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Das war noch nicht alles. Ihre Fräulein Tochter, gnädige Frau, sonst lebhaft und freimütig, war im Gefühl ihres heutigen Triumphs ausgelassen und übermütig. Sie sprang mit ihren Preisen und Zeugnissen in den Zimmern herum und schüttelte sie auch Ottilien vor dem Gesicht. ‚Du bist heute schlecht gefahren!‘ rief sie aus. Ganz gelassen antwortete Ottilie: ‚Es ist noch nicht der letzte Prüfungstag.‘ ‚Und doch wirst du immer die Letzte bleiben!‘ rief das Fräulein und sprang hinweg.
Ottilie schien gelassen für jeden andern, nur nicht für mich. Eine i
Noch eins, das ich vielleicht in der Folge vergessen kö
Eduard hatte diese Briefe vorgelesen, nicht ohne Lächeln und Kopfschütteln. Auch ko
“Genug!” rief Eduard endlich aus, “Es ist entschieden, sie kommt! Für dich wäre gesorgt, meine Liebe, und wir dürfen nun auch mit unserm Vorschlag hervorrücken. Es wird höchst nötig, daß ich zu dem Hauptma
Charlotte ließ sich‘s gefallen, und Eduard schilderte ihre künftige Lebensart. Unter andern rief er aus: “Es ist doch recht zuvorkommend von der Nichte, ein wenig Kopfweh auf der linken Seite zu haben; ich habe es manchmal auf der rechten. Trifft es zusammen und wir sitzen gegeneinander, ich auf den rechten Ellbogen, sie auf den linken gestützt, und die Köpfe nach verschiedenen Seiten in die Hand gelegt, so muß das ein paar artige Gegenbilder geben.”
Der Hauptma
“Nun, ich dächte doch,” versetzte Charlotte, “das verstünde sich von selbst.”
“Freilich,” rief Eduard, “Es kehrte zu seinem A zurück, zu seinem A und O!” rief er, indem er auf’sprang und Charlotten fest an seine Brust drückte.
6. KAPITEL
Ein Wagen, der Ottilien brachte, war angefahren. Charlotte ging ihr entgegen; das liebe Kind eilte, sich ihr zu nähern, warf sich ihr zu Füßen und umfaßte ihre Kniee.
“Wozu die Demütigung!” sagte Charlotte, die einigermaßen verlegen war und sie aufheben wollte. “Es ist so demütig nicht gemeint.” versetzte Ottilie, die in ihrer vorigen Stellung blieb. Ich mag mich nur so gern jener Zeit eri
Sie stand auf, und Charlotte umarmte sie herzlich. Sie ward den Mä
Den andern Morgen sagte Eduard zu Charlotten: “Es ist ein angenehmes, unterhaltendes Mädchen.”
“Unterhaltend?” versetzte Charlotte mit Lächeln, “Sie hat ja den Mund noch nicht aufgetan.”
“So?” erwiderte Eduard, indem er sich zu besi
Charlotte gab dem neuen Ankömmling nur wenige Winke, wie es mit dem Hausgeschäfte zu halten sei. Ottilie hatte schnell die ganze Ordnung eingesehen, ja, was noch mehr ist, empfunden. Was sie für alle, für einen jeden insbesondere zu besorgen hatte, begriff sie leicht. Alles geschah pünktlich. Sie wußte anzuordnen, ohne daß sie zu befehlen schien, und wo jemand säumte, verrichtete sie das Geschäft gleich selbst.
Sobald sie gewahr wurde, wieviel Zeit ihr übrig blieb, bat sie Charlotten, ihre Stunden einteilen zu dürfen, die nun genau beobachtet wurden. Sie arbeitete das Vorgesetzte auf eine Art, von der Charlotte durch den Gehülfen unterrichtet war. Man ließ sie gewähren. Nur zuweilen suchte Charlotte sie anzuregen. So schob sie ihr manchmal abgeschriebene Federn unter, um sie auf einen freieren Zug der Handschrift zu leiten; aber auch diese waren bald wieder scharf geschnitten.
Die Frauenzimmer hatten untereinander festgesetzt, französisch zu reden, we
Charlotte nahm indes die älteren Papiere wieder vor, die sich auf Ottilien bezogen, um sich in Eri
Sie fand zwar bei dieser Untersuchung nichts Neues, aber manches Beka
Das nächste, was die Frauen beschäftigte, war der Anzug. Charlotte verlangte von Ottilien, sie solle in Kleidern reicher und mehr ausgesucht erscheinen. Sogleich schnitt das gute tätige Kind die ihr früher geschenkten Stoffe selbst zu und wußte sie sich, mit geringer Beihülfe anderer, schnell und höchst zierlich anzupassen. Die neuen, modischen Gewänder erhöhten ihre Gestalt, de
Dadurch ward sie den Mä
Auf manche Weise hatte daher die Gesellschaft durch Ottiliens Ankunft gewo
In Erwiderung dagegen wuchs die Dienstbeflissenheit Ottiliens mit jedem Tage. Je mehr sie das Haus, die Menschen, die Verhältnisse ke
Diese anständige Dienstfertigkeit Ottiliens machte Charlotten viel Freude. Ein einziges, was ihr nicht ganz angemessen vorkam, verbarg sie Ottilien nicht. “Es gehört”, sagte sie eines Tages zu ihr, “unter die lobenswürdigen Aufmerksamkeiten, daß wir uns schnell bücken, we