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Unserm stärksten Triebe, dem Tyra

Man muss vergelten, Gutes und Schlimmes: aber warum gerade an der Person, die uns Gutes oder Schlimmes that?

Man liebt seine Erke

Die Dichter sind gegen ihre Erlebnisse schamlos: sie beuten sie aus.

«Unser Nächster ist nicht unser Nachbar, sondern dessen Nachbar«— so denkt jedes Volk.

Die Liebe bringt die hohen und verborgenen Eigenschaften eines Liebenden an's Licht, — sein Seltenes, Ausnahmsweises: insofern täuscht sie leicht über Das, was Regel an ihm ist.

Jesus sagte zu seinen Juden:»das Gesetz war für Knechte, — liebt Gott, wie ich ihn liebe, als sein Sohn! Was geht uns Söhne Gottes die Moral an!»—

Angesichts jeder Partei. — Ein Hirt hat immer auch noch einen Leithammel nöthig, — oder er muss selbst gelegentlich Hammel sein.

Man lügt wohl mit dem Munde; aber mit dem Maule, das man dabei macht, sagt man doch noch die Wahrheit.

Bei harten Menschen ist die I

Das Christenthum gab dem Eros Gift zu trinken: — er starb zwar nicht daran, aber entartete, zum Laster.

Viel von sich reden ka

Im Lobe ist mehr Zudringlichkeit, als im Tadel.

Mitleiden wirkt an einem Menschen der Erke

Man umarmt aus Menschenliebe bisweilen einen Beliebigen (weil man nicht Alle umarmen ka

Man hasst nicht, so lange man noch gering schätzt, sondern erst, we

Ihr Utilitarier, auch ihr liebt alles utile nur als ein Fuhrwerk eurer Neigungen, — auch ihr findet eigentlich den Lärm seiner Räder unausstehlich?

Man liebt zuletzt seine Begierde, und nicht das Begehrte.

Die Eitelkeit Andrer geht uns nur da

Ober Das, was» Wahrhaftigkeit «ist, war vielleicht noch Niemand wahrhaftig genug.

Klugen Menschen glaubt man ihre Thorheiten nicht: welche Einbusse an Menschenrechten!

Die Folgen unsrer Handlungen fassen uns am Schopfe, sehr gleichgültig dagegen, dass wir uns inzwischen» gebessert «haben.

Es giebt eine Unschuld in der Lüge, welche das Zeichen des guten Glaubens an eine Sache ist.

Es ist unmenschlich, da zu segnen, wo Einem geflucht wird.

Die Vertraulichkeit des überlegenen erbittert, weil sie nicht zurückgegeben werden darf. —

«Nicht dass du mich belogst, sondern dass ich dir nicht mehr glaube, hat mich erschüttert.»—

Es giebt einen Übermuth der Güte, welcher sich wie Bosheit ausnimmt.

«Er missfällt mir.«— Warum? — »Ich bin ihm nicht gewachsen.«— Hat je ein Mensch so geantwortet?

Fünftes Hauptstück:

Zur Naturgeschichte der Moral

Die moralische Empfindung ist jetzt in Europa ebenso fein, spät, vielfach, reizbar, raffinirt, als die dazu gehörige» Wissenschaft der Moral «noch jung, anfängerhaft, plump und grobfingrig ist: — ein anziehender Gegensatz, der bisweilen in der Person eines Moralisten selbst sichtbar und leibhaft wird. Schon das Wort» Wissenschaft der Moral «ist in Hinsicht auf Das, was damit bezeichnet wird, viel zu hochmüthig und wider den guten Geschmack: welcher immer ein Vorgeschmack für die bescheideneren Worte zu sein pflegt. Man sollte, in aller Strenge, sich eingestehn, was hier auf lange hinaus noch noth thut, was vorläufig allein Recht hat: nämlich Sammlung des Materials, begriffliche Fassung und Zusammenordnung eines ungeheuren Reichs zarter Werthgefühle und Werthunterschiede, welche leben, wachsen, zeugen und zu Grunde gehn, — und, vielleicht, Versuche, die wiederkehrenden und häufigeren Gestaltungen dieser lebenden Krystallisation anschaulich zu machen, — als Vorbereitung zu einer Typenlehre der Moral. Freilich: man war bisher nicht so bescheiden. Die Philosophen allesammt forderten, mit einem steifen Ernste, der lachen macht, von sich etwas sehr viel Höheres, Anspruchsvolleres, Feierlicheres, sobald sie sich mit der Moral als Wissenschaft befassten: sie wollten die Begründung der Moral, — und jeder Philosoph hat bisher geglaubt, die Moral begründet zu haben; die Moral selbst aber galt als» gegeben«. Wie ferne lag ihrem plumpen Stolze jene unscheinbar dünkende und in Staub und Moder belassene Aufgabe einer Beschreibung, obwohl für sie kaum die feinsten Hände und Si