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Alexander Kent
Klar Schiff zum Gefecht
Richard Bolitho — Kapitän des Königs
I Ein Traum geht in Erfüllung
Das elegante, weiße Gebäude über der Küstenstraße lag nur wenige hundert Schritte von den belebten Hafenkais entfernt, de
De
Staub und Sand bedeckten seine neuen Schuhe, als er über breite Torwege durch gepflegte Gärten auf das Gebäude zuging. Wäre die Flagge nicht gewesen, die reglos am Mast hing, hätte es der Wohnsitz eines reichen Kaufma
In der schattigen Veranda war es nach der heftigen So
«Kommen Sie bitte hier herein, Sir!»
Sein Ton, we
Bolitho betrat einen kleinen Raum und hörte die Tür hinter sich zuschlagen. Zum ersten Mal seit langer Zeit war er ganz allein. Und allein stand er nun vor dem wichtigsten Schritt seines Lebens.
Er zwang sich, sehr langsam zum Fenster zu gehen. Unter seinem Blick breitete sich der Hafen wie ein riesiges Gemälde aus. English Harbour, Hauptquartier und Bollwerk der Seemacht Englands in Westindien und der Karibischen See! Jeder Schiffstyp schien hier vor Anker zu liegen. Mächtige Zweidecker im tiefen Hafenbecken hatten die So
Irgendwo im Haus brüllte ein Ma
Noch immer nicht ko
Von seinem ursprünglichen Rang als Vierter Leutnant war er durch Tod und Beförderung seiner nächsten Vorgesetzten aufgestiegen. Er hatte sich an die Trojan gewöhnt, we
Wie jeder Ma
Es schien unglaublich, daß ungeordnete Mä
In dieser Zeit wechselnder Angriffs- und Rückzugsgefechte war die Veränderung in Bolithos Leben eingetreten. Die Trojan hatte vor der Küste Puerto Ricos eine hübsche Brigg gejagt, deren Laderäume mit Konterbande und Schießpulver für die Amerikaner vollgestopft waren. Zwischen zwei langgestreckten Sandbänken gefangen und durch die beeindruckende Artillerie der Trojan bedroht, hatte sich der Kapitän zur Übergabe entschlossen.
Der Erste Offizier der Trojan wurde auf seinem eigenen Schiff dringend gebraucht, da die meisten anderen Offiziere erst kürzlich an Bord kommandiert worden waren und nur wenig Erfahrung besaßen. So traf Bolitho das Los, die Prise zu übernehmen mit dem Befehl, die Beute nach Antigua zu segeln und dort neue Instruktionen abzuwarten. Es war wie der Anfang eines schier unmöglich erscheinenden Traumes. Aufregende Erlebnisse, die Freiheit, nach eigenen Entschlüssen zu handeln und zu segeln, ohne daß ihn sein Kapitän beobachten ko
Das Schicksal aber hatte andere Pläne. Nach einigen Tagen sichteten sie eine andere, größere Brigg. Sie war gut geführt und stärker bewaffnet als auf solchen Schiffen üblich. Es gab keinen Zweifel, dieser Segler war ein Freibeuter, der offensichtlich zu einem Treffen mit der Prise herankreuzte.
Zu langen Überlegungen blieb keine Zeit. Der Gegner würde alle seglerischen und artilleristischen Möglichkeiten von Bolithos kleiner Prisenbesatzung weit übertreffen. Si
Doch alles lief so einfach ab, daß es nun im Rückblick wie ein Teil jenes unglaubhaften Traumes erschien. Scheinbar um Depeschen zu übergeben, manövrierten sie an den ahnungs-losen Freibeuter heran, gingen längsseits, und als beim Zusammenprall Segel und losgeschlagene Spieren auf die Decks beider Schiffe herabstürzten, enterten sie die feindliche Brigg. Eine knatternde Musketensalve, wildes Gebrüll der Enterer, und schon war das Schiff trotz vierfacher Überlegenheit genommen. Die Leute der Trojan waren mit dieser Kampfesweise vertraut. Nicht so die Besatzung des Kaperschiffes, dessen Kapitän zum ersten Mal als Kommandant fuhr.
So kam es, daß Bolitho mit zwei Prisen in Antigua einlief. Da sich der Landkrieg so zum Schlimmen gewendet hatte und die Ereignisse auf See sich dermaßen verwirrend und entmutigend entwickelten, wirkte seine siegreiche Ankunft unter dem Do
Nachdem er die beiden Prisen den Docks übergeben hatte, wurde ihm eine Kammer in einem abgetakelten Schiff, der Oktavia, zugewiesen. Die Oktavia war ursprünglich ein stattlicher Zweidecker gewesen, doch nachdem sie im Jahr zuvor in einem Hurrikan fast gesunken wäre, diente sie nun als Wohnschiff. Junge Offiziere, die auf neue Kommandos warteten, vertrieben sich dort die Zeit mit Kartenspiel, Schlaf oder betranken sich bis zur Bewußtlosigkeit. Beförderungen und Versetzungen, Seegerichte oder die letzten Vorbereitungen zur Heimreise eines im Kampf verstümmelten Seema