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Wandte sich weg nach seinem Gemach und hatte nicht deutlich

Reinekens Rede vernommen, er dacht ihn am Leben zu strafen;

Und er fand die Königin eben in seinem Gemache

Mit Frau Rückenau stehn. Es war die Äffin besonders

König und Königin lieb. Das sollte Reineken helfen.

Unterrichtet war sie und klug und wußte zu reden;

Wo sie erschien, sah jeder auf sie und ehrte sie höchlich.

Diese merkte des Königs Verdruß und sprach mit Bedachte

We

Hörtet, gereut' es Euch nie, und Ihr vergabt mir die Kühnheit,

We

Seid auch diesmal geneigt, mich anzuhören, betrifft es

Doch mein eignes Geschlecht! Wer ka

Reineke, wie er auch sei, ist mein Verwandter, und soll ich,

Wie sein Betragen mir scheint, aufrichtig beke

Da er zu Rechte sich stellt, von seiner Sache das Beste.

Mußte sein Vater doch auch, den Euer Vater begünstigt,

Viel von losen Mäulern erdulden und falschen Verklägern!

Doch beschämt' er sie stets. Sobald man die Sache genauer

Untersuchte, fand es sich klar: die tückischen Neider

Suchten Verdienste sogar als schwere Verbrechen zu deuten.

So erhielt er sich immer in größerem Ansehn bei Hof, als

Braun und Isegrim jetzt: de

Daß sie alle Beschwerden auch zu beseitigen wüßten,

Die man häufig über sie hört; allein sie verstehen

Wenig vom Rechte, so zeigt es ihr Rat, so zeigt es ihr Leben.

Doch der König versetzte darauf: Wie ka

Daß ich Reineken gram bin, dem Diebe, der mir vor kurzem

Lampen getötet, Bellynen verführt und frecher als jemals

Alles leugnet und sich als treuen und redlichen Diener

Anzupreisen erkühnt, indessen alle zusammen

Laute Klagen erheben und nur zu deutlich beweisen,

Wie er mein sicher Geleite verletzt und wie er mit Stehlen,

Rauben und Morden das Land und meine Getreuen beschädigt.

Nein! ich duld es nicht länger! Dagegen sagte die Äffin:

Freilich ists nicht vielen gegeben, in jeglichen Fällen

Klug zu handeln und klug zu raten, und wem es gelinget,

Der erwirbt sich Vertrauen; allein es suchen die Neider

Ihm dagegen heimlich zu schaden, und werden sie zahlreich,

Treten sie öffentlich auf. So ist es Reineken mehrmals

Schon ergangen; doch werden sie nicht die Eri

Wie er in Fällen Euch weise geraten, we

Wißt Ihr noch? vor kurzem geschahs. Der Ma

Kamen vor Euch, und niemand verstund die Sache zu schlichten;

Aber Reineke fands, Ihr lobtet ihn damals vor allen.

Und der König versetzte nach kurzem Bedenken dagegen:

Ich eri

Wie sie zusammenhing; sie war verworren, so dünkt mich.

Wißt Ihr sie noch, so laßt sie mich hören, es macht mir Vergnügen.

Und sie sagte: Befiehlt es mein Herr, so soll es geschehen.

Eben sinds zwei Jahre, da kam ein Lindwurm und klagte

Stürmisch, gnädiger Herr, vor Euch: es woll ihm ein Bauer

Nicht im Rechte sich fügen, ein Ma

Nicht begünstigt. Er brachte den Bauer, vor Euern Gerichtshof

Und erzählte die Sache mit vielen heftigen Worten.

Durch ein Loch im Zaune zu kriechen, gedachte die Schlange,

Fing sich aber im Stricke, der vor die Öffnung gelegt war,

Fester zog die Schlinge sich zu, sie hätte das Leben

Dort gelassen, da kam ihr zum Glück ein Wandrer gegangen.

Ängstlich rief sie: Erbarme dich meiner und mache mich ledig!

Laß dich erbitten! Da sagte der Ma

De

Mir nichts Leides zu tun. Die Schlange fand sich erbötig,

Schwur den teuersten Eid: sie wolle auf keinerlei Weise

Ihren Befreier verletzen, und so erlöste der Ma

Und sie gingen ein Weilchen zusammen, da fühlte die Schlange

Schmerzlichen Hunger, sie schoß auf den Ma

Ihn verzehren; mit Angst und Not entsprang ihr der Arme.

Das ist dein Dank? Das hab ich verdient? so rief er: und hast du

Nicht geschworen den teuersten Eid? Da sagte die Schlange:

Leider nötiget mich der Hunger, ich ka

Not erke

Da versetzte der Ma

Bis wir zu Leuten kommen, die unparteiisch uns richten.

Und es sagte der Wurm: Ich will mich so lange gedulden.

Also gingen sie weiter und fanden über dem Wasser

Pflückebeutel, den Raben, mit seinem Sohne; man ne

Quackeler. Und die Schlange berief sie zu sich und sagte:

Kommt und höret! Es hörte die Sache der Rabe bedächtig,

Und er richtete gleich: den Ma

Selbst ein Stück zu gewi

Nun, ich habe gesiegt! es ka

Nein, versetzte der Ma

Sollt ein Räuber zum Tode verdammen? und sollte nur Einer

Richten? ich fordere ferner Gehör, im Gange des Rechtes;

Laßt uns vor vier, vor zehn die Sache bringen und hören.

