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Indessen hatten die guten Anstalten, zu denen sich die beiden Freunde berufen fühlten, ununterbrochenen Fortgang. Ja täglich fanden sie neuen Anlaß, etwas zu bedenken und zu unternehmen. Als sie eines Tages zusammen durch das Dorf gingen, bemerkten sie mißfällig, wie weit es an Ordnung und Reinlichkeit hinter jenen Dörfern zurückstehe, wo die Bewohner durch die Kostbarkeit des Raums auf beides hingewiesen werden.
“Du eri
“Hier zum Beispiel”, versetzte Eduard, “ginge das wohl an. Der Schloßberg verläuft sich in einen vorspringenden Winkel herunter; das Dorf ist ziemlich regelmäßig im Halbzirkel gegenüber gebaut; dazwischen fließt der Bach, gegen dessen Anschwellen sich der eine mit Steinen, der andre mit Pfählen, wieder einer mit Balken und der Nachbar soda
“Laß es uns versuchen,”, sagte der Hauptma
“Ich mag mit Bürgern und Bauern nichts zu tun haben, we
“Du hast so unrecht nicht,” erwiderte der Hauptma
Indem sie standen und sprachen, bettelte sie ein Mensch an, der mehr frech als bedürftig aussah. Eduard, ungern unterbrochen und beunruhigt, schalt ihn, nachdem er ihn einigemal vergebens gelassener abgewiesen hatte; als aber der Kerl sich murrend, ja gegenscheltend, mit kleinen Schritten entfernte, auf die Rechte des Bettlers trotzte, dem man wohl ein Almosen versagen, ihn aber nicht beleidigen dürfe, weil er so gut wie jeder andere unter dem Schutze Gottes und der Obrigkeit stehe, kam Eduard ganz aus der Fassung.
Der Hauptma
An dem einen Ende des Dorfes liegt das Wirtshaus, an dem andern wohnen ein Paar alte gute Leute; an beiden Orten mußt du eine kleine Geldsumme niederlegen. Nicht der ins Dorf Hereingehende, sondern der Hinausgehende erhält etwas; und da die beiden Häuser zugleich an den Wegen stehen, die auf das Schloß führen, so wird auch alles, was sich hinaufwenden wollte, an die beiden Stellen gewiesen.”
“Komm,” sagte Eduard, “wir wollen das gleich abmachen; das Genauere kö
“Ich weiß recht gut,” sagte Eduard, indem sie zusammen den Schloßberg wieder hinauf’stiegen, “daß alles in der Welt ankommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluß. So hast du die Parkanlagen meiner Frau sehr richtig beurteilt und mir auch schon einen Wink zum Bessern gegeben, den ich ihr, wie ich gar nicht leugnen will, sogleich mitgeteilt habe.”
“Ich ko
“Dadurch müssen wir uns”, versetzte Eduard, “nicht abschrecken lassen. We
Die von dem Hauptma
Der Hauptma
“Nun aber”, sagte Charlotte, “kommt meine Sorge. Notwendig muß etwas Bestimmtes ausgesetzt werden; und we
“Du scheinst uns nicht sonderlich viel zu vertrauen”, sagte Eduard. “Nicht viel in willkürlichen Dingen.”, versetzte Charlotte. “Die Willkür wissen wir besser zu beherrschen als ihr.”
Die Einrichtung war gemacht, die Arbeit rasch angefangen, der Hauptma
Es ist mit den Geschäften wie mit dem Tanze — Personen, die gleichen Schritt halten, müssen sich unentbehrlich werden; ein wechselseitiges Wohlwollen muß notwendig daraus entspringen, und daß Charlotte dem Hauptma
7. KAPITEL
Indem nun Charlotte mit dem Hauptma
Eduard hatte bei zunehmenden Jahren immer etwas Kindliches behalten, das der Jugend Ottiliens besonders zusagte. Sie eri
Bei solchen Verhältnissen waren manche Geschäfte, welche die beiden Freunde zusammen früher vorgenommen, gewissermaßen in Stocken geraten, so daß sie für nötig fanden, sich wieder eine übersicht zu verschaffen, einige Auf’sätze zu entwerfen, Briefe zu schreiben. Sie bestellten sich deshalb auf ihre Kanzlei, wo sie den alten Kopisten müßig fanden. Sie gingen an die Arbeit und gaben ihm bald zu tun, ohne zu bemerken, daß sie ihm manches aufbürdeten, was sie sonst selbst zu verrichten gewohnt waren. Gleich der erste Auf’satz wollte dem Hauptma