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Er setzte das Glas ab und zerrte an seinem Hemd, das ihm bereits wie ein heißes Handtuch am Leibe klebte. Je mehr er darüber nachgrübelte, was er in Djafou vorgefunden hatte, um so mehr war er davon überzeugt, daß der Ort als Basis unbrauchbar war. Gedankenverloren verschränkte er die Hände auf dem Rücken und bega

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Er lächelte grimmig. Deswegen würde er auch nie Admiral werden. Er mochte eine Schlacht nach der anderen mitmachen, seine Erfahrungen an die kaum ausgebildeten jungen Offiziere weiterge ben, die befördert wurden, um die immer größer werdenden Lücken zu füllen, die der Krieg hinterließ. Und eines Tages, entweder an einem Ort wie diesem oder an Deck irgendeines Schiffes, würde er den Preis bezahlen müssen. Auch jetzt wieder betete er flehentlich, es möge so schnell gehen, wie eine Tür zugeschlagen wird. Und im selben Moment wußte er: das war unwahrscheinlich. Er dachte an Lucey und an jene anderen, die unten in dem großen kühlen Vorratsraum lagen, der als Krankenrevier benutzt wurde. Der Schiffsarzt der Coquette tat sein Bestes, gewiß — aber viele würden langsam sterben, ohne andere schmerzstillende Mittel als den Schnapsvorrat der Festung, der Gott sei Dank reichlich war.

Bolitho blieb an der Brustwehr stehen. Eben legte ein Boot von der Coquette ab und nahm Kurs aufs Kastell. Auch von der Hekla kam ein Boot. Vor lauter Nachdenken hatte er vergessen, daß er Inch und Cap-tain Gillmor eingeladen hatte, mit ihm zu speisen. Jetzt fiel es ihm wieder ein. Vielleicht hatte einer von ihnen eine Antwort auf die Frage, warum die Spanier Djafou trotz seiner strategischen Nutzlosigkeit gehalten hatten.

Später, als er mit den beiden Offizieren in dem kühlen Kommandeurszimmer bei einem Krug Wein saß, wunderte ihn die Art, wie sie alle beide ihre Erfahrungen und Gesichtspunkte dieses kurzen, wilden Gefechts darlegten und Vergleiche zogen. Man ko

Inch schilderte gerade, wie aufgeregt sie alle an Bord der Hekla gewesen waren, als die Artilleriebeobachter der Marine-Infanterie den Einschlag des ersten Schusses signalisiert hatten; da trat Allday ein und meldete, Bickford sei von seiner Expedition ins Dorf zurück.

Bickford sah erschöpft aus, seine Uniform war voller Sand und Staub; er goß seinen Wein mit offensichtlichem Durst hinunter.»Ein Ort des Grauens, Sir«, berichtete er und schüttelte noch nachträglich den Kopf über seine schlimme Entdeckung.»Da wohnt schon seit Jahren niemand mehr. Keine Menschen, heißt das.»

Spottend sagte Gillmor:»Na, na, Mr. Bickford! Kobolde werden es doch bestimmt nicht sein!»

«Nein, Sir«, erwiderte Bickford mit tödlichem Ernst.»Hinter den Häusern haben wir eine große Grube gefunden, voller Menschenknochen. Viele Hunderte müssen sie da hineingeworfen haben, allem möglichen Viehzeug aus den Bergen zum Fraß.»

Erschrocken starrte Bolitho ihn an; Kälte stieg in seinem Herzen hoch. Die ganze Zeit war es dagewesen, und er hatte es nicht gesehen: das nächste Teilstück dieses Puzzlespiels.

«Die meisten Häuser«, fuhr der Leutnant fort,»bestehen bloß noch aus den Außenwänden. Aber da gibt es Ketten…»«

«Sklaven!«sagte Bolitho, und alle starrten ihn an. Sklaven. Unglaublich, daß er so lange gebraucht hatte, um zu sehen, was auf der Hand lag. Oder vielleicht hatte sich sein Unterbewußtsein dagegen gesträubt. Was sonst hätte Draffen hier für Geschäfte tätigen kö

Wie einfach es für Draffen gewesen war! Sein anscheinend selbstloses Angebot, die britische Flottenpräsenz im Mittelmeer zu fördern, war purer Eige

«Sie müssen aus vielen Teilen des Landes hierhergebracht worden sein«, sprach Bolitho weiter.»Karawanenwege, die wahrscheinlich schon Jahrhunderte alt sind, führen in die Berge. «Er ko

«Na ja«, sagte Gillmor unbehaglich,»Sklavenhandel hat es immer gegeben.»

Bolitho musterte ihn gelassen.»Skorbut hat es auch immer gegeben, aber nur ein Narr würde nichts dagegen tun!»

Ärgerlich wandte Gillmor sich ab.»Mein Gott, wie mich dieses Land anekelt! Sobald man nur den Fuß drauf setzt, kommt man sich vor wie angesteckt, wie unrein!»

«Sir Hugo Draffen wird das nicht gern hören, Sir«, warf Inch ein.

«Da kö

Bolitho ging langsam zum Fenster und spürte ihre Augen in seinem Rücken. Ebenso leicht, wie er ihnen jetzt den Rücken drehte, ko