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Der Riese drehte sich um und schritt zur Treppe zurück. Rod fiel neben ihn in Gleichschritt. Sie hatten die Treppe schon fast zur Hälfte zurückgelegt, als Tom endlich den Mund öffnete: „Wißt Ihr jetzt, Herr, wer diesen Zauber schickte?“

Rod nickte. „Das Haus Clovis.“

„Weshalb habt Ihr dieses — Ding nicht zerstört?“

Rod zuckte die Schultern. „Es diente uns bisher immer als gute Warnung, daß der Königin Gefahr droht.“

„Wem werdet Ihr davon erzählen?“

Rod schaute zu den Sternen auf. „Meinem Pferd“, antwortete er.

„Pferd?“ brummte Tom erstaunt.

„Ja, sonst niemandem, bis ich mir sicher sein ka

„Ah.“ Tom schien diese Erklärung zu genügen. Rod schätzte seinen Status nun noch höher als zuvor ein. Offenbar wußte der Bursche mehr von dem, was vorging, als er.

„Ihr seid dem Tod heute nacht nur um Haaresbreite entgangen, Meister“, brummte Tom.

„Oh, das glaube ich nicht. Es war nur ein vorgetäuschtes Gespenst, es hätte uns nichts anhaben kö

„Ich meinte nicht das Gespenst, Herr.“

„Ich weiß.“ Rod blickte Tom fest in die Augen, da

„Allerdings.“

Tom nickte bedächtig, da

„Herr“, sagte er nach einer Weile. „Ihr seid entweder der tapferste Ma

„Vermutlich beides“, murmelte Rod.

„Ihr hättet mich töten müssen, gleich, als Ihr mich durchschaut habt.“ Toms Stimme zitterte ein wenig.

Rod schüttelte nur wortlos den Kopf.

„Warum nicht?“ Tom brüllte es fast.

Rod seufzte. „Vor langer, langer Zeit lebte ein König…“

„Es ist nicht die richtige Zeit für Märchen, Herr!“

„Es ist kein Märchen, eher eine Parabel — und vermutlich beruht sie auf Wahrheit. Nun, der König hieß Hideyoshi und herrschte über ein Land namens Japan, und der höchste Edelma

„Und er wollte König werden?“

„Ich sehe, daß du mit dem grundlegenden Prinzip vertraut bist.

Jedenfalls wollte Hideyoshi leyayasu nicht töten.“

„Er war ein Narr“, knurrte Tom.

„Nein, de

Tom blieb stehen. „Und sie kämpften.“

Rod schüttelte den Kopf. „Hideyoshi sagt, er würde alt und schwach, und bat leyayasu, das Schwert für ihn zu tragen.“

Tom starrte Rod schweigend an. Da

„Und was geschah da

„Nichts. Sie unterhielten sich eine Weile, da

„Und?“

„Leyayasu war dem König treu ergeben, bis dieser starb.“

Toms Gesicht wirkte wie aus Holz geschnitten. „Ein kalkuliertes Risiko“, murmelte er.

„Ziemlich ungewöhnliche Sprache für einen Bauern hm?“

Etwas Unverständliches knurrend, wandte Tom sich ab. Nach einer Weile folgte Rod ihm lächelnd. Sie hatten den Wachraum fast erreicht, als Tom Rod eine Pranke auf die Schulter drückte.

„Was seid Ihr?“ brummte er.

„Du meinst, für wen ich arbeite? Nur für mich, Tom.“

„Nein.“ Tom schüttelte den Kopf. „Das glaube ich nicht. Aber danach fragte ich auch nicht. Was seid Ihr für ein Mensch?“

Rod runzelte die Stirn. „An mir ist nichts Ungewöhnliches.“

„O doch. Ihr tötet einen Bauern nicht einfach…“

„Ist das de

„Allerdings. Und Ihr kämpft für Euren Diener, und vertraut ihm, und erteilt ihm nicht nur Befehle, sondern unterhaltet Euch sogar mit ihm. Was seid Ihr nur, Rod Gallowglass?“

Verwirrt breitete Rod die Hände aus. „Ein Ma

Tom musterte ihn kurz, da

Ein Page eilte herbei. „Meister Gallowglass, die Königin erwartet Euch.“

Rod ritt mit Tom durch den frühen Morgen. Er war nur kurz bei der Königin gewesen, und sie hatte ihn bei ihrem Gespräch nicht angesehen, sondern ins Kaminfeuer gestarrt. „Ich fürchte um Onkel Loguire“, sagte sie. „Es gibt einige, die gern seinen ältesten Sohn an seiner Stelle sehen würden.“

Rod hatte steif geantwortet. „We

„Ich verliere jemanden, der mir sehr teuer ist!“ hatte sie gefaucht. „Mich interessiert die Freundschaft der Lords nicht, aber mein Onkel bedeutet mir sehr viel.“

Und das stimmt vermutlich auch, dachte Rod. Als Frau ko

„Ich möchte, daß Ihr noch heute zu Lord Loguire reitet und dafür sorgt, daß ihm nichts zustößt!“

Es gibt nichts Schlimmeres als eine Frau, die sich gekränkt fühlt, dachte Rod. Jetzt schickt Catherine ihren zuverlässigsten Leibwächter so weit fort, wie sie nur ko

„Gekab“, sagte er leise. „Ich bin ein Trottel. Ich bin hier, um dieses Königreich zu einer konstitutionellen Monarchie zu

machen, und nun lasse ich mich in den Süden schicken, während die Ratgeber jede Möglichkeit einer Konstitution verhindern und das Haus Clovis dabei ist, die Monarchin zu töten. Ganz abgesehen davon lasse ich mich auch noch von einem Knappen begleiten, der mir vielleicht doch einmal ein Messer in die Rippen jagt, we

2. TEIL — DIE HEXE VON NIEDRIGEM STAND

Inmitten von halbgemähten Wiesen, wo die So

Stirnrunzelnd blickte Rod von seiner Kocherei hoch und brüllte: „Heh! Mein Essen ist dir wohl nicht genug?“

Tom starrte ihn mit offenem Mund an.

„Komm schon!“ Rod winkte ungeduldig mit beiden Armen.

„Und bring den Zwieback mit. Im Schinkenfett geröstet schmeckt er nicht schlecht.“

Tom öffnete sprachlos den Mund, da

Das Wasser kochte. Rod warf eine Handvoll gemahlenen Kaffee in die Ka

„Ihr ladet mich wahrhaftig ein, mit Euch zu essen, Herr?“

Rod runzelte die Stirn. „Ist das wirklich so unverständlich?

Komm, gö

Tom streckte ihm den Lederbeutel entgegen, und Rod nahm einen tiefen Schluck. „Was ist de

Tom schloß die Lippen und zog die Brauen zusammen. Da

Verwirrt fragte Rod: „Was ist so selten oder gut an mir?“

Tom warf mehrere Zwiebackscheiben in das heiße Fett und schaute grinsend auf. „In diesem Land ißt ein Herr nicht mit seinem Diener.“

„Oh, das!“ Rod lachte. „Wir sind ja beide allein, Tom, und ich brauche mich nicht um solchen Unsi

„Ja“, brummte Tom. „Ein wahrhaft wundersam seltener Ma

„Und ein Narr, hm?“ Rod legte je zwei Stück Schinken auf bereitgestellte Holzteller und gab den Zwieback dazu. „Laß es dir schmecken, Tom.“

Der Riese aß schweigend, da