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Fünfter Akt
Stellas Kabinett. Im Mondschein
Stella.
Sie hat Fernandos Porträt und ist im Begriff, es von dem Blendrahmen loszumachen.
Stella.
Fülle der Nacht, umgib mich! fasse mich! leite mich! ich weiß nicht, wohin ich trete! — Ich muß! ich will hinaus in die weite Welt! Wohin? Ach wohin? — Verba
Sie ergreift das Porträt.
Und dich sollt ich zurücklassen?
Sie nimmt ein Messer und fängt an, die Nägel loszubrechen.
O daß ich ohne Gedanken wäre! daß ich in dumpfem Schlaf, daß ich in hinreißenden Tränen mein Leben hingäbe! — Das ist und wird sein: — du bist elend! —
Das Gemälde nach dem Monde wendend.
Ha, Fernando! da du zu mir tratst und mein Herz dir entgegensprang, fühltest du nicht das Vertrauen auf deine Treue, deine Güte? — Fühltest du nicht, welch Heiligtum sich dir eröffnete, als sich mein Herz gegen dich aufschloß? — Und du bebtest nicht vor mir zurück? Versankst nicht? Entflohst nicht? — Du ko
Das Porträt anschauend.
So groß! so schmeichelnd! — Der Blick war's, der mich ins Verderben riß! — Ich hasse dich! Weg! wende dich weg! — So dämmernd! so lieb! — Nein! Nein! — Verderber! — Mich?
— Mich? — Du? Mich? —
Sie zuckt mit dem Messer nach dem Gemälde.
Fernando! —
Sie wendet sich ab, das Messer fällt, sie stürzt mit einem Ausbruch von Tränen vor den Stuhl nieder.
Liebster! Liebster! — Vergebens! Vergebens! —
Bedienter kommt.
Bedienter.
Gnädige Frau! wie Sie befahlen, die Pferde sind an der hintern Gartentür. Ihre Wäsche ist aufgepackt. Vergessen Sie nicht Geld!
Stella.
Das Gemälde!
Bedienter nimmt das Messer auf und schneidet das Gemälde von dem Rahmen und rollt's.
Hier ist Geld.
Bedienter.
Aber warum?
Stella , einen Moment stillstehend, auf- und umherblickend.
Komm!
Ab.
Saal
Fernando.
Fernando.
Laß mich! Laß mich! Sieh! da faßt's mich wieder mit all der schrecklichen Verworrenheit! — So kalt, so graß liegt alles vor mir — als wär die Welt nichts — ich hätte drin nichts verschuldet — Und sie! — Ha! bin ich nicht elender als ihr? Was habt ihr an mich zu fordern? — Was ist nun des Si
Sich die Stirn haltend.
Wo's zuletzt widerstößt! Nirgends vor, nicht hinter sich! Nirgends Rat und Hülfe! — Und diese zwei, diese drei besten weiblichen Geschöpfe der Erde? — elend durch mich — elend ohne mich! — Ach, noch elender mit mir! — We
Er nimmt eine Pistole vom Tisch.
Doch, auf alle Fälle! —
Er ladet.
Cäcilie kommt.
Cäcilie.
Mein Bester! wie ist uns?
Sie sieht die Pistolen.
Das sieht ja reisefertig aus!
Fernando legt sie nieder.
Cäcilie.
Mein Freund! Du scheinst mir gelassener. Ka
Fernando.
Was willst du, Cäcilie? Was willst du, mein Weib?
Cäcilie.
Ne
Fernando.
Ich höre!
Cäcilie.
Nimm's zu Herzen! Ich bin nur ein Weib, ein kummervolles, klagendes Weib; aber Entschluß ist in meiner Seele. — Fernando — ich bin entschlossen — ich verlasse dich!
Fernando spottend.
Kurz und gut?
Cäcilie.
Meinst du, man müsse hinter der Tür Abschied nehmen, um zu verlassen, was man liebt?
Fernando.
Cäcilie!
Cäcilie.
Ich werfe dir nichts vor, und glaube nicht, daß ich dir so viel aufopfere. Bisher beklagte ich deinen Verlust; ich härmte mich ab über das, was ich nicht ändern ko
Fernando.
Nimmer! Nimmer!
Cäcilie.
Du fährst auf?
Fernando.
Du marterst mich!
Cäcilie.
Du sollst glücklich sein! Ich habe meine Tochter — und einen Freund an dir. Wir wollen scheiden, ohne getre
Fernando.
Als Scherz wär's zu grausam; als Ernst ist's unbegreiflich! — Wie's nun will, Beste! — Der kalte Si
Cäcilie.
Nun de
Fernando fährt auf und geht wild auf und ab.
Cäcilie.
Wer betrügt sich? Wer betäubt seine Qualen durch einen kalten, ungefühlten, ungedachten, vergänglichen Trost? Ja, ihr Mä
Fernando.
Überhebe dich nicht deiner Gelassenheit! — Stella! Sie ist elend! Sie wird ihr Leben fern von mir und dir ausjammern. Laß sie! Laß mich!
Cäcilie.
Wohl, glaube ich, würde ihrem Herzen die Einsamkeit tun; wohl ihrer Zärtlichkeit, uns wieder vereinigt zu wissen. Jetzo macht sie sich bittere Vorwürfe. Sie würde mich immer für unglücklicher halten, we
Fernando.
Laß sie fliehen! Laß sie in ein Kloster!
Cäcilie.
We
Fernando.
Ha! was soll das? Bist du ein böser Geist, in Gestalt meines Weibs? Was kehrst du mein Herz um und um? Was zerreißest du das zerrissene? Bin ich nicht zerstört, zerrüttet genug? Verlaß mich! Überlaß mich meinem Schicksal! — und Gott erbarme sich euer!