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„Oh, Ihr werdet sie also stellen? Was wollt Ihr als Armee benutzen? Und wer soll sie befehligen?“

„Ich werde sie befehligen!“ erwiderte sie von oben herab. „Ich und Brom. Und zwar fünfhundert Ma

„Sechzig Ritter!“ Rods Mundwinkel verzogen sich verächtlich.

„Nicht genug für auch nur einen Sturm der Ritter aus dem Süden! Sechzig Ritter von wie vielen Hunderten Eures Reiches? Und alle anderen haben sich gegen Euch erhoben!

Von Euren zwölf hundert Fußsoldaten gegen Tausende der Rebellen ganz zu schweigen!“

Ihre Hände umklammerten die Stuhllehnen, um das Zittern der Finger zu verbergen. Furcht ließ sie erblassen.

„Wir werden für die Ehre der Plantagenets und Gramayres siegen oder eines edlen Todes sterben.“

„Von einem edlen Tod auf einem Schlachtfeld habe ich bisher noch nie etwas gesehen. Der Tod dort ist gewöhnlich recht grausam und blutig.“

„Seid still!“ fauchte sie. Schließlich hob sie stolz den Kopf, stand auf und schritt majestätisch zum wieder aufgerichteten Tisch. Sie ließ sich Pergament und Feder bringen und kritzelte etwas. Da

Rod nahm das Pergament und zerknüllte es in der Hand. Ohne die Augen von Catherine zu nehmen, warf er es in das Feuer.

„Ihr werdet jetzt einen Brief an den Herzog schreiben, den ich ihm überbringen werde“, sagte er mit eisiger Stimme. „Doch Ihr werdet ihm nichts befehlen, sondern ihn um die Ehre seines Besuches bitten!“

Ihre Haltung versteifte sich, sie schob das Ki

Sie funkelte ihn einen Moment wütend an, doch da

Etwas bewegte sich flink an einer Bodenleiste entlang und huschte hinter einen Wandteppich, wo es sich völlig still verhielt. Trotz der Schnelligkeit hatte Rod erka

Er kniff die Lippen zusammen und war mit zwei langen Schritten an der Wand, wo er den Teppich hob. Die Maus blickte ihn mit weit aufgerissenen grünen und sehr intelligent wirkenden Augen an.

„Ich habe etwas gegen Lauscher“, sagte Rod kalt. Die Maus zuckte ein wenig zurück, starrte ihn jedoch trotzig an. Rod runzelte die Stirn über einen plötzlichen Einfall. Er hob die

Maus vorsichtig hoch und hielt sie in Augenhöhe. Da

„Mir deucht, dieser Ma

„Eure Majestät“, sagte Brom nachdenklich und mit seltsam leuchtenden Augen. „Ihr trefft den Nagel damit vielleicht genauer auf den Kopf als Ihr ahnt.“

Die Zugbrücke echote hohl unter Rods eiligen Schritten. Er ra

„Hier, Rod!“ Der Rappe trottete durch die Bäume. Rod klopfte ihm freundschaftlich auf die Metallflanke. „Wie, zum Teufel, wußtest du, daß ich hierherkommen würde?“

„Ganz einfach, Rod. Eine Analyse Eures Verhaltensmusters und die simple Tatsache, daß dieser Wald am nächsten…“

„Vergiß es!“ brummte Rod. „Hat Tom den Herzog zum Haus Clovis gebracht?“ Als der Roboter es bejahte, schwang er sich in den Sattel. Nach einer Weile fummelte er in seinem Wams und holte die kleine Maus hervor. „Offenbar ist es völlig egal, was ich dir sage“, brummte er. „Du tust ja doch nur das, was du willst.“

Die Maus senkte die Augen und versuchte schuldbewußt dreinzuschauen, aber ihre Barthaare zitterten erfreut. Zärtlich rieb sie ihre Wange an Rods Handrücken. „Hör gut zu“, sagte Rod. „Du begibst dich jetzt ins Haus Clovis, dort reite ich nämlich auch hin. Das ist ein Befehl!“ Die Maus blickte mit großen unschuldigen Augen zu ihm hoch. „Ich bin sicher, das ist ein Befehl, den du ausnahmsweise einmal befolgen wirst, de

Er hob die Hand mit der Maus hoch und küßte sie sanft auf das

Naschen. Die Maus wand sich vor Begeisterung und tänzelte vor Freude auf seiner Hand herum, ehe aus ihren Vorderpfötchen winzige Flügel wurden und sie sich in einen Zaunkönig verwandelte. Rod blickte ihr nach, als sie durch die Luft flatterte.

Rod pochte an die Tür. Der bucklige, dürre Spötter öffnete. „Ja, Mylord?“ fragte er mit einem zahnstummeligen Lächeln. Rod hielt es für besser, ihm nicht zu zeigen, daß er ihn längst durchschaut und als den eigentlichen Kopf des Hauses Clovis erka

„Gewiß, Mylord.“ Der Spötter huschte voraus und öffnete die i

Rods Hände härteten sich zu Karateschwertern. Er wandte sich an den Spötter. „Ich komme als Freund.“

„O wirklich?“ Haß leuchtete aus den Augen des Buckligen.

„Auf welcher Seite steht Ihr de

„Genug deines Gequassels! Bring mich sofort zu Lord Loguire!“

„Das werden wir!“ Jetzt funkelten des Spötters Augen vor Hohn. Er warf einen Blick über Rods Schulter und nickte. Rod wollte sich umdrehen, aber da schien sein Schädel bereits zu explodieren.

Als er allmählich wieder zu sich kam, spürte er etwas Kaltes, Feuchtes unter seiner Wange. Alles um ihn wirkte verschwommen. Er schüttelte den Kopf, und fast hätte er vor Schmerzen aufgeschrien. Er blinzelte mehrmals, bis er endlich klarer sehen ko

und sagte sarkastisch: „Willkommen!“

Stumm wanderte Rods Blick weiter. Der alte Herzog war an die nächste Wand gekettet. „Ich dachte, Euer Knappe sollte mich in Sicherheit bringen“, sagte er düster.

Verrat! Rod hätte es besser wissen müssen, als Tom zu vertrauen. „Tom…“

„Hier, Herr!“ Rod drehte sich um. Tom lehnte an der dem Herzog gegenüberliegenden Wand. Er lächelte mit den traurigen Augen eines Hundes. „Ich hatte gehofft, Ihr würdet uns befreien. Und jetzt seid Ihr selbst in Ketten!“

Rod runzelte die Stirn. Erst jetzt bemerkte er, daß er genauso angekettet war wie die anderen. Schweigend blickte er sich weiter um. Das einzige Licht fiel von einem hohen vergitterten Fenster in das Verlies, das etwa dreieinhalb Meter breit, fünf lang und drei hoch war. Moos wucherte aus den klammen, verrottenden Steinen, auch auf dem Boden, wo er nicht mit fauligem Stroh bedeckt war. Die einzige Verschönerung des Raumes war ein Skelett, das durch mumifizierte Sehnen zusammengehalten, genau wie sie an die Wand gekettet war.

Rod drehte sich mit dem Gesicht zur Wand. „Gekab, wo bist du?“ flüsterte er so leise, daß die anderen die Worte nicht verstehen ko