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Zweiter Akt

Das Haus des Clavigo

Clavigo.

Wer die Franzosen sein mögen, die sich bei mir haben melden lassen? — Franzosen! Sonst war mir diese Nation willkommen! — Und warum nicht jetzt? Es ist wunderbar, ein Mensch, der sich über so vieles hinaussetzt, wird doch an einer Ecke mit Zwirnsfäden angebunden. — Weg! — Und wär ich Marien mehr schuldig als mir selbst? und ist's eine Pflicht, mich unglücklich zu machen, weil mich ein Mädchen liebt?

Ein Bedienter.

Bedienter.

Die Fremden, mein Herr.

Clavigo.

Führ sie herein! Du sagtest doch ihrem Bedienten, daß ich sie zum Frühstück erwarte?

Bedienter.

Wie Sie befahlen.

Clavigo.

Ich bin gleich wieder hier. Ab.

Beaumarchais. Saint George.

Der Bediente setzt ihnen Stühle und geht.

Beaumarchais.

Es ist mir so leicht! so wohl! mein Freund, daß ich endlich hier bin, daß ich ihn habe; er soll mir nicht entwischen. Sein Sie ruhig; wenigstens zeigen Sie ihm die gelassenste Außenseite! Meine Schwester! meine Schwester! Wer glaubte, daß du so unschuldig als unglücklich bist? Es soll an den Tag kommen, du sollst auf das grimmigste gerächt werden. Und du, guter Gott, erhalt mir die Ruhe der Seele, die du mir in diesem Augenblicke gewährest, daß ich mit aller Mäßigung in dem entsetzlichen Schmerz und so klug handle als möglich!

Saint George.

Ja diese Klugheit, alles, mein Freund, was Sie jemals von Überlegung bewiesen haben, nehm ich in Anspruch. Sagen Sie mir's zu, mein Bester, noch einmal, daß Sie bedenken, wo Sie sind. In einem fremden Königreiche, wo alle Ihre Beschützer, wo all Ihr Geld nicht im stande ist, Sie gegen die geheimen Maschinen nichtswürdiger Feinde zu sichern.

Beaumarchais.

Sein Sie ruhig! Spielen Sie Ihre Rolle gut, er soll nicht wissen, mit welchem von uns beiden er's zu tun hat. Ich will ihn martern. O, ich bin guten Humors genug, um den Kerl an einem langsamen Feuer zu braten.

Clavigo.

Meine Herren, es ist mir eine Freude, Mä

Beaumarchais.

Mein Herr, ich wünsche, daß auch wir der Ehre würdig sein mögen, die Sie unsern Landsleuten anzutun belieben.

Saint George.

Das Vergnügen, Sie ke

Clavigo.

Personen, die der erste Anblick empfiehlt, sollten die Bescheidenheit nicht so weit treiben.

Beaumarchais.

Freilich ka

Clavigo.

Der König hat viele Gnade für meine geringe Dienste, und das Publikum viel Nachsicht für die unbedeutenden Versuche meiner Feder; ich wünschte, daß ich einigermaßen etwas zu der Verbesserung des Geschmacks in meinem Lande, zur Ausbreitung der Wissenschaften beitragen kö

Beaumarchais.

Es ist entzückend, einen Ma

Clavigo macht eine verbindliche Beugung.

Beaumarchais.

Und der eine besondere Zierde der Gelehrten ist, indem er gewußt hat, mit seinen Talenten einen solchen Grad von Weltklugheit zu verbinden; dem es nicht fehlen ka

Clavigo.

Kein Vorschlag in der Welt ko

Beaumarchais.

Ich nehme ein so gefälliges Anerbieten mit allem Dank an. Ich habe keine Geheimnisse für Sie, mein Herr, und dieser Freund wird bei meiner Erzählung nicht zu viel sein; er ist sattsam von dem unterrichtet, was ich Ihnen zu sagen habe.

Clavigo betrachtet Saint George mit Aufmerksamkeit.

Beaumarchais.

Ein französischer Kaufma

Die ältste hatte unterdessen geheiratet, und unerachtet des geringen Zustandes ihrer Glücksgüter erhielten sie sich durch gute Aufführung und durch die A

Clavigo wird immer aufmerksamer.

Beaumarchais.

Ungefähr um eben die Zeit hatte sich ein junger Mensch, von den Kanarischen Inseln bürtig, in dem Hause vorstellen lassen.

Clavigo verliert alle Munterkeit aus seinem Gesicht, und sein Ernst geht nach und nach in eine Verlegenheit über, die immer sichtbarer wird.

Beaumarchais.

Ungeachtet seines geringen Standes und Vermögens nimmt man ihn gefällig auf. Die Frauenzimmer, die eine große Begierde zur französischen Sprache an ihm bemerkten, erleichtern ihm alle Mittel, sich in weniger Zeit große Ke

Voll von Begierde, sich einen Namen zu machen, fällt er auf den Gedanken, der Stadt Madrid das seiner Nation noch unbeka

Man gibt ihm Hoffnung.»Sucht Euer Glück zu machen«, sagt die älteste,»und we

Clavigo bewegt sich in höchster Verwirrung auf seinem Sessel.

Beaumarchais.

Die jüngste schlägt verschiedene ansehnliche Partien aus; ihre Neigung gegen den Menschen nimmt zu und hilft ihr die Sorge einer ungewissen Erwartung tragen; sie interessiert sich für sein Glück wie für ihr eigenes, und ermuntert ihn, das erste Blatt seiner Wochenschrift zu geben, das unter einem vielversprechenden Titel erscheint.

Clavigo ist in der entsetzlichsten Verlegenheit.

Beaumarchais ganz kalt.

Das Werk macht ein erstaunendes Glück; der König selbst, durch diese liebenswürdige Produktion ergetzt, gab dem Autor öffentliche Zeichen seiner Gnade. Man versprach ihm das erste ansehnliche Amt, das sich auftun würde. Von dem Augenblicke an entfernt er alle Nebenbuhler von seiner Geliebten, indem er ganz öffentlich sich um sie bemühte. Die Heirat verzog sich nur in Erwartung der zugesagten Versorgung. — Endlich, nach sechs Jahren Harrens, ununterbrochener Freundschaft, Beistand und Liebe von seiten des Mädchens, nach sechs Jahren Ergebenheit, Dankbarkeit, Bemühungen, heilige Versicherungen von seiten des Ma