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Mondschein
Die Terrasse des Gartens von Villa Bella; mit einer Gartentüre, wohinauf eine doppelte Treppe führt. Eine Reihe hoher Kastanienbäume vor der Terrasse.
Claudine oben, Crugantino unter den Bäumen.
Claudine.
Hier, im stillen Mondenscheine
Mit dir, heil'ge Nacht, alleine,
Schlägt dies Herz so liebevoll;
Ach, daß ich's nicht sagen soll!
Crugantino.
In dem stillen Mondenscheine
Wandelst, Engel, nicht alleine;
Seufzet noch ein armes Herz,
Birgt im Schatten seinen Schmerz.
Claudine , sich der Tür nähernd.
Welche Stimme! Ich vergehe.
Crugantino nimmt die Maske vor und steigt die Treppe leise hinauf.
Auf, ich wag mich in die Nähe.
Claudine an der Gartentüre.
Wer! Wer! Wer ist da?
Crugantino hinaufsteigend.
Ich! Ich! Ich bin da.
Claudine droben.
Wer?
Crugantino.
Ich!
Claudine.
Fremdling, wie heißt du?
Crugantino.
Liebchen, das weißt du.
Claudine.
Zeige mir dein Gesicht!
Crugantino.
Sagt dir's dein Herze nicht?
Claudine.
Weg von dem Orte!
Crugantino.
Öffne die Pforte.
Beide.
Himmel, Himmel, welche Qual!
Einen Kuß doch nur einmal!
Claudine entfernt sich.
Crugantino.
Das Gitter! will nichts bedeuten. Sie hat mich so lange angehört. O we
Er fängt an, aufzusteigen; wie er bald droben ist, schlägt die Nachtigall.
Nachtigall und der Teufel!
Er springt herab.
Ich höre wahrlich jemand. Gingst du feurig!
Die Terrasse herunter und hinter die Bäume. Die Nachtigall schlägt zuweilen.
Pedro.
Mein Herz zieht mich unwiderstehlich hierher. Da droben wandelt sie oft in stillem Gefühl ihrer selbst. Himmlischer Ort! Alles schwebt um dich voll Liebegefühl! Die Nachtigallen singen noch, als war hier ein ewiger Frühling. O, rings umher in allen Gebüschen hat sie der Sommer schon schweigen gemacht. Liebe Nachtigall! Freundin meines Herzens!
Noch so spät, ihr Nachtigallen,
Laßt ihr Liebesklagen schallen,
Zärtlich noch wie meine Brust?
Auch ich bin in Liebestagen,
Seufze, klage; doch mein Klagen
Ist die wärmste Herzenslust!
Crugantino , der die Zeit über seine Ungeduld bezeigt hat, vor sich.
Ich muß ihn wegschaffen; er endigt nicht.
Pedro.
Horch! — Wer da?
Crugantino langsam hervortretend.
Pedro mit starker Stimme.
Wer da?
Crugantino zieht.
Eine Degenspitze!
Pedro zieht.
Nichts weiter?
Sie fechten. Pedro wird in rechten Arm verwundt, den er sinken läßt und mit der Linken den Degen faßt.
Crugantino.
Laßt! Ihr seid verwundet.
Pedro , den Degen vorhaltend.
Wollt Ihr mein Leben? Wollt Ihr meinen Beutel? redt! Den Beutel kö
Crugantino.
Keins von beiden.
Vor sich.
Seine Stimme rührt mich.
Laut.
Ich bin weder Räuber noch Mörder.
Pedro.
Was fallt Ihr mich an?
Crugantino.
Laßt! Ihr verblutet! Nehmt unsere Bemühungen an.
Er nimmt sein Schnupftuch.
Nachtigall! Nachtigall!
Pedro.
Was ist das?
Crugantino.
Fürchtet nichts!
Basko.
Was gibt's?
Crugantino.
Trag Sorge für diesen Verwundeten.
Pedro.
Die Augen vergehn mir.
Basko , sich um ihn beschäftigend.
