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Das Wasser war so kalt, daß die Haut auf seinen Beinen bra
Er ko
Da
Harry klammerte die Hände um den Hals und spürte zwei große, gelippte Schlitze gleich unter den Ohren, die in der kalten Luft flatterten… er hatte Kiemen. Ohne weiter nachzudenken, tat er das Einzige, was Si
Der erste Zug eisigen Wassers kam ihm vor wie das lebensrettende Atemholen. Der Wirbel in seinem Kopf legte sich; er nahm einen weiteren kräftigen Zug Wasser und spürte, wie es sanft durch seine Kiemen floß und Sauerstoff in sein Gehirn schickte. Er streckte die Hände vor sich aus und betrachtete sie. Unter Wasser wirkten sie gespenstisch grün und zwischen den Fingern hatten sich Schwimmhäutchen gebildet. Er neigte den Kopf nach unten und musterte seine nackten Füße – sie waren länger geworden, und auch zwischen seinen Zehen waren nun Schwimmhäutchen; es sah aus, als wären ihm Flossen gewachsen.
Das Wasser schien ihm nun auch nicht mehr eisig… im Gegenteil, er fühlte sich angenehm, kühl und sehr leicht. Harry machte noch einen Schwimmzug und freute sich, wie schnell und weit seine Flossenfüße ihn durchs Wasser trieben, freute sich, wie klar er jetzt sehen ko
Stille drückte auf seine Ohren, während er über eine fremde, dunkle, neblige Landschaft schwebte. Er hatte nur drei Meter Sicht, und während er rasch durchs Wasser glitt, tauchten plötzlich immer neue Landschaften aus der Dunkelheit auf: Wälder aus wimmelndem schwarzem Tang, weite, mit matt schimmernden Steinen übersäte Schlickebenen. Tiefer hinunter schwamm er, und weit hinaus in die Mitte des Sees, mit aufgerissenen Augen durch das schauerlich graue Licht starrend, auf die Schatten um ihn her, die er nicht durchdringen ko
Kleine Fische flitzten an ihm vorbei wie Silberpfeile. Das eine oder andere Mal glaubte er etwas Großes vor sich zu erke
Hellgrüner Tang erstreckte sich vor ihm, so weit sein Blick reichte, meterhoch, wie eine wild verwucherte Wiese. Harry spähte ohne zu blinzeln in die Tiefen und versuchte in dem düsteren Licht Gestalten zu erke
Harry wirbelte herum und sah einen Grindeloh, einen kleinen, gehörnten Wasserdämon, den Kopf aus dem Tang strecken, die langen Finger fest um Harrys Bein geklammert und die spitzen Vorderzähne gebleckt – rasch steckte Harry seine mit Schwimmhäutchen bewachsene Hand in die Tasche und tastete nach seinem Zauberstab – aber bis er ihn in den Fingern hatte, waren zwei weitere Grindelohs aus dem Tang aufgetaucht, hatten sich an seinem Umhang festgeklammert und versuchten ihn in die Tiefe zu ziehen.
»Relaschio!«, rief Harry, doch kein Laut kam aus seinem Mund… nur eine große Blase, und sein Zauberstab schoß auch keinen Funkenstrom gegen die Grindelohs, sondern einen Strahl offenbar kochend heißen Wassers, de
Harry ging es nun ein wenig langsamer an, steckte den Zauberstab in den Umhang und blickte lauschend umher, während er einen großen Kreis im Wasser schwamm. Die Stille lastete nun noch schwerer auf seinen Trommelfellen. Er wußte, daß er tief unten im See sein mußte, doch nichts außer dem wimmelnden Tang bewegte sich.»Wie kommst du so voran?«
Harry war einem Herzanfall nahe. Er wirbelte herum und sah die Maulende Myrte im nebligen Licht vor sich schwimmen und ihn durch ihre dicke Perlmuttbrille anstarren.
»Myrte!«, versuchte Harry zu rufen, doch wiederum kam nichts als eine große Blase aus seinem Mund. Doch der Maulenden Myrte gelang es zu kichern.
»Vielleicht probierst du es mal dort drüben!«, sagte sie und deutete ins Trübe.»Ich komm nicht mit… ich mag sie nicht besonders, sie jagen mich immer, we
Harry bedankte sich mit nach oben gerecktem Daumen und schwamm erneut los, darauf bedacht, etwas höher über dem Tang zu bleiben, um den Grindelohs, die vielleicht noch auf ihn lauerten, zu entgehen.
Er schwamm, wie es ihm vorkam, mindestens zwanzig Minuten lang. Weite Ebenen schwarzen Schlamms, von seinen Flossen trüb aufgewirbelt, zogen unter ihm hinweg. Da
»In einer Stunde mußt du es finden
und es uns da
Nach ein paar raschen Zügen sah Harry vor sich einen großen Fels aus dem trüben Wasser auftauchen. Auf den Stein waren Wassermenschen gemalt; sie trugen Speere und waren offenbar auf der Jagd nach Riesenkraken. Harry schwamm weiter, am Fels vorbei, und folgte dem Wassermenschenlied.
»… die Zeit ist halb um, so zaudre nicht,
sonst sieht, was du suchst, nie mehr das Licht.«
Aus der Dunkelheit ragten plötzlich einige primitive und mit Algen bewachsene steinerne Behausungen ins trübe Licht. Durch die dunklen Fenster sah Harry hie und da ein paar Gesichter… Gesichter, die nicht entfernt der Nixe auf jenem Badezimmergemälde ähnelten…
Die Wassermenschen hatten gräuliche Haut und langes, wildes, dunkelgrünes Haar. Ihre Augen waren gelb, wie ihre splittrigen Zähne, und sie trugen dicke Perlenschnüre um den Hals. Mit scheelen Blicken verfolgten sie grinsend, wie Harry vorbeischwamm; einige wenige kamen aus ihren Höhlen, um ihn besser betrachten zu kö
Harry schwamm rasch weiter, spähte umher und sah bald noch weitere Behausungen auftauchen; um. manche davon waren Tanggärten angelegt, und vor einer Tür, an einem Pfahl angeleint, sah er sogar einen Hausgrindeloh. Von allen Seiten erschienen jetzt Wassermenschen und betrachteten ihn neugierig, deuteten auf seine Flossenhände und Kiemen und tuschelten hinter vorgehaltenen Händen miteinander. Schnell bog Harry um einen Felsen, doch dahinter tat sich ein sonderbares Schauspiel vor ihm auf. Eine ganze Schar Wassermenschen schwebte vor einer Häuserreihe, die eine Art Dorfplatz bildete, nur daß dieser Platz unter Wasser errichtet war. Ein Wassermenschenchor in der Mitte des Platzes sang jenes Lied, das die Champions anlocken sollte, und hinter dem Chor ragte eine Statue auf: ein gigantischer Wassermensch, mit groben Schlägen aus einem mächtigen Geröllblock gehauen. An die Schwanzflosse des steinernen Wassermenschen waren vier Menschen gefesselt.