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Harry hatte keine Lust, in den Gryffindor-Turm zu gehen und zu hören, wie sich Ron und Hermine gegenseitig anfauchten, und so sah er Hagrid eine Weile beim Umgraben zu, bis ihn die Dunkelheit verschluckte und die Eulen ringsum allmählich erwachten und an Harry vorbei in die Nacht flatterten.
Beim Frühstück am nächsten Tag war die schlechte Laune von Ron und Hermine endgültig verflogen, und Rons düstere Prophezeiung, die Hauselfen würden jetzt nur noch miserables Essen an den Gryffindor-Tisch schicken, weil Hermine sie gekränkt hatte, erwies sich als falsch; Schinken, Eier und Lachs waren genauso gut wie immer.
Als die Eulen kamen, sah Hermine auf, offenbar erwartete sie Post.
»Percy wird noch keine Zeit gehabt haben zu antworten«, sagte Ron.»Wir haben Hedwig doch erst gestern losgeschickt.«
»Nein, das ist es nicht«, sagte Hermine.»Ich hab den Tagespropheten abo
»Gute Idee!«, sagte Harry und sah nun ebenfalls hoch zu den Eulen.»Hey, Hermine, ich glaub, du hast Glück -«
Ein Steinkauz segelte auf Hermine zu.
»Der hat aber keine Zeitung«, sagte sie mit enttäuschter Miene.»Er -«
Doch zu ihrer Verblüffung landete der Steinkauz vor ihrem Teller, dicht gefolgt von vier Schleiereulen, einer Sumpfohreule und einem Waldkauz.
»Wie viele Abos hast du eigentlich bestellt?«, fragte Harry und griff nach Hermines Becher, bevor er von der flügelschlagenden Eulenschar umgeworfen wurde, die alle auf Hermine zudrängelten, weil jede ihren Brief als Erste abliefern wollte.
»Was um Himmels willen -?«, sagte Hermine, nahm dem Steinkauz den Brief ab, öffnete ihn und bega
»Was ist?«, fragte Ron.
»Das ist – nein, wie lächerlich -«, sie klatschte Harry den Brief in die Hand, der nun sah, daß er nicht handgeschrieben, sondern mit ausgeschnittenen Buchstaben, offenbar aus dem Tagespropheten, zusammengeklebt war.
Du bist ein BösEs MädchEN, HaRRy PottEr verDienT eineBesserE.
VerSchwinde daHin wo du herKommst mUggel.
»Die sind alle so!«, sagte Hermine verzweifelt und öffnete einen Brief nach dem anderen.»›Du hast Harry Potter nicht verdient… ‹ – ›Dich sollte man in Froschlaich kochen… ‹ Autsch!«
Sie hatte den letzten Brief geöffnet und gelblich grüne Flüssigkeit, die stark nach Benzin roch, spritzte ihr über die Hände, auf denen sofort große gelbe Blasen aufquollen.
»Unverdü
»Au!«, wimmerte Hermine, und ihre Augen füllten sich mit Tränen, während sie versuchte, den Eiter mit einer Serviette von ihren Händen zu wischen, doch ihre Finger waren nun so dicht mit schmerzhaften Geschwülsten bedeckt, daß es aussah, als trage sie ein Paar dicke, ausgebeulte Handschuhe.
