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Für Grenouille stand fest, dass ohne den Besitz des Duftes sein Leben keinen Si
Er ging langsam auf das Mädchen zu, immer näher, trat unter das Vordach und blieb einen Schritt hinter ihr stehen. Sie hörte ihn nicht.
Sie hatte rote Haare und trug ein graues Kleid ohne Ärmel. Ihre Arme waren sehr weiß und ihre Hände gelb vom Saft der aufgeschnittenen Mirabellen. Grenouille stand über sie gebeugt und sog ihren Duft jetzt völlig unvermischt ein, so wie er aufstieg von ihrem Nacken, ihren Haaren, aus dem Ausschnitt ihres Kleides, und ließ ihn in sich hineinströmen wie einen sanften Wind. Ihm war noch nie so wohl gewesen. Dem Mädchen aber wurde es kühl.
Sie sah Grenouille nicht. Aber sie bekam ein banges Gefühl, ein sonderbares Frösteln, wie man es bekommt, we
Sie war so starr vor Schreck, als sie ihn sah, dass er viel Zeit hatte, ihr seine Hände um den Hals zu legen. Sie versuchte keinen Schrei, rührte sich nicht, tat keine abwehrende Bewegung. Er seinerseits sah sie nicht an. Ihr feines sommersprossenübersprenkeltes Gesicht, den roten Mund, die großen funkelnd grünen Augen sah er nicht, de
Als sie tot war, legte er sie auf den Boden mitten in die Mirabellenkerne, riss ihr Kleid auf, und der Duftstrom wurde zur Flut, sie überschwemmte ihn mit ihrem Wohlgeruch. Er stürzte sein Gesicht auf ihre Haut und fuhr mit weitgeblähten Nüstern von ihrem Bauch zurBrust, zum Hals, in ihr Gesicht und durch die Haare und zurück zum Bauch, hinab an ihr Geschlecht, an ihre Schenkel, an ihre weißen Beine. Er roch sie ab vom Kopf bis an die Zehen, er sammelte die letzten Reste ihres Dufts am Ki
Als er sie welkgerochen hatte, blieb er noch eine Weile neben ihr hocken, um sich zu versammeln, de
In dieser Nacht erschien ihm sein Verschlag wie ein Palast und seine Bretterpritsche wie ein Himmelbett. Was Glück sei, hatte er in seinem Leben bisher nicht erfahren. Er ka
Noch in derselben Nacht inspizierte er, wachend erst und da
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Zu jener Zeit gab es in Paris ein gutes Dutzend Parfumeure. Sechs von ihnen lebten am rechten Ufer, sechs am linken Ufer, und einer akkurat dazwischen, nämlich auf dem Pont au Change, welcher das rechte Ufer mit der Ile de la Cité verband. Diese Brücke war zu beiden Seiten so dicht mit vierstöckigen Häusern bebaut, dass man beim Überschreiten den Fluss an keiner Stelle zu Gesicht bekam, sondern sich auf einer ganz normalen, fest fundierten und obendrein noch äußerst eleganten Straße wähnte. In der Tat galt der Pont au Change für eine der feinsten Geschäftsadressen der Stadt. Hier befanden sich die renommiertesten Läden, hier saßen die Goldschmiede, die Ebenisten, die besten Perückenmacher und Taschner, die Verfertiger feinster Dessous und Strümpfe, Rahmenmacher, Reitstiefelhändler, Epaulettensticker, Goldknöpfegießer und Bankiers. Und hier lag auch das Geschäfts- und Wohnhaus des Parfumeurs und Handschuhmachers Giuseppe Baldini. Über sein Schaufenster spa
Hinter dem Kontor aus hellem Buchsbaum aber stand Baldini selbst, alt und starr wie eine Säule, in silberbepuderter Perücke und blauem goldbetresstem Rock. Eine Wolke von Frangipaniwasser, mit dem er sich allmorgendlich besprühte, umgab ihn geradezu sichtbar und rückte seine Person in nebelhafte Ferne. In seiner Unbeweglichkeit sah er aus wie sein eignes Inventar. Nur we