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Ohne Eitelkeit.  — Leidenschaftliche Menschen denken wenig an Das, was die Anderen denken, ihr Zustand erhebt sie über die Eitelkeit.

Die Contemplation.  — Bei dem einen Denker folgt der dem Denker eigene beschauliche Zustand immer auf den Zustand der Furcht, bei einem andern immer auf den Zustand der Begierde. Dem ersten scheint demnach die Beschaulichkeit mit dem Gefühl der Sicherheit verbunden, dem andern mit dem Gefühl der Sättigung — das heisst: jener ist dabei muthig, dieser überdrüssig und neutral gestimmt.

Auf der Jagd.  — Jener ist auf der Jagd, angenehme Wahrheiten zu haschen, dieser — unangenehme. Aber auch der Erstere hat mehr Vergnügen an der Jagd, als an der Beute.

Erziehung.  — Die Erziehung ist eine Fortsetzung der Zeugung und oft eine Art nachträglicher Beschönigung derselben.

Woran der Hitzigere zu erke

Sich vertheidigen.  — Manche Menschen haben das beste Recht, so und so zu handeln; aber we

Moralische Verzärtelung.  — Es giebt zart moralische Naturen, welche bei jedem Erfolge Beschämung und bei jedem Misserfolge Gewissensbisse haben.

Gefährlichstes Verlernen.  — Man fängt damit an, zu verlernen, Andere zu lieben und hört damit auf, an sich nichts Liebenswerthes mehr zu finden.

Auch eine Toleranz.  — »Eine Minute zu lange auf glühenden Kohlen gelegen haben und ein Wenig dabei anzubre

Verschiedener Stolz.  — Die Frauen sind es, welche bei der Vorstellung erbleichen, ihr Geliebter möchte ihrer nicht werth sein; die Mä

Wem man selten gerecht wird.  — Mancher ka

Luxus.  — Der Hang zum Luxus geht in die Tiefe eines Menschen: er verräth, dass das Überflüssige und Unmässige das Wasser ist, in dem seine Seele am liebsten schwimmt.

Unsterblich machen.  — Wer seinen Gegner tödten will, mag erwägen, ob er ihn nicht gerade dadurch bei sich verewigt.

Wider unsern Charakter.  — Geht die Wahrheit, die wir zu sagen haben, wider unsern Charakter — wie es oft vorkommt — , so benehmen wir uns dabei, als ob wir schlecht lögen und erregen Misstrauen.

Wo viel Milde noth thut.  — Manche Naturen haben nur die Wahl, entweder öffentliche Übelthäter oder geheime Leidträger zu sein.

Krankheit.  — Unter Krankheit ist zu verstehen: eine unzeitige A

Die Ängstlichen.  — Gerade die ungeschickten ängstlichen Wesen werden leicht zu Todtschlägern: sie verstehen die kleine zweckentsprechende Vertheidigung oder Rache nicht, ihr Hass weiss aus Mangel an Geist und Geistesgegenwart keinen andern Ausweg, als die Vernichtung.

Ohne Hass.  — Du willst von deiner Leidenschaft Abschied nehmen? Thue es, aber ohne Hass gegen sie! Sonst hast du eine zweite Leidenschaft. — Die Seele der Christen, die sich von der Sünde freigemacht hat, wird gewöhnlich hinterher durch den Hass gegen die Sünde ruinirt. Sieh die Gesichter der grossen Christen an! Es sind die Gesichter von grossen Hassern.

Geistreich und beschränkt.  — Er versteht Nichts zu schätzen, ausser sich; und we

Die privaten und öffentlichen Ankläger. — Sieh dir Jeden genau an, der anklagt und inquirirt, — er enthüllt dabei seinen Charakter: und zwar nicht selten einen schlechteren Charakter, als das Opfer hat, hinter dessen Verbrechen er her ist. Der Anklagende meint in aller Unschuld, der Gegner eines Frevels und eines Frevlers müsse schon an sich von gutem Charakter sein oder als gut gelten, — und so lässt er sich gehen, das heisst: er lässt sich heraus.

Die freiwillig Blinden.  — Es giebt eine Art schwärmerischer, bis zum Äussersten gehender Hingebung an eine Person oder Partei, die verräth, dass wir im Geheimen uns ihr überlegen fühlen und darüber mit uns grollen. Wir blenden uns gleichsam freiwillig zur Strafe dafür, dass unser Auge zu viel gesehen hat.

Remedium amoris.  — Immer noch hilft gegen die Liebe in den meisten Fällen jenes alte Radicalmittel: die Gegenliebe.

Wo ist der schlimmste Feind?  — Wer seine Sache gut führen ka

Gränze aller Demuth.  — Zu der Demuth, welche spricht: credo quia absurdum est, und ihre Vernunft zum Opfer anbietet, brachte es wohl schon Mancher: aber Keiner, so viel ich weiss, bis zu jener Demuth, die doch nur einen Schritt davon entfernt ist und welche spricht: credo quia absurdus sum.

Wahrspielerei.  — Mancher ist wahrhaftig, — nicht weil er es verabscheut, Empfindungen zu heucheln, sondern weil es ihm schlecht gelingen würde, seiner Heuchelei Glauben zu verschaffen. Kurz, er traut seinem Talent als Schauspieler nicht und zieht die Redlichkeit vor, die» Wahrspielerei«.

Muth in der Partei.  — Die armen Schafe sagen zu ihrem Zugführer:»gehe nur immer voran, so wird es uns nie an Muth fehlen, dir zu folgen. «Der arme Zugführer aber denkt bei sich:»folgt mir nur immer nach, so wird es mir nie an Muth fehlen, euch zu führen.»

Verschlagenheit des Opferthiers.  — Es ist eine traurige Verschlagenheit, we

Durch Andre hindurch.  — Es giebt Menschen, die gar nicht anders gesehen werden wollen, als durch Andre hindurchschimmernd. Und daran ist viel Klugheit.

Andern Freude machen.  — Warum geht Freude machen über alle Freuden? — Weil man damit seinen fünfzig eignen Trieben auf Einmal eine Freude macht. Es mögen das einzeln sehr kleine Freuden sein: aber thut man sie alle in Eine Hand, so hat man die Hand voller, als jemals sonst, — und das Herz auch! —