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«Sehr entgegenkommend von Ihnen«, meinte Keen.»We
Bolitho lächelte ernst.»Sie hätten trotzdem so gehandelt.»
An Deck stampften viele Füße, und Taljen quietschten, als der Wachoffizier die Mä
Auf einem überfüllten Kriegsschiff ko
«Suchen Sie die junge Frau auf, Val, und sagen Sie mir da
Keen machte Anstalten, sich zurückzuziehen. Er hatte ohnehin vorgehabt, das Mädchen zu besuchen und sich beim Arzt nach ihm zu erkundigen. Ganz gleich, was es in seinem jungen Leben getan hatte, die Qual und Erniedrigung einer Auspeitschung verdiente es nicht.
Bolitho wartete, bis die Tür sich geschlossen hatte, und nahm da
Bolitho hatte immer verstanden, daß es für jede Frau schwer sein mußte, über die Schwelle seines Hauses zu treten. Es barg zu viele Schatten und Eri
Am härtesten hatte Bolitho die Entdeckung getroffen, daß Cheneys Porträt — das Gegenstück zu dem, das sie von ihm hatte anfertigen lassen — aus dem Raum, in dem die beiden Bilder nebeneinander hingen, entfernt worden war. Cheney vor dem Hintergrund der Landzunge, mit Augen so grün wie die See, und er in seinem Rock mit den weißen Aufschlägen als der junge Kapitän, den sie so sehr geliebt hatte. Sein Porträt hing nun bei den anderen neben dem seines Vaters, Kapitän James Bolitho.
Er hatte geschwiegen, weil er Belinda nicht verletzen wollte, aber gestört hatte ihn der Vorfall doch. Er kam ihm wie Verrat vor.
Immer wieder sagte er sich, daß Belinda ihm nur helfen, anderen zu verstehen geben wollte, wie wertvoll er für sein Land war. Doch er war in Falmouth zu Hause, nicht in London.
Seufzend wandte er seine Gedanken Allday zu. Der hatte vermutlich die gespa
Bolitho stellte sich die beiden vor, wie sie hier in der Kajüte vor ihm gestanden hatten: Allday kraftvoll und stolz in seiner blauen Jacke mit den Goldknöpfen, den Kopf lauschend geneigt, als Bolitho zu dem jungen Matrosen John Bankart sprach.
Bolitho entsa
Seine Mutter war ledig gewesen. Allday hatte angedeutet, der Bauer habe seine Mutter oft unter der Drohung, sie und ihr Kind andernfalls vor die Tür zu setzen, mit ins Bett genommen. Das hatte in Bolitho einen Nerv berührt: Die Eri
Alldays Sohn hatte sich bereits als guter Seema
Er stand auf und ging in seine Schlafkammer, wo er nach kurzem Zögern eine Schublade aufzog und die hübsche ovale Miniatur Cheneys herausnahm. Der Künstler hatte ihren Ausdruck perfekt getroffen. Bolitho legte das Bild zurück unter seine Hemden. Was ist nur mit mir los? dachte er. Ich bin glücklich verheiratet, habe eine zehn Jahre jüngere Frau und nun eine reizende Tochter. Und trotzdem… Er wandte sich um und ging zurück in die Tageskajüte.
We
Tief unter Bolithos geräumigem Quartier mit der vergoldeten Heckgalerie lag das stickige Krankenrevier im fensterlosen Orlopdeck unter der Wasserlinie. Schwankende Laternen ließen dunkle Schatten über die Wände huschen, und die mächtigen Deckenbalken waren so niedrig, daß man nicht aufrecht stehen ko
Winzige Kammern säumten den großen Raum in der Mitte, in denen die Decksoffiziere fast ohne Bewegungsfreiheit ihre Privatsphäre zu wahren versuchten. Nicht weit davon führten die Midshipmen, von denen erwartet wurde, daß sie sich beim Schein eines in ölgefüllten Muscheln oder alten Dosen schwimmenden Dochts auf die Offiziersprüfung vorbereiteten, ihr chaotisches Leben. Sie alle teilten das Deck mit dem Pulvermagazin, wo schon ein einziger Funke katastrophal wirken mußte. Unter ihnen enthielten die großen Frachträume alles, was zum Betrieb des Schiffes notwendig war und es auf Monate hinaus unabhängig machte.
Das Krankenrevier ganz hinten am Fuß des Niedergangs wirkte mit seinem weißen Anstrich und den Regalen voller Gläser und Flaschen vergleichsweise licht. Keen schritt darauf zu und senkte automatisch den Kopf, um sich nicht an den Balken zu stoßen; seine Epauletten glitzerten, als er eine Laterne nach der anderen passierte. Dunkle Umrisse und verschwommene Gesichter tauchten in der Düsternis auf, dieser von See und Himmel so weit entfernten Welt, und verblaßten wieder.
Keen sah James Tuson, den Schiffsarzt, mit seinem Assistenten sprechen, einem großen blassen Ma
Keen mochte den silberhaarigen Tuson, obwohl er ihn auch jetzt nicht genauer ka
Ein Seesoldat, dessen Kreuzbandelier im schwachen Licht sehr weiß wirkte, nahm Haltung an und bedeutete Tuson, daß der Kommandant gekommen war. Es war eine kluge Vorsichtsmaßnahme, an der Tür einen Posten aufzustellen, dachte Keen. Die Besatzung war nun schon seit Monaten fast ohne Unterbrechung auf See. Da schwebte jede Frau in Gefahr, und eine, die als Gesetzesbrecherin abgestempelt war, ganz besonders.
Tuson murmelte etwas, und sein Assistent verschmolz mit dem Schatten.
«Wie geht's ihr?«fragte Keen.
Tuson rollte sich die Hemdsärmel herunter und dachte über die Frage nach.