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»Lumos«, flüsterte Harry fünfzehn Minuten später, als er die Tür zur Bibliothek öffnete.

Mit leuchtender Zauberstabspitze schlich er an den Regalen entlang und zog Bücher heraus – noch mehr Bücher über Hexerei und Zauberei, Bücher über Wassermenschen und Wassermonster, Bücher über berühmte Hexen und Zauberer, über magische Erfindungen, Bücher über einfach alles, in denen vielleicht auch nur beiläufig erwähnt war, wie man unter Wasser überleben ko

Ein Uhr… zwei Uhr… um sich anzuspornen, blieb ihm nur, sich selbst einzureden: Im nächsten Buch… im nächsten… im nächsten…

Die Nixe auf dem Gemälde im Badezimmer der Vertrauensschüler lachte und lachte. Harry trieb wie ein Korken auf dem schaumigen Wasser um ihren Fels, während sie den Feuerblitz über seinem Kopf ausgestreckt hielt.

»Komm und hol ihn dir!«, giggelte sie hämisch.»Los, spring schon!«

»Ich ka

Doch sie stieß ihm nur die Besenspitze schmerzhaft in die Seite und lachte ihn aus.

»Das tut weh – laß das sein – autsch -«

»Harry Potter muß aufwachen, Sir!«

»Hör auf mich zu stupsen -«

»Dobby muß Harry Potter stupsen, Sir, er muß aufwachen!«

Harry öffnete die Augen. Er war immer noch in der Bibliothek; der Tarnurnhang war ihm im Schlaf vom Kopf gerutscht und er lag mit der Wange auf dem Großen Selbsthilfebuch für Zauberer. Er setzte sich auf, rückte seine Brille zurecht und blinzelte ins helle Tageslicht.

»Harry Potter muß sich beeilen!«, quiekte Dobby.»Die zweite Runde begi

Er blickte auf seine Uhr. Dobby hatte Recht. Es war zwanzig nach neun. Ein großes schweres Gewicht schien ihm durch die Brust in den Magen zu fallen.

»Beeilung, Harry Potter!«, quiekte Dobby und zupfte ihn am Ärmel.»Sie sollten längst unten am See bei den anderen Champions sein, Sir!«

»Es ist zu spät, Dobby«, sagte Harry mit hoffnungsloser Stimme.»Ich werde nicht antreten, ich weiß nicht, wie -«

»Harry Potter wird diese Aufgabe lösen!«, quiekte der Elf.»Dobby wußte, daß Harry nicht das richtige Buch gefunden hat, also hat Dobby es für ihn getan!«

»Was?«, sagte Harry.»Aber du weißt doch gar nicht, was in der zweiten Aufgabe drankommt -«

»Dobby weiß es sehr wohl, Sir! Harry Potter muß in den See hinein und seinen Wheezy finden -«»Meinen was finden?«

»- und seinen Wheezy von den Wassermenschen zurückholen!«

»Was ist ein Wheezy?«

»Ihren Wheezy, Sir, Ihren Wheezy – Wheezy, der Dobby seinen Pulli geschenkt hat!«

Dobby zupfte an dem geschrumpften kastanienbraunen Pulli, den er jetzt über seinen Shorts trug.

»Was?«, keuchte Harry.»Sie haben… sie haben Ron?«

»Das, was Harry Potter am meisten vermissen wird, Sir!«, quiekte Dobby.»Und nach einer Stunde -«

»›- fehlt dir das Glück‹«, zitierte Harry und sah den Elfen an,»›zu spät, 's ist fort und kommt nicht zurück.‹ Dobby – was muß ich tun?«

»Sie müssen essen, Sir!«, quiekte der Elf, steckte die Hand in die Tasche seiner Shorts und zog etwas heraus, das aussah wie eine Kugel aus schmierigen, graugrünen Rattenschwänzen.»Kurz bevor Sie in den See gehen, Sir – Dianthuskraut!«

»Was bewirkt das?«, fragte Harry und starrte die Krautkugel an.

»Es macht, daß Harry Potter unter Wasser atmen ka

»Dobby«, sagte Harry aufgebracht,»hör zu – bist du dir sicher?«

Er ko

»Dobby ist sich ganz, ganz sicher, Sir!«, sagte der Elf mit ernster Miene.»Dobby hört dies und das, Sir, er ist ein Hauself, er geht im ganzen Schloß herum und macht Feuer und wischt die Böden, Dobby hat Professor McGonagall und Professor Moody im Lehrerzimmer gehört, wie sie über die nächste Aufgabe gesprochen haben… Dobby ka

Harrys Zweifel schwanden. Er sprang auf und riß sich den Tarnurnhang herunter, stopfte ihn in seine Schultasche, packte die Dianthuskraut-Kugel und steckte sie in seinen Umhang, da

»Dobby muß zurück in die Küche, Sir!«, quiekte Dobby, als sie in den Korridor stürzten.»Man wird Dobby vermissen – viel Glück, Harry Potter, Sir, viel Glück!«

»Bis später da

In der Eingangshalle traf er auf ein paar Nachzügler aus der Großen Halle, die durch das Eichenportal hinausgingen, um sich die zweite Runde anzusehen. Mit aufgerissenen Augen sahen sie Harry vorbeiflitzen, die steinerne Treppe hinunterrasen und, beinahe Colin und De

»Ich… ich bin… da…«, keuchte Harry, bremste schlitternd ab und bespritzte Fleur versehentlich mit Uferschlamm.

»Wo hast du gesteckt?«, sagte eine herrische, mißbilligende Stimme.»Wir haben schon gewartet!«

Harry wandte sich um. Percy Weasley saß am Richtertisch – Mr Crouch war wieder einmal nicht erschienen.

»Schon gut, Percy!«, sagte Ludo Bagman, der ungeheuer erleichtert schien, Harry zu sehen.»Lassen Sie ihn doch erst mal Luft holen!«

Dumbledore lächelte Harry zu, doch Karkaroff und Madame Maxime schienen keineswegs erfreut, ihn zu sehen – nach ihren Mienen zu schließen hatten sie offenbar geglaubt, er würde nicht mehr auftauchen.

Harry stützte die Hände auf die Knie und rang nach Luft; er hatte solches Seitenstechen, daß es ihm vorkam, als hätte er ein Messer zwischen den Rippen. Aber er hatte nicht die Zeit, es ausklingen zu lassen; Ludo Bagman trat nun zwischen die Champions und stellte sie in drei Meter Abstand am Ufer entlang auf. Harry stand ganz am Ende der Reihe, neben Krum, der eine Badehose trug und seinen Zauberstab bereithielt.

»Alles klar, Harry?«, wisperte Bagman und zog Harry ein paar Schritte weiter von Krum fort.»Du weißt, wie du es anstellst?«

»Ja«, keuchte Harry und massierte sich die Rippen.

Bagman kniff ihm kurz in die Schulter und kehrte zum Richtertisch zurück; er richtete den Zauberstab, wie schon bei der Weltmeisterschaft, auf seine Kehle, sagte»Sonorus!«und ließ seine Stimme über das Wasser hinüber zu den Tribünen dröhnen.

»Es ist so weit, unsere Champions sind bereit für die nächste Aufgabe, die auf meinen Pfiff hin begi

Der Pfiff hallte in der kalten, windstillen Luft schrill wider; auf den Tribünen brach Jubel und Beifall los; ohne sich darum zu kümmern, was die anderen Champions taten, zog Harry Schuhe und Socken aus, zog die Hand voll Dianthuskraut aus der Tasche, stopfte sich die Kugel in den Mund und watete hinaus in den See.