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Wie die Bäche und die Pflanzen brauchten auch die Seelen eine Art von Regen: die Hoffnung, den Glauben, einen Grund, zu leben. We
Also würden die Soldaten bald kommen. Und er würde froh sein, sie zu sehen.
Er trank ein wenig vom kristallklaren Wasser, das neben ihm dahinfloß. Er wusch sein Gesicht und suchte einen Schatten, um dort seine Verfolger zu erwarten. Ein Mensch ka
Obwohl die Priester ihn einen Propheten na
Er war nicht der erste, der versuchte, sich der Bestimmung zu entziehen, die Gott für jeden Menschen auf Erden bereithielt.
Einem Freund von ihm, der eine großartige Stimme hatte, verboten die Eltern, Sänger zu werden, weil dieser Beruf seine Familie entehrt hätte. Eine seiner Jugendfreundi
»Der Mensch wurde geboren, um sein Schicksal zu verraten.« Gott gab den Herzen nur unmögliche Aufgaben.
»Warum?« Vielleicht weil die Tradition aufrechterhalten werden mußte.
Doch das war keine gute Antwort. »Die Bewohner Libanons sind weiter als wir, weil sie die Tradition der Seefahrer fortgeführt haben. Als alle Welt nur ein und denselben Schiffstyp benutzte, hatten sie beschlossen, etwas ganz anderes zu bauen. Viele verloren auf See ihr Leben, doch die Schiffe wurden verbessert, und nun beherrschen die Phönizier weltweit den Handel. Sie haben einen hohen Preis bezahlt, um sich anzupassen, doch es hat sich gelohnt.« Vielleicht verriet der Mensch sein Schicksal, weil Gott nicht näher war. Er hatte in die Herzen Träume gelegt, die einer Zeit entstammten, in der alles möglich war, und hatte sich da
Gott war fern. We
»Vielleicht haben unsere Eltern sich geirrt und fürchteten, wir würden dieselben Fehler machen. Oder vielleicht haben sie sich auch nie geirrt und wissen nicht, wie sie uns helfen kö
Der Bach floß neben ihm dahin, einige Raben kreisten am Himmel, Pflanzen wuchsen unbeirrbar aus dem sandigen, sonst unfruchtbaren Boden. Was hätten wohl ihre Ahnen gesagt?
»Bächlein, suche dir einen besseren Ort, um in deinem klaren Wasser die Helligkeit der So
»Ich lerne«, sagte er zum Vogel, »auch we
Der Rabe flog auf. Elia wartete weiter auf Isebels Soldaten, de
Der Tag verging, ohne daß etwas geschah. Sollten sie vergessen haben, daß der größte Feind ihres Baal noch am Leben war? Warum verfolgte ihn Isebel nicht, obwohl sie doch wissen mußte, wo er sich befand?
»Weil ich es in ihren Augen gelesen habe, und sie ist eine kluge Frau«, sagte er sich. »Mein Tod würde mich zu einem Märtyrer des Herrn machen. Als Flüchtling bin ich nur ein Feigling, der selbst nicht glaubt, was er sagt.« Ja, genau das war die Strategie der Prinzessin.
Kurz vor Einbruch der Nacht ließ sich ein Rabe – derselbe? – auf dem Ast nieder, auf dem er ihn schon am Morgen gesehen hatte. In seinem Schnabel hielt er ein kleines Stück Fleisch, das er plötzlich fallen ließ.
Für Elia war es ein Wunder. Er lief zum Baum, griff sich das Stückchen und aß es. Er wußte nicht, woher es kam, und wollte es auch nicht wissen. Hauptsache, er ko
Seine jähe Bewegung hatte den Vogel nicht verscheucht.
>Dieser Vogel weiß, daß ich hier Hungers sterben werdeEr ernährt seine Beute, um später ein üppigeres Mahl zu haben.< Isebel gab mit Elias Flucht auch dem Glauben an Baal neue Nahrung.
Geraume Zeit beäugten der Mensch und der Vogel einander.
»Ich würde mich gern mit dir unterhalten, Rabe. Heute morgen dachte ich, daß die Seelen Nahrung brauchen. We
»Und we
Elia verwandelte sich in Gedanken in den Raben.
»Was erwartet Gott von dir«, fragte er sich, als wäre er der Rabe.
»Er erwartet von mir, daß ich Prophet bin.« »Das haben die Priester gesagt. Doch vielleicht ist es überhaupt nicht das, was Gott will.« »Doch, genau das will Er. De
»Doch nicht alle sehen einen Engel«, sagte Elia.
Darauf sagte der Rabe nichts. Nach einer Weile brach der Vogel das Schweigen – oder vielmehr Elias eigene Seele, die wegen der So
»Eri
Elia eri
»We
Letztere bewiesen, daß für sie der Fluch Gottes über Adam die einzige Wahrheit war: »Verflucht sei der Acker um deinetwillen!
Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang.« Sie hatten keine Freude an der Arbeit, und langweilten sich an den heiligen Tagen, weil sie ausruhen mußten. Sie benutzten die Worte Gottes als eine Entschuldigung für ihr u