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Er hob die Stimme.»Ich will Sie nicht länger vom Dienst abhalten, de
Ein leises Murmeln ging durch die dichtgedrängten Reihen, und Bolitho erriet, daß viele hoffnungsvolle Seelen bis zum letzten Moment, auch noch als das Schiff von der Brest-Blockade abgezogen und nach Gibraltar beordert worden war, geglaubt hatten, die Hyperion würde nach Hause segeln. Seine Worte, seine neue Bestallung hatten diese Hoffnung zerschlagen. Jetzt, mit dem ersten Stück windgefüllter Leinwand, würde jede Meile, die der algenbewachsene Kiel verschlang, sie noch weiter von England weg führen. Und für manchen wurde es bestimmt eine Reise ohne Wiederkehr.
Etwas ruhiger sprach er weiter:»England liegt im Kriege mit einem Tyra
Mit einem kurzen Nicken drehte er sich auf dem Absatz um.»Machen Sie weiter, Mr. Quarme. Teilen Sie Leute zur Wasserübernahme ein, und sorgen Sie dafür, daß der Zahlmeister reichlich frisches Obst an Bord nimmt. «Er blickte über die nebeldurchzogene Bai nach Algeciras hinüber.»Da wir ja neuerdings mit Spanien verbündet sind, sollte das nicht allzu schwer fallen.»
Der Erste Offizier faßte an den Hut. Da
Langsam schritt Bolitho nach achtern. Er fühlte sich ausgelaugt und eisig kalt. Die Hurras waren zwar rasch genug gekommen, aber sie klangen mehr wie eine Pflichtübung, ohne echtes Gefühl.
Er stieg die Stufen hinauf und schritt über das geräumige Achterdeck. Als er unter der Kampanje den Kopf einzog, sagte Allday gemächlich grinsend:»Ist nicht nötig, daß Sie sich bücken, Captain. Hier haben Sie reichlich Platz.»
Richard Bolitho schob die Papiere auf seinem Tisch etwas beiseite und lehnte sich zurück, um die Augen auszuruhen. Er blickte auf seine Taschenuhr und merkte überrascht, daß er fast sechs Stunden lang pausenlos über den Schiffsbüchern und Berichten gebrütet hatte, wobei sich sein geschäftiger Geist die ganze Zeit der Geräusche draußen und oben an Deck bewußt gewesen war. Mehr als einmal war er versucht gewesen, seine konzentrierte Arbeit zu unterbrechen und in die So
Zeit und Erfahrung würden ihm zeigen, wo die wirklichen Stärken und Schwächen seines neuen Schiffes lagen; schon in diesen paar Arbeitsstunden in seinem Quartier hatte er sich im Geiste ein brauchbares Bild gemacht. Nach allem, was er gelesen und überprüft hatte, schien die Hyperion unter dem verstorbenen Kommandanten Turner das normalste Schiff gewesen zu sein, das man sich nur vorstellen ko
Stirnrunzelnd lehnte sich Bolitho noch weiter im Stuhl zurück. Das war alles so normal, sogar langweilig für ein Schiff mit der kriegerischen Vergangenheit der Hyperion, daß es den Eindruck einer gewissen Lässigkeit machte.
Wieder sah er sich in seinem neuen Quartier um, als wolle er sich ein schwaches Abbild des früheren Bewohners verschaffen. Es war, fand er, eine geräumige, sogar elegante Kajüte und im Vergleich zu der kargen Enge an Bord einer Fregatte der reine Palast. Der Salon, in dem er saß, nahm die ganze Breite des Hecks ein und maß über dreißig Fuß von einer Wand zur anderen; die hohen Heckfenster, unter denen der geschnitzte Schreibtisch stand, schimmerten im Abendlicht und umrahmten das farbenprächtige Panorama des weiträumigen Hafens mit seinen vielen vor Anker liegenden Schiffen.
Es gab noch einen ebenso großen Speiseraum, und an den beiden Schmalseiten je einen kleineren abgetre
In plötzlichem Impuls stand Bolitho auf und ging zu dem Eßtisch aus Mahagoni hinüber. Er hatte sechs Ausziehplatten; Turner schien gern Gäste bei sich gesehen und sie großzügig bewirtet zu haben. Alle Stühle, auch die lange Sitzbank unter den Heckfenstern, waren mit feinem grünem Leder bezogen; und über dem üblichen Bodenbelag aus schwarz-weiß-gewürfelter Leinwand lag ein üppiger Teppich — mit dem Geld, das er gekostet hatte, ko
Er suchte sich einzureden, seine i
Er starrte sein Bild im Kajütspiegel an, sah die Falten auf der Stirn, die Schweißflecken auf dem Hemd. Automatisch strich er die schwarze Strähne aus der Stirn; dabei rührten seine Finger an die tiefe Narbe, die von der Braue schräg nach oben bis zum Haaransatz verlief. Ein seltsamer Gedanke, daß die Hyperion damals in nur wenigen Meilen Entfernung vorbeigesegelt war, als jenes Entermesser ihn niederstreckte und für den Rest seines Lebens zeichnete.
Ein nervöses Klopfen an der Tür, und ehe Bolitho antworten ko
Bolitho blickte ihm unwillig entgegen.»Was ist?«Der Ma
Bolitho bemerkte, wie die Augen des Ma
Gimlett sagte:»We
«Ich hatte keinen Hunger. «Das stimmte zwar nicht, war jedoch ein brauchbarer Kompromiß.»Aber danke, Gimlett, daß Sie daran dachten. «Auf einmal interessierte ihn dieser Steward.»Haben Sie Captain Turner lange gedient?»
«Jawohl, Sir. «Gimlett trat nervös von einem Fuß auf den anderen.»Und er war ein guter Herr, Sir. Sehr rücksichtsvoll, wirklich.»
«Sie stammen wohl aus Devon?«fragte Bolitho mit flüchtigem Lächeln.
«Aye, Sir. Ich war Erster Pferdeknecht im >Goldenen Löwen< in Plymouth, habe aber bei Captain Turner angeheuert, um meinem Vaterland besser zu dienen. «Doch da fiel sein Blick auf den Stoß Papiere auf Bolithos Tisch, und er sprach hastig weiter:»Also — ich hatte ein bißchen Ärger mit einem Zimmermädchen, Sir. Da war's schon besser so.»
Bolithos Lächeln wurde breiter. Anscheinend fürchtete Gimlett, sein früherer Herr kö