Luft.«
Harry nahm den Zauberstab in die Hand und schwang ihn ein wenig hin und her (wobei er sich albern vorkam), doch Mr. Ollivander riß ihm den Stab gleich wieder weg.
»Ahorn und Phönixfeder. Sieben Zoll. Peitscht so richtig. Versuchen Sie's!«
Harry versuchte es, doch kaum hatte er den Zauberstab erhoben, entriß ihm Mr. Ollivander auch diesen.
»Nein, nein – hier, Elfenbein und Einhornhaare, achteinhalb Zoll, federnd. Nur zu, nur zu, probieren Sie ihn aus.«
Harry probierte. Und probierte. Er hatte keine Ahnung, worauf Mr. Ollivander eigentlich wartete. Der Stapel mit den abgelegten Zauberstäben auf dem storchbeinigen Stuhl wuchs immer höher, doch je mehr Zauberstäbe Mr. Ollivander von den Regalen zog, desto glücklicher schien er zu werden.
»Schwieriger Kunde, was? Keine Sorge, wir werden hier irgendwo genau das Richtige finden. Ich frage mich jetzt – Ja, warum eigentlich nicht – ungewöhnliche Verbindung – Stechpalme und Phönixfeder, elf Zoll, handlich und geschmeidig.«
Harry ergriff den Zauberstab. Plötzlich spürte er Wärme in den Fingern. Er hob den Stab über den Kopf und ließ ihn durch die staubige Luft herabsausen. Ein Strom roter und goldener Funken schoß aus der Spitze hervor wie ein Feuerwerk, das tanzende Lichtflecken auf die Wände warf Hagrid johlte und klatschte, und Mr. Ollivander rief. »Aah, bravo. Ja, in der Tat, oh, sehr gut. Gut, gut, gut… Wie seltsam… Ganz seltsam… «
»Verzeihung«, sagte Harry,»aber was ist seltsam?«
Mr. Ollivander sah Harry mit blassen Augen fest an.
»Ich eri
Harry schluckte.
»Ja, dreizehneinhalb Zoll. Tja. Wirklich merkwürdig, wie die Dinge zusammentreffen. Der Zauberstab sucht sich den Zauberer, eri
Harry schauderte. Er war sich nicht sicher, ob er Mr. Ollivander besonders gut leiden mochte. Er zahlte sieben goldene Galleonen für seinen Zauberstab und Mr. Ollivander geleitete sie mit einer Verbeugung aus der Tür.
Die späte Nachmittagsso