Das blutet verteufelt für eine Armritze!
Crugantino , auf und ab gehend.
Esel! tausendfacher Esel!
Sich an die Stirn schlagend.
Basko.
Seid Ihr nicht Pedro?
Pedro.
Bring mich wohin; daß ich ruhe und verbunden werde.
Crugantino.
Pedro! Claudinens Pedro! Bring ihn hinüber nach Sarossa! in unser Wirtshaus, Basko! leg ihn auf mein Bett, Basko!
Basko.
Nun, nun! Erma
Ab.
Crugantino.
Nun und was soll's? Der Teufel hol den Fratzen! Armer Pedro! Aber ich weiß, Degen, du sollst mir steckenbleiben! Ich will dich zu Hause lassen, ich will dich ins Wasser werfen! — Mußt er de
nach der Treppe zugehend
ein dummes Vielleicht! Sie ist lang nach dem Haus zurück und liegt im Bett bis über die Ohren. Horch!
Gonzalo oben mit zwei Bedienten.
Gonzalo.
Wo sie sein mag! Bleib einer bei mir. Und ihr durchsucht den Garten, ihr! Gebt acht, am End ist's Lug und Trug von Schandmäulern.
Crugantino horchend.
Wieder was Neues.
Gonzalo.
Verbirgt sich nicht einer da drunten unter die Kastanienbäume?
Bediente.
Mich dünkt's.
Gonzalo.
Haben wir den Vogel? Wart, Pedro, wart!
Er schließt das Gitter auf und kommt auf die Treppe.
Wer ist da unten? Wer, holla, wer?
Crugantino , die Maske vornehmend.
Aus dem Regen in die Träufe.
Gonzalo.
Wer da?
Crugantino.
Gut Freund!
Gonzalo.
Hol der Teufel den guten Freund, der einem des Nachts ums Haus herumschleicht, den Leuten zu Nachreden Gelegenheit gibt und alle Liebe und Freundschaft so belohnt!
Crugantino , die Hand an den Degen, und gleich wieder davon .
Ich bitte dich, bleib stecken! Was mag das bedeuten? Das ist der Vater.
Gonzalo.
Nein, Herr, das ist schlecht, sag ich Euch; sehr schlecht.
Crugantino.
Das ist zu viel!
Die Maske wegwerfend.
Seid Ihr Herr von Villa Bella oder nicht, Euer Betragen ist unanständig.
Gonzalo.
Ihr seid nicht Pedro?
Crugantino.
Sei ich, wer ich will, Ihr habt mich beleidigt, und ich verlange Genugtuung.
Gonzalo zieht.
Gerne! So verdrießlich mir der Streich ist.
Crugantino zieht halb, stößt aber gleich wieder in die Scheide.
Genug, mein Herr, genug! Ich ka
Gonzalo.
Ihr beschämt mich.
Crugantino.
Wie's scheint, haben Sie mich für den Unrechten angesehen.
Gonzalo.
Und Ihnen unrecht getan; und vielleicht dem andern, durch Argwohn, auch unrecht getan.
Crugantino.
Ihr na
Gonzalo.
Der aus Kastilien angekommen ist.
Crugantino.
Richtig! Sie glaubten, der wäre hier herum?
Gonzalo.
Ich glaubte — Genug, mein Herr! Sie haben niemanden gesehen?
Crugantino.
Niemanden. Ich ging hier auf und ab, wie ich de
Gonzalo.
Nichts mehr davon. Ich danke dem Zufall und meiner Hitze, daß sie mir die Beka
Crugantino.
Nicht weit von hier, in Sarossa.
Gonzalo.
Es ist nicht zu spät, noch hereinzutreten und auf weitere Beka
Crugantino.
We
Gonzalo.
Allzu höflich! Allenfalls steht auch ein Pferd zum Rückweg zu Diensten.
Crugantino.
Sie überhäufen mich.
Gonzalo.
Treten Sie herein.
Crugantino.
Ich folge.
Die Treppe hinauf, da Gonzalo das Gitter schließt, und ab.