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V Viele Arten von Tapferkeit
«Es wird heller, Sir. «Bolitho stand neben dem reglosen Ruder und beobachtete das Wasser rund um den vor Anker liegenden Schoner, bis seine Augen schmerzten.
Sparke grunzte, sagte aber nichts; er kaute eifrig an einem Stück Käse.
Bolitho fühlte die Spa
Ein weiterer Unterschied zu früher war das Fehlen von Ordnung und Disziplin an Deck. Uniformen und die vertrauten blauen Jakken der Unteroffiziere waren verschwunden; die Leute lungerten in völliger Gleichgültigkeit gegenüber ihren Offizieren an der Verschanzung herum.
Lediglich die Marineinfanteristen, zusammengepfercht wie Sardinen in einer Dose, hockten noch im verschlossenen Laderaum und erwarteten das Signal, das vielleicht niemals erfolgen würde.
Sparke bemerkte beiläufig:»Selbst dieser Schoner würde schon ein feines, selbständiges Kommando abgeben, einen guten Anfang für jeden ehrgeizigen Offizier. «Er schnitt sich noch ein Stück Käse ab und fuhr da
Bolitho blickte zur Seite, aber es war nur ein springender Fisch, der seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Er mochte nicht an das Nachher denken. Für Sparke bedeutete es sicherlich Beförderung, vielleicht ein eigenes Kommando, womöglich auf diesem Schoner. Es schien sein ganzes Denken zu beherrschen.
Und warum schließlich nicht? Bolitho verdrängte seinen Neid, so gut es ging.
We
So lange man so jung war wie Couzens oder Forbes, empfand man den Anblick als genauso schrecklich, doch Schmerz und Tod schienen nur für andere da zu sein, nicht für einen selbst. Bolitho wußte es jetzt besser.
Stockdale stampfte schweren Schrittes über das Deck, die Hände auf dem Rücken, den Kopf in Gedanken gesenkt. Im langen blauen Rock wirkte er ganz wie ein Kapitän, besonders wie der eines Freibeuters.
Metall klirrte im Dunkel, und Sparke fuhr auf.»Stellen Sie den Namen dieses Ma
Bolitho blickte zum Großmast hinauf und suchte nach dem Wimpel. Der Wind hatte im Lauf der Nacht weiter auf beinahe rechtwe i-send Süd gedreht. We
Eine andere Gestalt stand jetzt am Ruder, ein Seema
Ihre Kaperfahrten hatten nicht lange gedauert, da
Jetzt stand er am Ruder und wartete darauf, seine Rolle zu spielen.
Bolitho hörte in der Dunkelheit das herankommende Rauschen von Regen, und da
Aber das Land war schon zu sehen, es lag wie eine große schwarze Platte hinter der bewegten See. Allmählich würde es sich in kleine Buchten, Bäume, Hügel und dichtes Unterholz gliedern, das bisher nur Indianer oder wilde Tiere durchzogen hatten. Um dieses Dickicht herum, manchmal auch hindurch, manövrierten die beiden Armeen, schickten ihre Seouls aus und maßen sich gelegentlich in wilden Schlachten, die mit Muskete und Bajonett, Jagdmesser und Degen ausgefochten wurden.
Was Seeleute auch erdulden mußten, ihr Leben war bei weitem besser, entschied Bolitho. Sie trugen ihr Heim jeweils mit sich, es lag an ihnen, was sie daraus machten.
«Ein Boot hält auf uns zu, Sir!»
Es war Balleine, eine Hand ans Ohr gelegt, was Bolitho an die letzten Augenblicke vor dem Entern des Schoners eri
Zunächst sagte Sparke weder etwas, noch bewegte er sich, und Bolitho dachte schon, er habe nichts gehört. Da
Als Balleine über Deck lief, um alle zu mobilisieren, sagte Spar-ke:»Ich höre es auch.»
Es war ein gleichmäßiges Klatschen von Riemen, der laute und anstrengende Schlag gegen eine starke Strömung.
Bolitho flüsterte:»Ein kleines Boot, Sir.»
«Ja.»
Das Boot kam mit überraschender Plötzlichkeit in Sicht, gegen des Schoners Bug wie ein Stück Treibholz. Es war ein kleines, starkes Ruderboot mit flachem Kiel, ein Dory, wie es von den Fischern hier in Tidengewässern benutzt wurde. Soweit zu erke
Da
Frowd bemerkte:»Die wollen bestimmt nicht fischen, nicht zu dieser Tageszeit.»
Überraschenderweise meinte Sparke beinahe jovial:»Sie wollten uns nur auf die Probe stellen, sehen, wer wir sind. Ein Schiff des Königs hätte sie mit Kartätschen verjagt, ebenso ein Schmuggler. Ich bin überzeugt, daß sie hier Tag und Nacht gewartet haben, und das seit Wochen, um ganz sicherzugehen. «Er zeigte grinsend die Zähne im schattigen Gesicht.»Die Burschen sollen etwas erleben, an das sie sich ihr ganzes Leben eri
Die Parole wurde längs des Decks weitergegeben, und die Seeleute entspa
Wolken fegten über den Himmel, mitunter gab ein Spalt die Farbe des nahenden Morgens frei, sonst sah man nur graues Wasser, das saftige Grün des Landes, weiße Schaumkämme und die Schlangenlinien einer starken auflandigen Strömung. Bolitho wußte aus den vergangenen zwei Jahren, daß hinter dem nächsten Kap, geschützt gegen die See, Städte, Siedlungen und einzelne Farmen lagen, die genug mit ihren eigenen Sorgen zu tun hatten und am Krieg keineswegs interessiert waren.
Bolithos Begeisterung, wieder zur See zu fahren, der Tradition seiner Ahnen gemäß, war bald getrübt worden durch bittere Erfahrungen. Viele derer, gegen die er jetzt kämpfen mußte, stammten wie er aus dem Südwesten Englands, aus Kent, aus Newcastle oder den anderen Küstenstädten, aus Schottland oder aus Wales. Sie hatten dieses neue Land gewählt, viel riskiert und sich mühsam ein neues Leben aufgebaut. Andere in höheren Stellungen, tiefverwurzelte Loyalität oder noch tieferes Mißtrauen hatten da