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Das Haus, vor dem die Kutsche schließlich hielt, war ein niedriges Gebäude, von einer dicken Mauer umgeben. Bolitho hielt es für eines der ältesten Häuser Rios. Es besaß den zusätzlichen Luxus eines großen Gartens und einer gepflegten Auffahrt.

Ein farbiger Diener empfing Bolitho ohne das geringste Zeichen von Überraschung und führte ihn in eine große, kreisrunde Eingangshalle, in der Marmorvasen voll Blumen standen, wie Bolitho sie auch im Garten gesehen hatte, und einige Plastiken, die in ihren Nischen wie verliebte Wachtposten in Schilderhäuschen wirkten.

Bolitho blieb in der Mitte der Halle zögernd stehen, ungewiß, was er als nächstes tun solle. Ein weiterer Diener ging vorbei, schaute auf irgendeinen fernen Punkt und ignorierte den Brief in Bolithos Hand.

Stockdale grollte.»Ich werde die Burschen auf Trab bringen, Sir!»

Eine Tür öffnete sich geräuschlos, und Bolitho bemerkte einen schmächtig gebauten Ma

Er fragte:»Sind Sie vom Schiff?»

Bolitho staunte, de

Der Ma

«Ich ke

Er führte ihn zu einem von Bücherregalen umsäumten Raum und bot ihm einen Stuhl an. Als die Tür von einem unsichtbaren Bediensteten geschlossen wurde, sah Bolitho, daß Stockdale auf dem gleichen Platz stand, wo er ihn verlassen hatte, bereit, ihn zu beschützen und — we

«Mein Name ist Jonathan Egmont. «Der Hausherr lächelte höflich.»Das wird Ihnen nichts sagen, de

Bolitho ließ die Arme auf den Stuhllehnen ruhen. Es war ein schön geschnitzter Lehnstuhl, er mußte hier — wie das ganze Haus — schon lange stehen.

Eine weitere Tür öffnete sich, und ein Diener wartete darauf, daß Egmont ihn bemerkte.»Etwas Wein, Leutnant?»

Bolithos Mund war wie ausgedörrt.»Ein Glas würde ich gern a

«Ruhen Sie sich aus, während ich lese, was Ihr Kommandant mir mitzuteilen hat.»

Bolitho sah sich im Raum um, als Egmont zu einem Tisch hinüberging und Dumaresqs Brief mit einem goldenen Stilett aufschlitzte. Rundherum Bücher über Bücher, und auf dem Boden einige wertvolle Teppiche. Es war schwierig, Einzelheiten zu erke

Fenster so dicht verhängt, daß es fast zu dunkel war, um den Gastgeber näher zu betrachten. Ein intelligentes Gesicht, dachte Bolitho. Der Ma

Egmont legte den Brief sorgsam auf den Tisch und schaute zu Bo-litho hinüber.

«Ihr Kommandant hat Ihnen nichts über den Inhalt erzählt?«Er sah Bolithos Gesichtsausdruck und schüttelte den Kopf.»Nein, natürlich nicht. Es war falsch, Sie danach zu fragen. «Bolitho sagte:»Er befahl mir, den Brief unverzüglich zu überbringen. Das ist alles.»

«Verstehe. «Einen Augenblick schien er unsicher, sogar besorgt. Da

Bolitho öffnete den Mund, schloß ihn aber wieder, als die Tür sich öffnete und eine Frau mit einem Tablett eintrat. Er sprang auf und schämte sich sogleich seines zerknitterten Hemdes und seiner schweißverklebten Haare. De

Ganz in Weiß gehalten war ihr Gewand, in der Taille durch einen schmalen goldenen Gürtel zusammengerafft. Ihr Haar glänzte pechschwarz wie seines und fiel, obwohl im Nacken durch ein Band gebändigt, üppig auf ihre Schultern, deren Haut wie Seide glänzte.

Sie musterte ihn vom Scheitel bis zur Sohle, wobei sie den Kopf leicht auf die Schulter neigte.

Egmont war aufgestanden und sagte förmlich:»Das ist meine Frau, Leutnant Bolitho.»

Bolitho verbeugte sich.»Es ist mir eine Ehre, Madam. «Er wußte nicht, was er weiter sagen sollte. Ihre Erscheinung bewirkte, daß er sich unbeholfen vorkam und unfähig, auch nur einen Satz herauszubringen; aber auch sie hatte noch nichts zu ihm gesagt.

Sie setzte das Tablett auf einen Tisch und hielt ihm die Hand entgegen.

«Seien Sie uns willkommen hier, Leutnant. Sie dürfen meine Hand küssen.»

Bolitho ergriff die Hand, fühlte ihre weiche Haut und roch ihr Parfüm, das ihm vollends den Kopf verdrehte.

Ihre Schultern waren nackt, und trotz des Zwielichts im Raum sah er, daß sie violette Augen hatte. Sie war schön, ja, mehr als das. Auch ihre Stimme, als sie ihm die Hand geboten hatte, war aufregend. Wie kam es, daß sie Egmonts Frau war? Sie mußte beträchtlich jünger sein, Spanierin oder Portugiesin, gewiß keine Engländerin. Bolitho hätte sich nicht gewundert, we

Er stammelte:»Richard Bolitho, Madam.»

Sie trat einen Schritt zurück und hielt eine Hand vor den Mund. Da

Egmont sagte:»Ich werde einen Brief schreiben, den Sie mitnehmen kö

Sie wandte sich wieder Bolitho zu.»Bitte kommen Sie uns besuchen, so lange Sie in Rio sind. «Sie deutete einen kleinen Knicks an, und ihre Augen ruhten dabei auf seinem Gesicht. Da

Da

Egmont sagte:»Es wird einen Augenblick dauern. Genießen Sie den Wein, während ich Tinte und Papier hole.»

Schließlich war es geschafft, und als Egmont den Umschlag mit feuerrotem Siegellack verschloß, bemerkte er kühl:»Eri

Stockdale betrachtete Bolitho neugierig, als er die Bibliothek verließ.»Alles erledigt, Sir?«Bolitho hielt i

Egmont dastehen sah. Sie sagte nichts und lächelte nicht einmal, sondern schaute ihn lediglich an — als ob sie sich etwas Unbeka

Die Tür schloß sich, und Bolitho glaubte fast, er habe sich alles nur eingebildet oder der Wein sei zu stark gewesen. Als er aber Stockdales Gesicht sah, wußte er, daß es kein Trugbild gewesen war.

«Wir kehren besser zum Schiff zurück, Stockdale.»

Stockdale folgte ihm hinaus ins So

Es war Dämmerung, als das Boot, das sie von der Landungsbrücke abgeholt hatte, an den Rüsteisen festmachte. Bolitho kletterte zur Fallreepspforte hinauf, mit seinen Gedanken noch bei der wunderschönen Frau im weißen Gewand.

Rhodes wartete auf ihn mit den Fallreepsgasten und flüsterte ihm schnell zu:»Der Erste Offizier erwartet Sie, Dick.»