Gehn wir! sagte die Schlange. Sie gingen, und es begegnet'

Ihnen der Wolf und der Bär, und alle traten zusammen.

Alles befürchtete nun der Ma

War es gefährlich zu stehn und zwischen solchen Gesellen;

Ihn umringten die Schlange, der Wolf, der Bär und die Raben.

Bange war ihm genug: de

Wolf und Bär, das Urteil in dieser Maße zu fällen:

Töten dürfe die Schlange den Ma

Ke

Sorgen und Angst befielen den Wandrer, de

Wollten sein Leben. Da schoß die Schlange mit grimmigem Zischen,

Spritzte Geifer auf ihn, und ängstlich sprang er zur Seite.

Großes Unrecht, rief er: begehst du! Wer hat dich zum Herren

Über mein Leben gemacht? Sie sprach: Du hast es vernommen;

Zweimal sprachen die Richter, und zweimal hast du verloren.

Ihr versetzte der Ma

Ich erke

Mag er sprechen, ich füge mich drein; und we

Hab ich noch Übels genug, allein ich will es ertragen.

Spottend sagte der Wolf und der Bär: Du magst es versuchen,

Aber die Schlange gewi

De

Sprechen wie sie, und gingen getrost und führten den Wandrer,

Kamen vor Euch, die Schlange, der Wolf, der Bär und die Raben.

Ja, selbdritt erschien der Wolf, er hatte zwei Kinder,

Eitelbauch hieß der eine, der andre Nimmersatt, beide

Machten dem Ma

Auch ihr Teil zu verzehren, de

Heulten damals vor Euch mit unerträglicher Grobheit.

Ihr verbotet den Hof den beiden plumpen Gesellen.

Da berief sich der Ma

Wie ihn die Schlange zu töten gedenke, sie habe der Wohltat

Völlig vergessen, sie breche den Eid! So fleht' er um Rettung.

Aber die Schlange leugnete nicht: Es zwingt mich des Hungers

Allgewaltige Not, sie ke

Gnädiger Herr, da wart Ihr bekümmert; es schien Euch die Sache

Gar bedenklich zu sein und rechtlich schwer zu entscheiden.

De

Der sich hilfreich bewiesen; allein Ihr dachtet dagegen

Auch des schmählichen Hungers. Und so berieft Ihr die Räte.

Leider war die Meinung der meisten dem Ma

De

Doch Ihr sendetet Boten nach Reineken: alle die andern

Sprachen gar manches und ko

Reineke kam und hörte den Vortrag, Ihr legtet das Urteil

Ihm in die Hände, und wie er es spräche, so sollt es geschehen.

Reineke sprach mit gutem Bedacht: Ich finde vor allem

Nötig, den Ort zu besuchen, und seh ich die Schlange gebunden,

Wie der Bauer sie fand, so wird das Urteil sich geben.

Und man band die Schlange von neuem an selbiger Stätte,

In der Maße, wie sie der Bauer im Zaune gefunden.

Reineke sagte darauf: Hier ist nun jedes von beiden

Wieder im vorigen Stand, und keines hat weder gewo

Noch verloren; jetzt zeigt sich das Recht, so scheint mirs, von selber.

De

Aus der Schlinge befrein; wo nicht, so läßt er sie hängen,

Frei, mit Ehren geht er die Straße nach seinen Geschäften.

Da sie untreu geworden, als sie die Wohltat empfangen,

Hat der Ma

Wahrer Si

Damals gefiel Euch das Urteil und Euren Räten zusammen;

Reineke wurde gepriesen, der Bauer dankt' Euch, und jeder

Rühmte Reinekens Klugheit, ihn rühmte die Königin selber.

Vieles wurde gesprochen: im Kriege wären noch eher

Isegrim und Braun zu gebrauchen, man fürchte sie beide

Weit und breit, sie fänden sich gern, wo alles verzehrt wird.

Groß und stark und kühn sei jeder, man kö

Doch im Rate fehle gar oft die nötige Klugheit:

De

Kommt man ins Feld und naht sich dem Werke, da hinkt es gewaltig.

Mutiger ka

Draußen liegen sie gern im Hinterhalt. Setzt es de

Tüchtige Schläge, so nimmt man sie mit, so gut als ein andrer.

Bären und Wölfe verderben das Land; es kümmert sie wenig,

Wessen Haus die Flamme verzehrt, sie pflegen sich immer

An den Kohlen zu wärmen, und sie erbarmen sich keines,

We

Läßt den Armen die Schalen und glaubt noch redlich zu teilen.

Reineke Fuchs mit seinem Geschlecht versteht sich dagegen

Wohl auf Weisheit und Rat, und hat er nun etwas versehen,

Gnädiger Herr, so ist er kein Stein. Doch wird Euch ein andrer

Niemals besser beraten. Darum verzeiht ihm, ich bitte!

Da versetzte der König: Ich will es bedenken. Das Urteil

Ward gesprochen, wie Ihr erzählt, es büßte die Schlange.

Doch von Grund aus bleibt er ein Schalk, wie sollt er sich bessern?