»Du gehst am besten in den Krankenflügel«, sagte Harry, während die Eulen um Hermine eine nach der anderen davonflogen,»wir sagen da
»Ich hab sie gewarnt!«, sagte Ron, als Hermine, die Hände schützend unter dem Umhang versteckt, aus der Großen Halle eilte.»Ich hab ihr gesagt, sie soll Rita Kimmkorn nicht ärgern! Sieh dir den hier an…«Er nahm einen der Briefe, die Hermine zurückgelassen hatte, und las ihn vor:»›In der Hexenwoche hab ich gelesen, was für ein falsches Spiel du mit Harry Potter treibst, und dieser Junge hat es doch schwer genug gehabt, und ich werde dir mit der nächsten Post einen Fluch schicken, sobald ich einen Umschlag finde, der groß genug ist.‹ Zum Teufel, sie sollte gut auf sich aufpassen.«
Hermine erschien nicht zu Kräuterkunde. Als Harry und Ron das Gewächshaus verließen und sich auf den Weg zu Pflege magischer Geschöpfe machten, sahen sie Malfoy, Crabbe und Goyle die Steintreppe vor dem Schloß herunterkommen. Hinter ihnen wisperte und giggelte Pansy Parkinson mit ihrer Bande Slytherin-Mädchen. Als Pansy Harry erka
Harry würdigte sie keines Blickes; er wollte ihr nicht auch noch die Genugtuung gö
Hagrid, der ihnen in der letzten Stunde verkündet hatte, daß sie mit den Einhörnern fertig seien, erwartete sie vor der Hütte mit einer neuen Sammlung offener Kisten zu seinen Füßen. Harrys Laune verschlechterte sich beim Anblick der Kisten noch mehr – das war doch nicht etwa eine frische Kröterbrut? Doch als er nahe genug war, ko
»Das sind Niffler«, verkündete Hagrid, als sich die Klasse im Kreis aufgestellt hatte.»Man findet sie meist unten in Bergwerksstollen. Sie stehn auf Glitzerzeug… da seht ihr's. schon.«
Ein Niffler war plötzlich hochgeschnellt, umklammerte Pansy Parkinsons Arm und versuchte ihr die Uhr vom Handgelenk zu beißen. Kreischend stolperte sie ein paar Schritte zurück.
»Nützliche kleine Schatzsucher«, sagte Hagrid glücklich.»Dachte, wir machen uns heut 'nen lustigen Vormittag mit denen. Seht ihr das dort drüben?«Er deutete auf das große Stück frisch umgegrabener Erde, auf dem ihn Harry vom Eulereifenster aus hatte arbeiten sehen.»Ich hab dort 'n paar Goldmünzen vergraben. Wessen Niffler nachher die meisten Goldmünzen ausgräbt, kriegt von mir 'nen Preis. Ihr müßt nur eure Wertsachen ablegen, da
Harry nahm seine Uhr ab, die er nur noch aus Gewohnheit trug, und steckte sie in die Tasche. Da
»Wartet mal«, sagte Hagrid und sah hinunter in die Kiste,»da ist noch 'n Niffler übrig… wer fehlt hier? Wo ist Hermine?«
»Sie muß sich verarzten lassen«, sagte Ron.»Erklären wir dir später«, murmelte Harry; Pansy Parkinson hatte die Ohren gespitzt.
So viel Spaß hatten sie in Pflege magischer Geschöpfe mit Abstand noch nicht gehabt. Die Niffler tauchten in das Stück Erde ein und wieder daraus auf, als ob es ein Teich wäre, da
»Ka
Hermine kam über den Rasen auf sie zu. Ihre Hände waren rundum bandagiert und sie sah elend aus. Pansy Parkinson beobachtete sie mit glänzenden Knopfaugen.
»Gut, schauen wir mal, wie ihr abgeschnitten habt!«, sagte Hagrid.»Zählt eure Münzen! Und es hat keinen Zweck zu stehlen, Goyle«, fügte er hinzu, die käferschwarzen Augen zu Schlitzen verengt.»Das ist Leprechan-Gold. Löst sich nach 'n paar Stunden auf.«
Mit mürrisch verzogenem Mund leerte Goyle seine Taschen. Wie sich herausstellte, war Rons Niffler der Tüchtigste gewesen, und Hagrid überreichte ihm als Preis einen Riesenriegel Schokolade aus dem Honigtopf. Glockengeläut wehte über das Land und rief sie zum Mittagessen; Harry, Ron und Hermine blieben noch kurz da, um Hagrid zu helfen, die Niffler in die Kisten zu stecken, während der Rest der Klasse zum Schloß ging. Harry fiel auf, daß Madame Maxime sie von ihrem Kutschenfenster aus beobachtete.